Immobilienblase: Erklärung und aktuelle Lage in Deutschland

Obwohl wir in Deutschland lange Zeit von der Immobilienblase verschont blieben, hören wir diesen Begriff nun wieder öfter. Manch einer befürchtet sogar, dass es im Jahr 2021 bereits so weit sein könnte – Corona-Pandemie sei Dank. Doch was genau ist eigentlich eine Immobilienblase, wie entsteht sie und was sind die Folgen? Wir fassen die wichtigsten Informationen zusammen.

Die Immobilienblase: Begriffsdefinition

Mit dem Begriff der Immobilienblase ist ein Zustand gemeint, den wir in der Vergangenheit bereits öfter beobachten könnten. Es geht dabei um eine besondere Art der Spekulationsblase, bei dem Käufer besonders hohe Summen für ihre Güter zahlen. In diesem Fall sind also Immobilien gemeint: Verkäufer der Immobilien fordern sehr hohe Preise für die Immobilien. Käufer sind bereit, diese hohen Summen zu akzeptieren. So passiert es dann innerhalb eines kurzen Zeitraums, dass der aktuelle Wert der Immobilie deutlich den eigentlichen Preis übersteigt. Die Preise erhöhen sich in dem Fall nicht mehr im Verhältnis zur Lage, dem Durchschnittseinkommen oder der gewöhnlichen Teuerungsrate.

Immobilienblasen entstehen im Zuge des klassischen Angebot-und-Nachfrage-Spiels. Unüblich sind steigende Preise entsprechend nicht. Doch eine Immobilienblase, die für ein erhebliches wirtschaftliches Ungleichgewicht sorgt, ist mit großen Risiken verbunden. Denn auf die Preissteigerungen folgte in der Vergangenheit bereits mehrmals ein enormer Preisverfall. Viele Spekulanten trieb das in den wirtschaftlichen Ruin. Beobachten konnten wir dies zum Beispiel in den USA, denn in Folge der Immobilienblase gab es im Jahr 2007 eine beachtliche Finanzkrise.

Immobilienblasen: Auch in Deutschland möglich?

Vergleicht man die deutsche Immobilienblase mit der in den USA, so hatte unsere Blase weniger weitreichende Folgen. Dennoch animierte man Investoren zwischen 1999 und 2002 dazu, viele Neubauten zu erwerben und Gebäude zu restaurieren. Das war vornehmlich in den neuen Bundesländern zu beobachten. Steuerlich wurden diese Investitionen von der Regierung sogar gefördert.

So schaffte man dann jede Menge Wohn- und Geschäftsräume. Doch leider blieb die erhoffte Nachfrage aus. Die Folge war Leerstand, was es unmöglich machte, die Kredite zu refinanzieren. Ebenso mussten die Baufirmen um ihre Einnahmen bangen, denn auch diese Kosten konnten nicht mehr gedeckt werden. All das hatte dann auch Auswirkungen auf das Bankwesen, denn auch die hiesigen Banken verzeichneten enorme Verluste. Obwohl die Lage also anders war als in den Vereinigten Staaten, zeigte sich auch bei uns, dass mit dem Erwerb und der Förderung von Immobilien immer ein Risiko einhergeht.

Was fördert die Entstehung einer Immobilienblase?

Eine Immobilienblase kann verschiedene Auslöser haben. Grundsätzlich ist zum Beispiel ein Anstieg der Kaufpreise zu beobachten, der deutlich über dem entsprechenden Wert der Mietpreise liegt. Gleichzeitig kann eine Immobilienblase dann entstehen, wenn das Einkommen steigt, sodass sich mehr Menschen den Kauf einer Immobilie vorstellen und de facto leisten können. Damit gehen geringe Kreditkosten und Zinsen einher.

Zu beobachten war vor Immobilienblasen in der Vergangenheit außerdem, dass die Banken zu leicht Kredite vergaben. Ein Beispiel wäre die Baufinanzierung, für die kein eigenes Kapital vorgelegt werden muss. Im gleichen Zuge treibt es die Spekulanten dann in die großen Städte und besonders beliebten Wohngegenden. In den Ballungsgebieten ist der Wohnraum aber oft rar gesät. Für zusätzliche Schwierigkeiten sorgt der große Zustrom an Menschen, die in beliebten Wohngegenden und Metropolen wohnen möchten.

