Der Traum vom Eigenheim – günstige Zinsen treffen auf gestiegene Preise

September 10th, 2018 by geldanlage_de in Allgemein, Familien, Geldanlage, Immobilien, Kredit

Nach wie vor gibt es in Deutschland – insbesondere im Vergleich zu zahlreichen anderen Ländern – einen sehr hohen Anteil von Mietern, der im Vergleich zu Immobilieneigentümern bei über 50 Prozent liegt. Dennoch ist es so, dass sich die meisten Bundesbürger ein eigenes Heim wünschen. In den vergangenen Jahren konnten sich immer mehr Menschen diesen Traum erfüllen, was vor allem auf die günstigen Hypothekenzinsen zurückzuführen ist. Seit geraumer Zeit wird das Vorhaben Eigenheim allerdings wieder schwieriger, denn den nach wie vor günstigen Bauzinsen stehen mittlerweile in zahlreichen Städten und Regionen deutlich gestiegene Immobilienpreise gegenüber. Dieser Beitrag geht daher der Frage nach, ob man sich trotz steigender Immobilienpreise noch ein Eigenheim leisten kann und worauf im Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung zu achten ist.



Immobilienpreise auf einem deutlich höheren Niveau

In nahezu allen größeren Städten des Landes zeigt sich bezüglich der Immobilienpreise die gleiche Entwicklung: Betrachtet man sich die Preise für Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäusern, wie sie vor zehn Jahren waren, so ist aktuell im Vergleich dazu ein deutlich höheres Preisniveau zu erkennen. Je nach Stadt oder Region sind die Immobilienpreise innerhalb der letzten zehn Jahre teilweise um 30 Prozent und darüber hinaus angestiegen. Besonders in den folgenden Großstädten kennen die Immobilienpreise seit Jahren nur eine Richtung, nämlich nach oben:

  • Berlin
  • München
  • Düsseldorf
  • Stuttgart
  • Hamburg

Neben den Großstädten gibt es allerdings auch zahlreiche ebenfalls attraktive Städte, bei denen die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Zu nennen sind hier beispielsweise Heidelberg, Tübingen, Freiburg oder Mannheim. Für manche Familien, die gerne ihren Traum vom Eigenheim erfüllen möchten, werden die gestiegenen Immobilienpreise mittlerweile zu einem echten Problem. Zwar ist die Baufinanzierung als solche noch immer günstig, aber dafür müssen eben teilweise mittlere fünfstellige Kaufsummen an Mehrfinanzierung gestemmt werden.

Weiterhin Stabilität bei den Hypothekenzinsen

Dass sich Normalverdiener und Familien mit einem mittleren oder einem teilweise sogar geringeren Einkommen nach wie vor überhaupt noch ein Eigenheim leisten können, liegt an den niedrigen Bauzinsen. Die Hypothekenzinsen sind seit Jahren stabil, sodass die für den Erwerb oder Bau eines Eigenheims notwendige Baufinanzierung zu günstigen Zinsen möglich ist. Je nachdem, für welche Zinsfestschreibungsdauer Sie sich entscheiden, zahlen Sie derzeit im optimalen Fall, insbesondere bei guter Bonität und einer passenden Eigenkapitalquote, die folgenden niedrigen Zinsen:

  • 5 Jahre Festschreibung: ab 0,8 Prozent
  • 10 Jahre Festschreibung: ab 1,2 Prozent
  • 15 Jahre Festschreibung: ab 1,5 Prozent

Natürlich handelt es sich bei den angegebenen Zinssätzen um Prozentsätze, die sowohl eine optimale Bonität als auch eine sehr gute Eigenkapitalquote voraussetzen. In der Praxis kann es daher passieren, dass Sie vielleicht für eine Zinsfestschreibung von zehn Jahren nicht die angegebenen 1,2 Prozent, sondern vielleicht 1,8 Prozent oder darüber hinaus zahlen müssen. Dennoch sind auch Zinssätze von etwa zwei Prozent noch sehr günstig, denn bei einer Finanzierungssumme von beispielsweise 120.000 Euro wurde dies dennoch nur eine Zinsbelastung von monatlich etwa 200 Euro bedeuten.

