Finanzaussichten für 2018: steigt der Leitzins?

Dezember 28th, 2017 by geldanlage_de in Aktien, Allgemein, Börse, Depot, Geldanlage

Die EZB ist für die Leitzinsen in der EURO-Region verantwortlich

Die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt zunehmend für Kritik: Finanzexperten sehen bald eine Anlageblase platzen, die Niedrigzinsen haben in vielen Märkten zu einer regelrechten Überschwemmung mit Kapital gesorgt. Ob der eigentliche Plan der geringen Leitzinsen, nämlich eine höhere Bereitschaft der Kreditvergabe an Unternehmen sowie die Förderung von Investitionen, tatsächlich erfüllt wurde, lässt sich nur schwer bemessen. Die negativen Auswirkungen und möglichen Risiken stehen allerdings vollkommen außer Frage. Fachleute rechnen für das Finanzjahr 2018 mit einer Abkehr von der bisherigen Finanzpolitik. Welche Trends sind darüber hinaus für das kommende Jahr zu erwarten?



Schwierige Geldpolitik: einige Euroländer auf niedrigen Leitzins angewiesen

Der Chef der EZB, Mario Draghi, weiß seine Kritiker genau zu verorten: vor allem aus Deutschland und Italien erntet er Kritik für milliardenschwere Anleihekäufe durch die Zentralbank. Nicht wenige Finanzfachleute gehen davon aus, dass sich daraus eine Blase ergeben könnte, die früher oder später zu platzen drohe – mit unabsehbaren Folgen für den gesamten Kapitalmarkt. Ein weiteres Ärgernis ist der niedrige Leitzins, der allerdings ein ganz anderes Problem aufzeigt: denn einige Euro Länder sind auf die lockere Geldpolitik durchaus angewiesen, darunter vor allem Griechenland, Zypern und Italien. In Deutschland droht die Wirtschaft hingegen zu überhitzen, weshalb eine Anhebung des Zinssatzes eigentlich notwendig wäre. Ohnehin erscheinen die Folgen der Geldpolitik bis jetzt nur halbwegs erträglich, weil auch die Inflation noch moderat ausfällt. Ökonomen haben allerdings errechnet, dass der Leitzins anstelle von 0,0% bei 2,65 % liegen müsste, damit er für die deutsche Wirtschaft ideal ausfiele. Keine idealen Bedingungen also, deutsche Sparer fühlen sich durch die Niedrigzinsen ohnehin bereits schleichend enteignet.

Deutsche Bank: solides Wirtschaftswachstum erwartet

Nicht wenige Experten gehen daher davon aus, dass sich an dieser Geldpolitik im kommenden Jahr etwas ändern könnte. Die guten Wachstumsaussichten für die deutsche Wirtschaft werden dadurch allerdings kaum negativ beeinflusst, Analysten der Deutschen Bank gehen bei ihrer Prognose für 2018 weiterhin von einem starken Wachstum aus. Aufgrund des Optimismus empfehlen sie gar, in Aktien deutscher Unternehmen zu investieren – und von einem erwarteten deutlichen Anstieg des BIP zu profitieren. Dabei ist die Stärke der deutschen Wirtschaft auch im kommenden Jahr nicht ausschließlich der hohen Exportquote geschuldet, auch der Binnenmarkt zeigt sich solide; die Umsätze des Einzelhandels legten deutlich zu.



Sicher ist sicher: Investition in Aktien ratsam

Die Investition in Aktien hätte noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: kommt es nicht zu einer Normalisierung der aktuellen Geldpolitik, sind für festverzinsliche Kapitalmarktprodukte auch keine gesteigerten Renditen zu erwarten. Im Umkehrschluss bedeutet dies für Anleger, dass weiterhin eine Investition in Sachwerte – und dazu gehören auch Aktien – sinnvoll ist. Der Grund: die Wertentwicklung der Aktien ist letztlich an den Unternehmenserfolg gekoppelt, und weniger an die allgemeine Zinsentwicklung auf dem Kapitalmarkt. Einige Experten sprechen im Zusammenhang mit einer Normalisierung der Geldpolitik von einer Illusion – und rechnen mit der nächsten Finanzkrise, bei der eine Absenkung des Leitzinses erneut für eine Stabilisierung der Wirtschaft sorgen soll. Am Ende zeigt sich also: die Investition in Wertpapiere könnte auch 2018 eine empfehlenswerte Anlagestrategie sein.

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