Ist die Immobilienblase erstmal entstanden, fallen die Preise in rasantem Tempo wieder ab. Das passiert dann, wenn Käufer plötzlich nicht mehr derartig hohe Preise zahlen möchten – oder können. Die Preise sinken auch dann wieder, wenn plötzlich mehr Wohnraum geschaffen werden könnte. Es gibt mehr Angebote, mehr Gebäude stehen leer und damit sinkt der Preis immer weiter.

Immobilienblase durch Corona

Einige der genannten Faktoren, die eine Immobilienblase begünstigen, könnten während der Corona-Pandemie zum Tragen kommen. Tatsächlich gibt es bereits seit geraumer Zeit, und das war bereits vor dem Coronavirus der Fall, Experten, die eine Immobilienblase fürchten. Dafür genügt der Blick auf Großstädte wie München und Berlin, in denen die Preise in den vergangenen Jahren enorm anstiegen.

Auf der anderen Seite wird vermutet, dass Corona nur für einen gewissen Zeitraum für eine rückläufige Nachfrage sorgen wird. Außerdem können wir in Deutschland aktuell nicht von lockeren Vergabekriterien für Kredite profitieren. In den Metropolen ist zudem auch in Zukunft mit Wohnungsmangel zu rechnen. Ein interessanter Ansatz sind Gewerbeimmobilien, welche im Zuge des Home-Office-Trends in Wohnraum umgewandelt werden könnten. Ob das Realität wird und inwiefern dieser so neu geschaffene Wohnraum wirklich einen Einfluss auf Angebot und Nachfrage haben wird, bleibt abzuwarten. Ein extremer Preiseinbruch ist demnach aktuell nicht zu erwarten, glaubt man einigen anderen Experten.

Alternative Anlagen sicherer?

Immobilien, Aktien oder doch lieber Gold? Welche Anlagen sind die sichersten? Die vielen Möglichkeiten, und gleichzeitig die Niedrigzinsen, sorgen bei vielen Anlegern für Unwohlsein. Grundsätzlich scheint es, als würden Immobilien in Ballungszentren auch in den nächsten Jahren eine sichere Investition sein. Dabei müssen es nicht unbedingt die Großstädte Köln, Berlin oder München sein. Man nehme zum Beispiel den Bodensee: Ein schöner Ort, der auch in Zukunft schön bleiben wird.

Wer überlegt, in Gold zu investieren, sollte sich der Preisschwankungen bewusst sein. Anleger hoffen zudem grundsätzlich immer auf hohe Ertragschancen, weshalb der Blick auf Aktien unerlässlich ist. Regelmäßige Investitionen machen es möglich, den Kostendurchschnittseffekt für sich zu nutzen. Dabei ist alles möglich, was gefällt: Es können Aktien diverser Großkonzerne erworben werden. Wer möchte, kann sogar ins Online-Glücksspiel investieren. Schaut man sich Vergleichsportale wie MrCasinova auf Deutsch an, sind dort einige hochrangige Glücksspielkonzerne anzutreffen, die hinter bekannten Online Casinos stecken. Es kann bei Bedarf als mittlerweile auch mit Casino-Aktien gehandelt werden. Doch hier hat wohl jeder Anleger seine eigene Präferenz. Wer ein geringes Risiko bevorzugt, kann zum Beispiel nach konservativen Fonds oder offenen Immobilienfonds suchen.

Letztlich müssen wir uns bei jeder Anlageoption auf Schwankungen und Unsicherheiten gefasst machen. Was die Immobilienpreise und die gefürchtete Immobilienblase betrifft, so scheinen Anleger noch immer auf der sicheren Seite zu sein. Das Coronavirus hat unsere Wirtschaft maßgeblich beeinflusst und auch vor dem Immobilienmarkt nicht Halt gemacht. Gleichzeitig gehen Experten aber davon aus, dass sich der Markt schnell wieder erholen wird. Demnach gibt es weiterhin attraktive Anlageobjekte für Investoren. Ob in nächster Zeit viel neuer Wohnraum geschaffen werden kann, was einige Ballungszentren für Investoren unattraktiver machen könnte, bleibt abzuwarten. Ebenso blicken wir mit Spannung auf die Entwicklungen rund um den Mietendeckel, der das Verhalten der Investoren ebenfalls beeinflusst.