Diamanten als Geldanlage: gefährlich oder rentabel?

April 10th, 2018 by geldanlage_de in Allgemein, Depot, Edelmetalle, Geldanlage

Wie Sie auch in unserer Übersicht zu den interessanten Produkten zur Geldanlage entnehmen können, sind die Zinsen für die klassischen Sparanlagen weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Tagesgeld oder Festgeld bringen aktuell kaum noch einen Sparer ins Schwärmen, so dass viele Menschen nach alternativen Anlagemöglichkeiten suchen, um ihr Erspartes zu vermehren. Neben den klassischen Ausweichprodukten wie Edelmetalle in Form von Gold und Silber oder aber Aktien werden Anleger vermehrt auf Diamanten als Geldanlage aufmerksam. Lohnt sich eine Investition in die Edelsteine oder ist der Kauf von Diamanten als Geldanlage gefährlich?

Diamanten sind für Schmuckstücke sehr begehrt, können aber auch als Geldanlage verwendet werden. Bildquelle: me36009 – 736602436 / Shutterstock.com

Abseits von klassischen Sparanlagen investieren Menschen gerne in Sachwerte, um höhere Renditen zu erzielen. Sachwerte haben einige Vorteile, müssen aber auch mit Vorsicht genossen werden. Gold beispielsweise hat seinen Höchststand von 2011 mit beinahe 2000 US-Dollar bzw. mehr als 1300 Euro noch nicht wieder erreichen können. Es bestehen hier also ebenfalls Schwankungen und das Risiko ist auch bei Diamanten gegeben.



Wer aber Geld auf der hohen Kante hat, möchte lieber eine höhere Rendite als die bescheidenen Zinsen auf dem Sparbuch erhalten. Diamanten sind den meisten Menschen allerdings nur als Zierobjekt für Reiche bekannt und es wurde höchstens nach einem Gewinn beim Euro Lotto spielen daran gedacht, sich derlei Edelsteine zuzulegen. Diamanten als Geldanlage können aber auch was taugen, wenn man einige Punkte beachtet.

Preisentwicklung von Diamanten

Die Preise für Diamanten sind im letzten Vierteljahrhundert grundsätzlich gestiegen. Es traten dabei nur geringe Schwankungen durch wirtschaftliche Einflüsse wie durch die Finanzkrisen auf. Bei den Diamanten verhält es sich wie mit anderen Produkten auf einem üblichen Markt: der Preis verändert sich durch Angebot und Nachfrage. Bei den Diamanten besteht indes ein endliches Angebot, dass in den letzten Jahren bereits rückläufig gewesen ist. Der Höchststand der globalen Produktion von Diamanten wurde 2005 mit 177 Mio. Karat erreicht. 2017 waren es Schätzungen zufolge etwa 140 Mio. Karat. Die Nachfrage schwankt dabei etwas, was auch immer von der globalen Wirtschaftsentwicklung abhängt.

Seit der Jahrtausendwende hat sich der Preis für Diamanten verdoppelt. Quelle: ajediam.com; Statista.com

Durch die stetige Verknappung und dem Aufrechterhalten bzw. einer Steigerung der Nachfrage muss logischerweise auch der Preis steigen, weshalb sich Diamanten als Geldanlage lohnen können. Allerdings muss man dabei noch einige andere Punkte beachten:

  • Es gibt keinen zuverlässigen Preisindex für Diamanten
  • Der Wert jedes Diamanten muss einzeln bewertet werden
  • Es gibt keine Garantie, Diamanten zu jedem Zeitpunkt verkaufen zu können
  • Der Kauf von Diamanten ist mehrwertsteuerpflichtig

Wie wird der Wert von Diamanten bestimmt?

Ein großes Problem für Privatanleger stellt die Tatsache dar, dass Diamanten keine allgemeingültigen Preise haben. Die Investition in die Edelsteine als Wertanlage erfordert daher ein hohes Maß an Wissen und Kenntnisse über die Stücke. Bei Diamanten handelt es sich um Einzelstücke, bei denen der Wert von mehreren Faktoren, den sogenannten vier Cs, abhängt:

  1. Carat (Karat): Das Gewicht der Diamanten wird in Karat gemessen. Je größer und schwerer ein Diamant ist, desto teurer ist er natürlich auch.
  2. Clarity (Reinheit): Diamanten weisen einen unterschiedlichen Reinheitsgrad auf. Eine hohe Reinheit geht mit einem hohen Wert einher. Hier sollte man auf einen lupenreinen Diamanten (Kürzel: IF) oder mit winzigen Einschlüssen (VVS I bzw. VVS II) achten.
  3. Cut (Schliff): Diamanten im gängigen Brillantschliff eignen sich am ehesten für die Geldanlage. Oval-, Princess- oder Smaragdschliff sind ebenfalls akzeptabel.
  4. Colour (Farbe): Diamanten können unterschiedliche Farben aufweisen. Dabei sind nur zwei von ihnen für die Geldanlage geeignet: die Farben „Top Wesselton“ und „River“.

Daneben ist es wichtig, dass man über ein Zertifikat verfügt, das die nötigen Informationen über die vier Cs sowie die Größe des Diamanten enthält. Am besten ist die Aufbewahrung des Diamanten in einem Blister.

Wie hier am Beispiel eines Goldbarrens gezeigt, können auch Diamanten in einem Blister mitsamt Zertifikat erstanden werden. Bildquelle: VladKK – 728540545 / Shutterstock.com

Der Wert jedes Diamanten muss somit einzeln festgestellt werden und dabei gibt es trotz Diamantenbörsen keinen Markt, der einem zu jeder Zeit den Diamanten abkauft. Es bleibt somit da Prinzip des Privathandels, bei dem der Investor über genügend Expertise verfügen muss, damit er auch einen gerechten und gerechtfertigten Preis für seinen Diamanten erhält, wenn er ihn verkaufen möchte.



Mehrwertsteuerpflicht beachten

Darüber hinaus werden auf den Kauf von Diamanten anders als bei Gold 19 % Mehrwertsteuer erhoben. Diese müssen über den Anlagezeitraum natürlich ebenfalls durch die Wertsteigerung wieder eingenommen werden, damit sich ein Verkauf der Edelsteine überhaupt lohnt. Diamanten können somit nur als langfristiges Anlageobjekt gesehen werden. Eine kurzfristige Spekulation ist aufgrund der geringen Schwankungen ohnehin nicht sinnvoll.

Neben der indirekten Investition in Diamanten, die mit den oben genannten Schwierigkeiten verbunden ist, können Sie aber auch indirekt an einer positiven Preisentwicklung von Diamanten teilhaben. Dies gelingt beispielsweise über den Erwerb von Aktien von Diamantenminenbetreibern oder Schmuckhändlern, die ebenfalls von steigenden Diamantenpreisen profitieren.

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