Permanente Niedrigzinsphase: Anleger denken um

Juli 28th, 2017 by geldanlage_de in Aktien, Allgemein, Depot, Festgeld, Geldanlage, Kredit, Tagesgeld

Schon seit einigen Jahren ist die Zinslage am Markt für Anleger enttäuschend, während sich Kreditsuchende über die geringen Zinskosten freuen. Seit geraumer Zeit erkundigen sich allerdings immer mehr Anleger nach Alternativen, die eine bessere Rendite beinhalten. Mittlerweile zeigen Untersuchungen, dass fast die Hälfte der Bundesbürger ihr Sparverhalten inzwischen verändert hat. Grund dafür ist nahezu ausschließlich die Niedrigzinspolitik, denn insbesondere beim Tagesgeld sowie zahlreichen Spareinlagen liegen die Zinssätze inzwischen oft unterhalb von einem Prozent.

Sparbuch und Tagesgeld nicht mehr bei allen Anlegern gefragt

Zu Beginn der Niedrigzinsphase war es oftmals noch so, dass sich Anleger und Sparer dennoch für die gewohnten sicheren Anlageformen entschieden, insbesondere Tagesgeld, Festgeld und Sparkonten. Dabei wurden bis ins vergangene Jahr hinein teilweise sogar Zinsen und somit Renditen von weniger als einem Prozent akzeptiert. Jetzt zeigt ein Trend allerdings, dass es durchaus immer mehr Deutsche sind, die sich zumindest in Teilen mit ihrem Vermögen von Tagesgeld & Co. abwenden. Stattdessen wird häufiger nach Alternativen gesucht, zu denen vor allem Fonds, Aktien aber auch bestimmte Sachwertanlagen gehören.

Deutsche verändern ihr Sparverhalten

Eine aktuelle Umfrage, die von einem Meinungsforschungsinstitut durchgeführt wurde, kommt jetzt zu der Erkenntnis, dass fast die Hälfte aller Bundesbürger ihr Sparvarianten bereits geändert hat. So zeigt die Untersuchung, dass fast jeder Vierte (24 Prozent) mehr Kapital in Aktien oder auch Fonds investiert, als es noch vor Jahren der Fall war. Eine andere Reaktion auf die niedrigen Zinsen besteht zudem darin, vermehrt zu konsumieren, also weniger zu sparen. Auffallend ist, dass es zum Teil deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, was deren verändertes Verhalten angeht.

So entscheiden sich beispielsweise über 35 Prozent der Männer in naher Zukunft für klassische Fonds oder ETFs, während es bei den Frauen nur knapp über 20 Prozent sind, die sich für diese Alternative entscheiden wollen. Eine andere Gewichtung zeigt sich, wenn es darum geht, wie groß das Vertrauen zum Anlage- oder Bankberater ist. Hier sind es noch fast die Hälfte der weiblichen Anleger, die sich auf Ihren Bankberater verlassen. Bei Männern liegt die Quote hingegen nur noch bei rund 40 Prozent.

Welche Anlagealternativen gibt es derzeit am Markt?

Wenn es darum geht, eine Alternative zur niedrig verzinslichen Spareinlagen, Festgeldern und Tagesgeldern sowie Anleihen mit einem geringen Zinssatz zu finden, gibt es am Markt durchaus zahlreiche Alternativen. Zu nennen sind hier beispielsweise einige Sachwertanlagen, wie zum Beispiel:

  • Immobilien
  • Edelmetalle (vor allem Gold)
  • Aktien
  • nachhaltige Geldanlagen

Nun ist natürlich nicht jede Alternative auch für jeden Sparer bzw. Anleger geeignet, was ein mögliches Investment in Immobilien verdeutlicht. Hier gibt es allerdings meistens Ausweichmöglichkeiten, wie zum Beispiel Immobilien-Aktien oder offene bzw. geschlossene Immobilienfonds. Wer also nicht selbst eine Immobilie für 150.000 Euro oder mehr Geld kaufen möchte, der kann beispielsweise auf offene Immobilienfonds zurückgreifen. Hier sind Investments bereits ab unter 100 Euro pro Monat möglich und es können sogar regelmäßige Sparpläne genutzt werden.