Waage kippt langsam in Richtung zu teuren Immobilien

Aktuell ist es bei vielen Verbrauchern, die sich ein Eigenheim wünschen und dies realisieren möchten, noch so, dass sich günstigen Bauzinsen und gestiegene Immobilienpreise in etwa die Waage halten. Der Vorteil bei den Hypothekenzinsen wird demzufolge durch die teureren Immobilien ausgeglichen, sodass sich viele Bundesbürger den Kauf eines Eigenheims noch leisten können. Tendenziell ist es allerdings so, dass die Waage immer mehr in Richtung steigende Immobilienpreise ausschlägt. Hinzu kommt eine wichtige Tatsache: Experten rechnen damit, dass das Ende der Niedrigzinsphase bald bevorsteht. Dies bedeutet, dass auch die Hypothekenzinsen wieder steigen würden, was für zahlreiche Menschen, die sich den Traum vom Eigenheim erfüllen möchten, fatale Folgen haben könnte. In dem Fall würden die Gesamtkosten nämlich nicht nur durch gestiegene Immobilienpreise in die Höhe getrieben, sondern ebenfalls wieder durch höhere Kreditzinsen. Bei steigenden Bauzinsen könnte es zukünftig passieren, dass sich tatsächlich wieder deutlich weniger Bundesbürger ein Eigenheim leisten können.

Den Traum vom Eigenheim jetzt schnell realisieren?

Wenn man sich die zuvor erläuterten Gegebenheiten betrachtet, ist es tatsächlich so, dass jetzt noch ein guter Zeitpunkt ist, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Da nämlich sowohl die Immobilienpreise tendenziell voraussichtlich weiter steigen als auch in nicht allzu ferner Zukunft von ebenfalls steigenden Hypothekenzinsen auszugehen ist, wird die finanzielle Belastung für Immobilienkäufer voraussichtlich in zwei Jahren bereits (deutlich) höher als jetzt sein. Andererseits sollten natürlich keine überstürzten Entscheidungen getroffen werden und es ist vor allem wichtig, darauf zu achten, dass die angestrebte Immobilienfinanzierung auf stabilen Beinen steht. Wenn Sie jedoch ohnehin mit dem Gedanken spielen, in absehbarer Zeit eine Immobilie zu erwerben oder ein Eigenheim zu bauen, ist jetzt vermutlich der bessere Zeitpunkt als in zwei oder drei Jahren.



Die passende Immobilienfinanzierung finden

Unabhängig davon, ob Sie in den kommenden Monaten ein Eigenheim erwerben bzw. bauen möchten oder dieses Vorhaben erst in wenigen Jahren stattfindet, ist es von großer Bedeutung, die passende Immobilienfinanzierung zu finden. Trotz der aktuell noch niedrigen Bauzinsen sollten Sie einen Vergleich durchführen, denn bereits geringste Zinsunterschiede können aufgrund der meist hohen Darlehenssummen und der langen Laufzeiten einen erheblichen Unterschied ausmachen, welche Zinsbelastung Sie in der Summe tragen müssen. Möchten Sie beispielsweise den Kaufpreis von 150.000 Euro finanzieren, sparen Sie jährlich bereits 750 Euro an Zinskosten ein, wenn Sie ein um lediglich 0,5 Prozent besseres Angebot beim Zinssatz finden. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, beim Vergleich der Angebote in der Sparte Baufinanzierung noch auf weitere Konditionen zu achten, wie zum Beispiel Zinsfestschreibung, Sondertilgungen, Vorfälligkeitsentschädigung und Bereitstellungszinsen.

Die passende Baufinanzierung muss grundsätzlich nicht aus einem einzigen Darlehen bestehen. Stattdessen ist es häufig sogar empfehlenswert, eine auf mehrere Kreditarten aufgeteilte Immobilienfinanzierung anzustreben. Häufig findet sich in der Praxis die folgende Strukturierung bei einer Immobilienfinanzierung:

  • Annuitätendarlehen (Baukredit)
  • Bauspardarlehen
  • KfW Darlehen

Diese Strukturierung ist natürlich vollkommen variabel und sollte sich daran orientieren, welche Kredite Sie zu welchen Konditionen erhalten. Ein Bauspardarlehen können Sie beispielsweise nur dann in die Immobilienfinanzierung einbinden, wenn Sie zuvor bereits einen Bausparvertrag angespart haben und dieser zuteilungsreif ist. Das KfW Darlehen ist eine Möglichkeit, von staatlicher Förderung zu profitieren, kommt allerdings nicht für jeden Immobilienkäufer oder Bauherren infrage. Wichtig ist, dass Sie sich möglichst umfangreich informieren, um so die ideal passende Baufinanzierung zu finden, mit der Sie Ihren Traum vom Eigenheim realisieren können.

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