Geldanlage in Aktien - Alles Wichtige
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Geldanlage in Aktien

Eine Aktie ist ein Wertpapier und verbrieft den Anteil an einer Gesellschaft. In Deutschland werden diese Gesellschaften als Aktiengesellschaft (AG) oder Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) bezeichnet.

Bei der Gründung einer Aktiengesellschaft wird beschlossen, in wieviele Teile (= Aktien) das Grundkapital aufgeteilt wird. Die Ausgabe von Aktien bezeichnet man als Emission. Eine weitere Emission ist auch im Rahmen einer Kapitalerhöhung möglich.

Sofern Aktien einen Unternehmens erstmalig zum öffentlichen Verkauf (z.B. an einer deutsche Börse) angeboten werden, spricht man von einem Initial Public Offering (IPO). Sollten im Rahmen einer Kapitalerhöhung weitere Aktien einer bereits börsennotiereten Unternehmung angeboten werden, wird dies als Seasoned Public Offering bezeichnet.

In Deutschland efolgt der börsennotierte Handel meist in einem der folgenden Marktsegmente:
Amtlicher Markt
Geregelter Markt
Freiverkehr

Besonders bekannte und, gemessen am Unternehmenswert, große Unternehmen werden als sog. Blue Chips bezeichnet. Details zu diesem Begriff finden Sie hier.

Der Anteil einer Aktie am Unternehmen kann als Nennwert angegeben werden, also z.B. „50 €“. Er beträgt dann 50 € am Grundkapital. Bei der nennwertlosen Aktie (Quotenaktie oder Stückaktie) entspricht der Anteil am Grundkapital dem Anteil an den Aktien. Bei 1.000 Aktien und 100.000 € Grundkapital entspricht eine Aktie also einem Anteil von 1/1.000 am Grundkapital und damit am Unternehmen. Der theoretische Nennwert wäre 100 €.

Der Mindestnennwert muss in Deutschland einem Anteil von 1 Euro am Grundkapital einer Aktiengesellschaft entsprechen.

Aktie der Condomi AG, Köln

Als Aktiensplit wird die Aufteilung der Aktien in solche mit kleinerem Nennwert genannt.

Das Unternehmen kann über die Dividende die Aktionäre am Gewinn des Unternehmens beteiligen. Die Dividende ist eine pro Aktie geleistete Zahlung an die Besitzer der Aktien. Die Höhe der Dividende wird auf der Hauptversammlung des Unternehmens festgelegt. Als Anlageprodukt ist die Aktie aber nicht hauptsächlich wegen der Dividende interessant. Die größten Renditechancen bieten die Kurssteigerungen der Aktie. Ein Investment in Aktien ist grundsätzlich aber mit dem Risiko des Totalverlust des eingesetzten Kapitals behaftet.

Wird eine Aktie vor Ablauf eines Jahres verkauft, wird in Deutschland eine Spekulationssteuer erhoben, wobei das sog. Halbeinkünfteverfahren gilt. Wenn zwischen An- und Verkauf einer Aktie mehr als 1 Jahr vergangen ist, sind sämtliche damit verbundenen Kursgewinnen für die privaten Anleger steuerfrei.

Man unterscheidet zwischen Stückaktien (Inhaberaktien), Namensaktien und vinkulierte Namensaktien . Im Gegensatz zu den Stückaktien werden bei den Namensaktien die Besitzer der einzelnen Aktien in ein Aktienbuch eingetragen. Das Unternehmen kennt dann seine Aktionäre und ihre Anteile. Zwingend vorgeschrieben ist die Verwendung von Namensaktien in Deutschland zum Beispiel bei Luftverkehrsgesellschaften (z. B. Lufthansa AG).

Die Vinkulierung von Namensaktien wird üblicherweise eingesetzt, um unerwünschte Aktionäre (beispielsweise Konkurrenten oder außerhalb der Familie befindliche Personen) vom Kauf der Aktien auszuschließen. Der Kauf (bzw. Verkauf) dieser Aktien ist an bestimmte Bedingungen, normalerweise die Zustimmung der Gesellschaft gebunden. Für an der Börse notierte Unternehmen hat sich die Vinkulierung in den letzten Jahren jedoch als rechtlich problematisch erwiesen, da der öffentliche Handel einen Widerspruch zu dem mit der Vinkulierung ausgedrückten Wunsch nach Kontrolle über die Aktionärsstruktur darstellt.

Um die Wertentwicklung eines Unternehmens zu messen, wird dies häufig mit anderen Unternehmen seiner Branche verglichen. Zu diesem Zweck werden die sog. Indizes gebildet. Auf diese Weise läßt sich die Wertentwicklung (Performance) einer Branche (z.B. Technologie-Aktien) oder einen Gesamtmarkts (Deutsche Großunternehmen) in einer einzigen Zahl abbilden.

Bekanntestes Beispiel dafür ist der Deutsche Aktien Index DAX, der von der Frankfurter Wertpapierbörse berechnet wird. International relevant ist natürlich das Dow Jones Index, der wichtigen Unternehmen am US-Aktienmarkt abbildet.