Aber auch andere Sachwertanlagen und vor allem nachhaltige Investments bieten heutzutage die Chance, durchschnittliche Renditen zwischen drei und acht Prozent zu erhalten. Allerdings ist es wichtig, dass sich Anleger in dem Zusammenhang genau das jeweilige Anlagerisiko betrachten. Dieses ist für gewöhnlich umso höher, desto größer die versprochene Rendite ist. Daher heißt es insbesondere bei alternativen Geldanlagen, sich genau zu informieren und bei Bedarf einen kompetenten Anlage- oder Bankberater zu fragen.

Was spricht für Aktien und Fonds?

Nicht wenige Experten sind der Auffassung, dass insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase vor allem Aktien und Fonds die optimale Alternative zu niedrig verzinslichen Anlageformen darstellen. Aktien sind insbesondere solchen Kunden zu empfehlen, die sich gerne selbst um ihre Geldanlage kümmern und vielleicht noch Spaß daran haben, hier eine gezielte Selektion der infrage kommenden Aktiengesellschaften vorzunehmen. Mittlerweile müssen es nicht mindestens mehrere Tausend Euro sein, um in Aktien zu investieren. Einige Banken und Broker bieten nämlich mittlerweile auch Aktiensparpläne an, sodass sogar mit regelmäßigen Einzahlungen von eventuell nur 50 oder 100 Euro pro Monat von den Vorteilen eines Aktieninvestments profitiert werden kann.

Für Anleger, die auf eine Risikostreuung großen Wert legen, sind neben den Aktien vor allem Investmentfonds und im Speziellen ETFs noch besser geeignet. Klassische Fonds beinhalten zwar eine gute Risikostreuung, haben aber im direkten Vergleich mit ETFs oft den Nachteil, dass sie für den Anleger relativ kostspielig sind. Nicht selten fallen dann jährliche Gebühren in Höhe von zwei oder mehr Prozent an. Bei ETFs liegt die Gesamtkostenquote hingegen selten oberhalb von 0,8 Prozent, wobei eine durchschnittlich häufig bessere Performance als es bei aktiv gemanagten Fonds zu verzeichnen gibt, noch obendrauf kommt.

Wie sollten Anleger sich verhalten?

In der aktuellen Niedrigzinsphase haben bereits zahlreiche Anleger ihr Verhalten geändert, was die Anlage ihres Kapitals betrifft. Nach wie vor ist es allerdings wichtig, sehr sichere Anlageformen wie Tagesgeld und Festgeld nicht gänzlich zu vernachlässigen. Experten empfehlen vor allem eine breite Risikostreuung, sodass beispielsweise bei einem Gesamtvermögen von 50.000 Euro die folgende Streuung eine Variante darstellt:

  • Festgeld: 10.000 Euro
  • Anleihen (gute Bonität): 10.000 Euro
  • Investmentfonds (inklusive ETFs): 10.000 Euro
  • Aktien: 10.000 Euro
  • Sachwertanlage, zum Beispiel Edelmetalle: 10.000 Euro

Dieses Portfolio ist selbstverständlich nur ein Beispiel, sodass Anleger individuell selbst entscheiden können, wie sie ihre Kapitalaufteilung vornehmen. Ein Tipp lautet allerdings, den sicheren Anteil, der meistens aus Tagesgeld, Festgeld oder Spareinlagen besteht, deutlich zu reduzieren. Wie bereits erwähnt, profitieren Kreditnehmer enorm von der Niedrigzinsphase. Fast nie was günstiger, einen Ratenkredit aufzunehmen. Auch Baukredite sind aktuelle deutlich günstiger als noch vor 5-10 Jahren. Quelle: http://www.privatkreditvergleichen.com/

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