Festgeld: Mit rollierender Zinstreppe kurzfristig agieren und steigende Zinsen sichern

April 29th, 2017 by rubenw in Festgeld, Geldanlage, Tagesgeld

festgeld-achievement-18134_640Attraktive Zinsen auf dem Tagesgeld gibt es schon seit geraumer Zeit so gut wie gar nicht mehr. Oftmals ist es sogar so, dass die Inflationsrate über dem Zinsniveau der Geldanlage liegt. Wer zum Beispiel innerhalb Deutschlands nach einem Tagesgeldkonto sucht, kann – von Sonderangeboten, wie einem Depotwechsel einmal abgesehen – nicht mal 0,5 Prozent aufs Jahr erreichen. Gleichzeitig will aber nicht jeder sofort in Aktien einsteigen, auch wenn diese auf langfristige Sicht eine ordentliche Rendite bieten können. Welche Alternativen bieten sich daher für Sparer, die einen festen Ertrag wünschen?

Anlagekonten innerhalb der EU

In unserem Tagesgeld Vergleich können Nutzer nicht nur Angebote aus Deutschland finden, sondern auch außerhalb, allerdings immer noch innerhalb der Euro-Zone. Das hat für Sparer den Vorteil, dass sie außerhalb Deutschlands häufig höhere Zinsen erhalten und gleichzeitig eine europäische Einlagensicherung genießen.

So bieten Banken außerhalb Deutschlands teilweise noch Renditen von um die 1,00 Prozent (Stand 05/2017) aufs Tagesgeldkonto. Anleger sollten sich jedoch bewusst sein, dass dieser Zinssatz jederzeit angepasst werden kann. In letzter Zeit wurde der Zins meist nach unten gesetzt. Einen festen Ertrag bieten dagegen Festgeldkonten. Der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld liegt vor allem in der Verfügbarkeit des angelegten Geldes.

Kapital auf mehrere Laufzeiten verteilen

Wer über ein gewisses Kapital verfügt, dass er fest anlegen kann, sollte sich in unserem Festgeld Vergleich diese Geldanlage etwas genauer anschauen. Der Vorteil eines Festgelds ist, dass der Zinsertrag gewöhnlich über dem eines Tagesgelds liegt. Im Gegenzug verzichtet der Sparer auf die Liquidität seines Geldes, zumindest während der Laufzeit. Denn wie der Name bereits vermuten lässt, ist nicht nur der Zinssatz „fest“, sondern auch das Kapital ist „fest“ gebunden, also nicht verfügbar. Um hier dennoch eine gewisse Flexibilität zu erreichen, sollte das Kapital nicht komplett in nur ein Festgeld anlegen, sondern auf verschiedene Laufzeiten verteilen.

Nehmen wir beispielhaft an, jemand möchte 10.000 Euro in Festgeld anlegen. In der Praxis könnte eine rollierende Zinstreppe, so aussehen (aktuelle Zinsen der Rietumu Bank, Lettland):

  • 2.500 Euro – 6 Monate, 0,90%
  • 2.500 Euro – 12 Monate, 1,00%
  • 2.500 Euro – 18 Monate, 1,10%
  • 2.500 Euro – 24 Monate, 1,20%

Bereits nach 6 Monaten wird das erste Geld „fällig“. Dieses kann dann wieder in eine 2-jähriges Festgeld investiert werden. Nach weiteren 6 Monaten werden wieder 2.500 Euro frei, die ebenfalls wieder in ein 24-monatiges Festgeld angelegt werden können usw. So ergibt sich eine rollierende Festgeldanlage. Sollten die Zinsen zwischendurch steigen, partizipiert der Anleger davon. Sollten sich die Zinsen nicht ändern, so erhält der Anleger dauerhaft einen Ertrag von 1,20 Prozent.

Gleichzeitig hat er eine gewisse Flexibilität, da alle 6 Monate Kapital verfügbar wird. Sollte dies kurzfristig benötigt werden, ist immer etwas Geld vorhanden. Die oben genannten Laufzeiten dienen nur als Beispiel. Denkbar ist auch eine andere Aufteilung, wie 12, 24 und 36 Monate.

Notgroschen muss zuerst vorhanden sein

Länger als 36 Monate, maximal 48 Monate, sollte Kapital im derzeitigen Zinsniveau jedoch nicht angelegt werden. Gleichzeitig ist es empfehlenswert, dass zuvor im Schnitt zwischen 2 und 4 Monatsgehälter ohnehin sofort als „Notgroschen“ verfügbar sind. Bei Selbstständigen sogar noch mehr: zwischen 6 und 12 Monatseinkommen. Dieses Geld kann beispielsweise dann auf einem Tagesgeldkonto verwahrt werden. Ist das noch nicht gegeben, sollte zuerst eine liquide Rücklage aufgebaut werden, bevor Kapital für eine längere Laufzeit gebunden wird.

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