Baukindergeld – Wohnbauförderung für Eltern

September 8th, 2018 by geldanlage_de in Allgemein, Familien, Immobilien

Im Bereich des privaten Wohnbaus gibt es bereits einige Förderungen seitens des Staates, wie zum Beispiel die Wohnungsbauprämie, die Arbeitnehmer-Sparzulagen bei bestimmten Verträgen sowie das sogenannte Wohnriester. Zum 1. Januar 2018 wurde nun rückwirkend eine weitere Förderungsmaßnahme realisiert, nämlich das Baukindergeld. Dieser Zuschuss kann sich im Idealfall auf einen Gesamtbetrag von 36.000 Euro belaufen.

Wer erhält das neue Baukindergeld?

Das neue Baukindergeld ist für Haushalte gedacht, die mindestens ein Kind beinhalten, also für Familie mit Kindern. Allerdings gibt es eine Einkommensgrenze, die auf jeden Fall zu beachten ist. Gedacht ist das Baukindergeld nämlich in erster Linie für solche Familien, die entweder ein relativ geringes oder ein durchschnittliches Einkommen besitzen. Die zu beachtenden Einkommensgrenzen bewegen sich je nachdem, wie viele Kinder vorhanden sind, zwischen 90.000 Euro (ein Kind) bis zu 120.000 Euro (drei Kinder) jährlich. Ein 3-Personen-Haushalt darf also maximal 90.000 Euro Einkommen pro Jahr erzielen, damit die Eltern noch in den Genuss des Baukindergeldes kommen.



Warum wurde das Baukindergeld ins Leben gerufen?

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es mit dem eingangs angesprochen Wohnriester, der Wohnungsbauprämie und auch der Arbeitnehmer-Sparzulage bereits drei Förderungsmaßnahmen des Staates gibt, die sich auch auf den Erwerb bzw. den Bau von Wohneigentum beziehen lassen, stellt sich die Frage, warum mit dem Baukindergeld jetzt noch eine weitere Variante aktiv wurde. Der wesentliche Grund besteht darin, dass sich die Bauzinsen zwar seit Jahren so gestalten, dass sich immer mehr Familien ein Eigenheim bzw. die entsprechende Baufinanzierung leisten können.

Andererseits sind in zahlreichen Städten aber auch die Immobilienpreise erheblich gestiegen, teilweise um 30 Prozent und mehr innerhalb der letzten fünf bis zehn Jahre. Dies wiederum führt dazu, dass ich eben doch nicht so viele Familien wie eigentlich wünschenswert ein Eigenheim leisten können. Nach Wunsch der Bundesregierung soll sich dies nun durch das Baukindergeld ändern, sodass sich insbesondere Familien mit Kindern, die ein geringes oder mittleres Einkommen haben, ebenfalls ein Eigenheim leisten können.

Schätzungen zufolge werden es hierzulande und 200.000 Familien sein, die das Baukindergeld beziehen können. Die Beantragung ist übrigens jetzt erst möglich, also ab August 2018. Allerdings wird das Baukindergeld für den Fall rückwirkend zum 1. Januar 2018 gezahlt, falls der Kredit- bzw. Kaufvertrag bis zu diesem Datum bereits geschlossen wurde. Im Gegensatz zu einigen anderen Förderungsmaßnahmen gehen Experten davon aus, dass tatsächlich ein sehr großer Teil der ca. 200.000 Familien in Deutschland, denen das Baukindergeld zusteht, ihre Ansprüche auch tatsächlich geltend machen werden. Dies liegt insbesondere daran, dass sich der Förderbetrag für eine Familie durchaus sehen lassen kann.

In welcher Höhe wird Baukindergeld gezahlt?

