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Call-Optionsscheine
Ein Call-Optionsschein berechtigt zum Kauf eines Basiswerts (z.B. einer Aktie) zu dem bei Ausgabe des Optionsscheins festgelegten Preis innerhalb einer gewissen Laufzeit.
Der Käufer eines Call-Optionsscheines (im Folgenden kurz "Call" genannt) setzt auf steigende Kurse des Basiswertes. Für den Fall, dass die Kurse des Baiswerts tatsächlich steigen, kann der Anlage mit einem Call höhere Gewinne erzielen, als bei der direkten Anlage in den Basiswert. Grund dafür ist vor allem die Hebelwirkung (Berechnugn siehe hier):
Rechenbeispiel für Call-Optionsscheine:
| ABC Aktie |
Call-Optionsschein auf die ABC Aktie
(Basispreis 50,-- Euro, Laufzeit 1 Jahr (01.02.06 - 31.01-07), Alternativzins: 3,5 %,
Volatilität der ABC-Aktie 22 %) |
Aktienkurs am 01. Februar 2006: 75,00 Euro
Aktienkurs am 01. August 2006: 100,00 Euro |
Kurs am 01. Februar 2006: 26,84 Euro
Kurs am 01. August 2006: 50,87 Euro |
Dieser Call berechtigt in der Zeit vom 1. Februar 2006 bis 31. Januar 2007 zum Bezug der ABC-Aktie zum Preis von 50,-- Euro (Bezugsverhältnis 1:1). Ein Anlege würde also mit einem solchen Call die ABC Aktie 25,-- Euro preiswerter bekommen, als bei einem direkten Kauf an der Börse. Somit muss der Call mindestens den Wert der Ersparnis, hier also 25,-- Euro, haben. Dieser Substanzwert wird in der Fachsprache "Innerer Wert" genannt und bei Calls nach folgender Formel berechnet:
Innerer Wert = Aktueller Aktienkurs - Basispreis des Optionsscheines
hier: 25,-- Euro = 75,-- Euro - 50,-- Euro
Da dieser Optionsschein noch eine Laufzeit von 1 Jahr hat, wird an der Börse noch ein gewisser Aufschlag über den inneren Wert gezahlt. In diesem Fall beträgt der als Zeitwert bezeichnete Aufschlag ca, 1.84 Euro (berechnet nach dem Black-Schols Optionsmodell).
Wie wird sich der Preis dieses Optionsscheins ändern, sobald sich der Kurs der ABC Aktie nach oben bewegt?
Bei einem Anstieg des Aktienkurses von 75,-- Euro auf 100,-- Euro am 1. August 2006 wird der Preis des Optionsscheines auch um 25,-- Euro ansteigen, da ja der Optionsschein weiterhin den Kauf einer ABC Aktie zum Preis von 50,-- Euro berechtigt. Somit hat der Optionschein in diesem Fall einen Inneren Wert von 50,-- Euro.
Der Vorteil des Anlegers:
Obwohl sich der Kurs der ABC Aktie um 33 Prozent erhöht hat (von 75,-- auf 100,-- Euro), ist der Preis des Optionsscheins fast um 100 Prozent gestiegen (von 26,64 Euro auf 50,87 Euro). Mit einen Investment in den Optionsschein hat der Anleger also deutlich mehr Gewinn erzielt als über die ABC Aktie direkt.
Wie sieht die Lage bei fallenden Kursen des Basiswertes aus?
Bei Call-Optionsscheinen nimmt der Anleger nicht nur überproportional an Kursgewinnen des Basiswertes teil, sondern auch an Kursrückgängen:
Für den Fall, dass der Kurs der ABC Aktie am
1. August 2005 nicht um 33 Prozent gestiegen wäre, sondern vielmehr um 33 Prozent gefallen ist (also von 75,-- Euro auf 50,-- Euro) würde sich nach dem Black-Scholes Preismodell ein Kurs von nur noch 3,55 Euro für den Call-Optionsschein ergeben.
Begründung: Bei einem Aktienkurs von 50,-- Euro hat dieser Call-Optionsschein (Basispreis 50,-- Euro) keinen Inneren Wert mehr (50,-- Euro - 50,-- Euro = 0). Somit besitzt der Schein nur noch einen Zeitwert in Höhe von 3,55 Euro.
In der Fachsprache:
- Hat ein Optionscheinen keinen Inneren Wert mehr, ist der Schein "out of the money"
- Befindet sich der Kurs des Basiswerts genau auf der Höhe des Basispreises des Optionscheines, ist der Schein "at the money"
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