Sparer profitieren trotz Niedrigzinsen von geringer Inflationsrate

März 12th, 2018 by geldanlage_de in Aktien, Allgemein, Börse, Geldanlage

Sparer haben keine guten Jahre hinter sich. Die niedrigen Zinsen haben das Sparen wenig attraktiv gemacht, hinzu kam eine deutlich gestiegene Inflationsrate. Immerhin die Inflation hat spürbar nachgelassen, weshalb Sparern mehr von ihrem Geld bleibt. Mit konventionellen Anlagemethoden lassen sich momentan zwar keine positiven Renditen erwirtschaften, aber immerhin die Inflation kann fast vollständig ausgeglichen werden.

Je höher die Inflationsrate, desto niedriger ist die Rendite der Sparer. Deshalb sollte der Zinssatz möglichst immer über der Inflationsrate liegen. Bildquelle: Monster Ztudio – 690887317 / Shutterstock.com

Nachdem die Inflationsrate vor genau einem Jahr mit etwa 2,2 Prozent einen Höchststand seit langer Zeit erreicht hat, ist sie in den vergangenen Monaten sukzessive gesunken. Im vergangenen Monat lag sie nur noch bei 1,4 Prozent. Darüber freuen sich nicht nur die Verbraucher, die keine allzu großen Preissteigerungen fürchten müssen, sondern vor allem auch die Sparer.

Deutschlands Sparer waren in den vergangenen Jahren ohnehin schon stark gebeutelt. Die anhaltende Niedrigzinsphase sorgt nach wie vor dafür, dass sich sparen kaum lohnt. Das beste Tagesgeldkonto  bietet derzeit nur ein Prozent Zinsen. Wer sein Geld auf dem Girokonto oder dem Sparbuch parkt, bekommt so gut wie gar nichts. Anleihen haben zum Teil sogar Negativzinsen. Wer über frei verfügbares Geld verfügt, etwa durch einen Gewinn im Karamba Casino oder durch ein Erbe, hat momentan deshalb wenig lukrative Auswahl.



Geldentwertung durch Inflation berücksichtigen

Niedrige Zinsen und eine hohe Inflationsrate sind für Sparer gleich doppelt hart. Denn sie gibt bekanntermaßen an, wie sich das Preisniveau in einem Land entwickelt. Je höher die Inflationsrate, desto stärker steigen die Preise. Bei einer hohen Inflationsrate bekommen Verbraucher folglich weniger Waren oder Dienstleistungen für den gleichen Geldbetrag. Deshalb wird auch von Geldentwertung gesprochen.

Inflationsrate in Deutschland

von Februar 2017 bis Februar 2018

MonatVeränderung ggü. Vorjahresmonat
Februar 20172,2 Prozent
März 20171,6 Prozent
April 20172,0 Prozent
Mai 20171,5 Prozent
Juni 20171,6 Prozent
Juli 20171,7 Prozent
August 20171,8 Prozent
September 20171,8 Prozent
Oktober 20171,6 Prozent
November 20171,8 Prozent
Dezember 20171,7 Prozent
Januar 20181,6 Prozent
Februar 20181,4 Prozent

Quelle: Statista/Statistisches Bundesamt

Kluge Sparer berücksichtigen die Inflationsrate deshalb immer bei ihren Anlagen, auch wenn sie diesen Wert nicht beeinflussen können. Denn selbstverständlich wird durch die Inflation auch das Geld auf dem Sparkonto entwertet. Wer mit einer Anlage also tatsächlich Rendite erwirtschaften will, der muss stets darauf achten, dass der Zinssatz über der Inflationsrate liegt. Denn wer den Guthabenzins um diesen bereinigt, erhält die wahre Rendite.

Niedrige Inflationsrate lässt sich mit guten Zinsen ausgleichen

Das ist leichter gesagt als getan. Im Moment ist das Zinsniveau so niedrig, dass sich mit risikoarmen Anlagen wie dem Tages- oder Festgeld keine positive Rendite erzielen lässt. Trotzdem macht Sparen auch jetzt Sinn. Wer sein Geld auf einem Tagesgeldkonto mit 1,0 Prozent Zinsen anlegt, kann einen Großteil der Inflation ausgleichen und sein Vermögen auf diese Weise zumindest größtenteils vor der Entwertung retten. Während das Geld auf dem Girokonto um 1,4 Prozent weniger wird, sind es auf dem Tagesgeldkonto mit einem Prozent Zinsen lediglich 0,4 Prozent Verlust.



Auch wenn die Zinswende absehbar ist und vorerst mit keiner ungewöhnlichen Steigerung der Inflationsrate gerechnet werden muss, sollten Sparer nicht auf bessere Zinsen warten. Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins niedrig und Mario Draghi hat erst kürzlich bekanntgegeben, dass die Zinsen in Europa noch sehr lange sehr niedrig bleiben werden.

Sparer können sich so schnell also keine Hoffnung auf bessere Zinsen machen und sollten die Inflation deshalb umso mehr im Auge behalten. Während steigende Zinsen auf Kreditkunden sofort umgelegt werden, lassen sich die Banken bei Sparern meist mehrere Monate Zeit. Der Grund ist simpel: Mit Kreditzinsen verdienen sie ihr Geld. Sparzinsen jedoch müssen sie bezahlen. Entsprechend lange lassen sie sich für die Zinsanpassung Zeit. Selbst wenn die Zinsen sofort rapide steigen, gilt für Sparer deshalb immer eine mehrmonatige Übergangszeit.

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