Anlegen in Aktien – Nur was für Reiche?

Juli 17th, 2017 by rubenw in Aktien, Allgemein, Börse, Depot

Die Deutschen sind im Allgemeinen einer Geldanlage in Aktien sehr verschlossen eingestellt. Und das, obwohl seit Jahren immer wieder “gepredigt” wird, dass an Aktien kein Weg vorbeigeht. Stimmt das? Sind Investitionen in Aktien wirklich unvermeidlich? Warum haben dann so viele Angst davor? Doch viel wichtiger ist die Frage: Wie erfolgreich in Aktien investieren?

Im Gegensatz zu den Amerikanern oder Briten haben die Deutschen ihr Vermögen kaum in Aktien investiert. Die Hintergründe dafür sind verschieden. Vor allem spielen historische und politische Aspekte eine wesentliche Rolle. In den USA beispielsweise gibt es eine Rentenversicherung wie wir sie hierzulande kennen in der Art nicht. Die Menschen müssen selbstständig für ihr Alter vorsorgen. Das heißt, dass sie zum Beispiel jeden Monat Geld beiseitelegen müssen und dass für viele Jahrzehnte. Auf einen so langen Zeithorizont gesehen, entfaltet der Zinseszins eine enorme Wirkung. Da kann ein Tages- oder Festgeld einfach nicht mithalten.

Warum legen die Deutschen so wenig in Aktien an?

Ein weiterer Punkt ist, dass einige Deutsche mit Aktien bereits Geld verloren haben. Zu groß ist die Angst, dass das wieder passieren kann. Amerikaner verlieren mit Aktien auch Geld. Allerdings ist die Einstellung der Menschen dort ganz anders wie hierzulande. Daher „fürchten“ sich viele Anleger hierzulande vor einer Geldanlage, bei der die Rendite im vornherein nicht feststeht. Doch ist diese Angst berechtigt? Zu einem gewissen Grad schon. Wer will schon Geld verlieren?

Und tatsächlich reicht es auch nicht, bei einer Aktienanlage einfach ein paar Zeitschriften zu lesen und die Empfehlungen des dortigen Redakteurs umzusetzen. Da gehört schon ein wenig mehr dazu. Doch wer das richtig anstellt, kann mit Aktien sehr, sehr viel mehr Geld verdienen, als mit festverzinslichen Geldanlagen.

Jetzt aber: Wie erfolgreich in Aktien investieren?

Es ist kein Geheimnis, wenn wir an dieser Stelle festhalten, dass es kein Patentrezept gibt. In erster Linie bilden der Beweggrund, das Alter und der Anlagehorizont das Fundament einer erfolgreichen Aktienanlage. Doch bevor der erste Euro in eine Aktie investiert wird, muss der Anleger unbedingt wissen, was Aktien sind. Kurz gesagt: Beim Kauf einer Aktie werde ich zu einem (extrem) geringen Bruchteil Eigentümer der Firma.
Als Beispiel: Wer Adidas Aktien kauft, wird zum Teilhaber der Adidas AG. Welches Recht geht damit einher? Das Recht auf einen Anteil am Firmengewinn. Dieser Aspekt ist vor allem bei einer langfristigen Geldanlage enorm wichtig. In Fachkreisen spricht man hier von einer Dividende. Die Dividende ist die Ausschüttung des Unternehmensgewinns (zumindest ein Teil davon) an die Eigentümer – die Aktionäre.

Warum will ich Geld in Aktien anlegen?

Blöde Frage, oder? Natürlich um Geld zu verdienen. Doch wie wir gerade gesehen haben, gibt es mehrere Arten, um mit Aktien Geld zu verdienen. Bleiben wir mal nur bei den beiden hier genannten: Kursgewinne und Dividenden. (In der Praxis gibt es noch mehr Möglichkeiten)
Wer langfristig Geld anlegt, sollte auf Unternehmen achten, die ein solides Geschäftsmodell besitzen. Auch hier ein Beispiel: Ein solides Geschäftsmodell, welches wahrscheinlich nicht durch die Digitalisierung ersetzt wird, sind Lebensmittel bzw. Waren des täglichen Bedarfs oder auch Konsumgüter genannt.

coca cola aktie

Kennt wohl jeder: Coca-Cola. Hat mehr als 500 Marken im Portfolio.

Schon mal was von Ariel, Febreze, Braun, Gillette, Oral-B, Pampers, Meister Proper, Swiffer oder Wick gehört? Mit Sicherheit. Diese Marken und noch einige mehr, gehören alle ein und demselben Unternehmen: Procter & Gamble.

After Eight, Buitoni, Caro, Felix (Tierfutter), KitKat, Lion, Maggi, Nescafé, Nesquik, Smarties, Thomy, Vittel, Wagner und noch viele weitere Marken gehören auch alle zu nur einem Unternehmen: Nestlé.

Jeder von uns kennte auch Coca-Cola. Der weltgrößte Getränkehersteller verkauft nicht nur Cola. Im Sortiment befinden sich circa 500 Marken von Getränken (nur Non-alcoholic).

Was ist denn der Vorteil solcher Unternehmen? Die Waren, die sie verkaufen, nutzen sich relativ schnell ab bzw. werden verbraucht. Jeder muss essen und trinken. Das wird wohl kaum durch die Digitalisierung ersetzt werden. Wie die Menschen einkaufen – ob im Supermarkt oder online – spielt für diese Hersteller eine untergeordnete Rolle. Und ob eine Wirtschaftskrise da ist oder nicht: Die Menschen essen und trinken. Mag sein, dass dann weniger Markenprodukte konsumiert werden. Doch selbst die meisten Nicht-Marken-Produkte gehören/stammen letztendlich auch wieder nur von diesen Unternehmen.

Warum führen wir das an dieser Stelle an? Wer auf lange Sicht in solche soliden Unternehmen investiert, wird wahrscheinlich immer Geld verdienen. Und sei es mit Dividenden. Coca Cola zum Beispiel erhöht seit Jahrzehnten kontinuierlich Jahr für Jahr die Dividenden.

Je eher, desto besser

Zurück zur Frage: Warum will ich in Aktien investieren? Wer auf kurzfristige Sicht an der Börse agieren möchte, muss allerdings auf ganz andere Punkte achten. Da spielt das Geschäftsmodell eine geringere Rolle, wie auf lange Sicht. Jetzt wird auch verständlich, warum das Alter so wichtig ist. Ein 80-Jähriger wird wohl kaum noch auf Sicht von 20 Jahren Geld anlegen wollen, höchstens für die Kinder bzw. Enkelkinder. Je eher man mit dem Aktienkauf anfängt, desto besser die Chancen.

Um Aktien an der Börse zu kaufen, benötigt man ein Wertpapierdepot. Eine gute Übersicht empfehlenswerter Broker gibt es hier: Depot Vergleich.

Im nächsten Artikel geht es darum, wie man schon ab 25 Euro an der Börse Geld verdienen kann. Zugegeben, mit 25 Euro wird man nicht Millionär. Aber es ist der erste Schritt dahin…

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