Die interessanteste Frage besteht für Familien im Zusammenhang mit Baukindergeld sicherlich darin, mit welcher Förderung vom Betrag her zu rechnen ist. An dieser Stelle ist das Baukindergeld tatsächlich sehr transparent und leicht verständlich, denn es werden pro Jahr 1.200 Euro für jedes Kind gezahlt. Diese Zahlung erfolgt jedoch nicht nur einmalig, sondern zehn Jahre in Folge. Auf dieser Grundlage können Sie mit der entsprechenden Anzahl von Kindern mit den folgenden Gesamtbeträgen rechnen:

  • 1 Kind: 12.000 Euro (für zehn Jahre)
  • 2 Kinder: 24.000 Euro
  • 3 Kinder: 36.000 Euro

Bei drei Kindern gibt es allerdings eine Grenze, denn Eltern mit vier Kindern erhalten ebenfalls den Betrag von 3.600 Euro im Jahr und nicht etwa 4.800 Euro. Trotzdem ist das Baukindergeld natürlich in der Summe eine erhebliche finanzielle Entlastung, denn maximal 36.000 Euro innerhalb von zehn Jahren bei drei Kindern können zum Teil zwischen einem Drittel und einem Viertel des gesamten Finanzierungsbedarfs darstellen. Da das Baukindergeld eine feststehende Einnahme für die Eltern ist und daher seitens der Bank im Grunde als Eigenkapital gewertet werden kann, besteht ein weiterer Vorteil zudem darin, dass mehr Familien als zuvor überhaupt eine Immobilienfinanzierung in Anspruch nehmen können. Ein zu geringer Eigenkapitalanteil ist nämlich nicht selten ein Ablehnungsgrund der Banken, der im Idealfall durch das neue Baukindergeld bei möglichst vielen Familien außer Kraft tritt.

Förderungen optimal miteinander kombinieren

Durch das neue Baukindergeld steigt die Gesamtförderung erheblich, die Eltern mit Kindern erhalten können, falls sie privat genutztes Wohneigentum errichten lassen oder kaufen möchten. Beim eingangs genannten Wohnriester gibt es eine Förderung, die zum Beispiel im optimalen Fall bei zwei im Haushalt lebenden Kindern jährlich 908 Euro betragen kann. Dieser Betrag setzt sich aus der Grundzulage von insgesamt 308 Euro für die zwei Eltern sowie aus einer Kinderzulage von jeweils 300 Euro pro Kind zusammen. Hinzu kommt jetzt noch das neue Baukindergeld, welches bei zwei Kindern jährlich 2.400 Euro betragen würde. Nimmt man dann noch die mögliche Förderung in Form der Wohnbauprämie sowie der Arbeitnehmer-Sparzulage hinzu, können Familien durchaus auf einen jährlichen Betrag von über 3.500 Euro und darüber hinaus kommen, falls noch mehr Kinder im Haushalt vorhanden sind.

Falls Sie sich also gezielt nach Förderungsmaßnahmen für den Wohnbau informieren möchten, sollten Sie auf jeden Fall die folgenden vier Förderungsmöglichkeiten mit einbeziehen:

  • Wohnbauprämie
  • Arbeitnehmersparzulage
  • Wohnriester
  • Baukindergeld

Bei der Wohnungsbauprämie und der Arbeitnehmersparzulage ist allerdings zu beachten, dass es dort ebenfalls Einkommensgrenzen gibt, die jedoch deutlich geringer als beim Baukindergeld sind.



Zusammenfassung zum Baukindergeld: attraktive Förderung für Familien

Zusammenfassend lässt sich zum Baukindergeld sagen, dass es sich tatsächlich um eine sehr lohnenswerte Förderung für Familien mit geringerem und mittlerem Einkommen handelt. Mit bis zu 90.000 Euro und einem Kind im Haushalt fällt die Einkommensgrenze relativ hoch aus, sodass schätzungsweise 200.000 Familien in Deutschland in den Genuss des Baukindergeldes kommen können. Bei zwei Kindern ergibt sich so beispielsweise eine Gesamtförderung  in Höhe von 24.000  Euro, denn das Baukindergeld beträgt in diesem Fall 2.400 Euro pro Jahr und wird über einen Zeitraum von zehn Jahren gezahlt. So wird es voraussichtlich einer Vielzahl von Familien möglich sein, eine Immobilienfinanzierung zu realisieren, bei denen es bisher vielleicht an einer ausreichenden Eigenkapitalquote gemangelt hat.

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