Immer mehr Anleger von Strafzinsen betroffen

Juni 13th, 2017 by rubenw in Allgemein, Festgeld, Geldanlage, Girokonto, Tagesgeld

trouble-114197_1280Die Volksbank Reutlingen gesellt sich ebenfalls in die Reihen der Banken ein, die von Privatkunden Strafzinsen auf ihr Erspartes verlangen. Allerdings sind dieses Mal nicht nur Unternehmenskunden oder vermögende Anleger betroffen, sondern auch Kleinanleger. Laut Preisaushang sogar schon wer nur ein Girokonto eröffnet.

0,5 Prozent Negativzinsen werden bei der Volksbank Reutlingen für Einlagen auf dem Girokonto fällig. Das Gleiche gilt für Anlagen ab einer Summe von 10.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto. Selbst wer das Kapital auf einem Festgeldkonto parkt oder für eine gewisse Zeit anlegt, muss mit Strafzinsen rechnen. Derzeit sind es zwischen 0,1 und 0,25 Prozent, abhängig von der gewählten Laufzeit.

“Änderungen rein prophylaktischer Natur“

Die Volksbank Reutlingen betonte allerdings, dass sie zwar die Änderungen im Preisaushang vornahm, jedoch in der Praxis keine Negativzinsen von ihren Kunden fordere, zumindest nicht auf dem Girokonto und dem Tagesgeldkonto. Eine Sprecherin äußerte sich dazu wie folgt:

„Die Änderung im Preisaushang unsere Privatkonten und das Tagesgeldkonto betreffend, sind rein prophylaktischer Natur. Sie schaffen lediglich die formalen, rechtlichen Voraussetzungen zum Beispiel für den Fall, dass ein Neukunde eine Million Euro bei uns anlegen will.“

Laut Meinung von Experten dient der Preisaushang zur Abschreckung. Schon paradox, dass man Sparer abschrecken muss, ihr Geld bei einer Bank anzulegen.

Banken leiden unter Negativzinsen der EZB

Häufig werden die Negativzinsen der EZB als Ursache genannt. Banken und Sparkassen, die ihre Konten wiederum bei der Europäischen Zentralbank führen, müssen für Gelder oberhalb der Mindestreserve, derzeit einen Strafzins in Höhe von 0,4 Prozent zahlen. Das belastet natürlich das Geschäftsergebnis der Kreditinstitute. Für Banken wird es daher ebenfalls immer schwieriger, Erträge zu erwirtschaften.

Nach Recherchen eines großen Vergleichsportals, gibt es in Deutschland derzeit 13 Geldinstitute, die Negativzinsen von verschiedenen Kundengruppen fordern. In den letzten Monaten kommen immer mehr Banken dazu, die die Strafzinsen auch auf ihre Privatkundschaft weiterreichen. Anfang 2017 ist auch der erste Broker Deutschlands dazugekommen. Der Online Broker flatex verlangt von Kunden ebenfalls einen Negativzins von 0,4 Prozent. Allerdings ist nur das Geld auf dem Verrechnungskonto, nicht jedoch die Investitionen im Wertpapierdepot betroffen.

Lösung für Sparer: Vergleichen oder anders anlegen

Für Sparer ergeben sich grundsätzlich nur zwei Möglichkeiten, Negativzinsen bzw. Mini-Zinsen zu entkommen: Vergleich und wechseln oder alternative Geldanlagen suchen.

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