Stellen binäre Optionen eine lukrative Geldanlage dar?

August 23rd, 2016 by geldanlage_de in Aktien, Allgemein, Börse, Depot

Anleger suchen nach einer Anlageform mit hoher Rendite bei gleichzeitig niedrigem Risiko. Jedoch sind die Zinsen für sichere Geldanlagen wie Tages- oder Festgeldkonten auf einem sehr niedrigen Stand, so dass höhere Risiken lukrativer sein können. Für spekulativ orientierte Investoren stellen binäre Optionen eine interessante Form der Kapitalanlage dar. Doch was sind binäre Optionen eigentlich und wo liegen die Vorteile?

Münzen vor Call- und Put-Symbolen

Anleger setzen mit binären Optionen auf einen Kursanstieg oder -fall. Trifft das vorher definierte Ereignis ein, winkt eine ordentliche Rendite. Bildquelle: kiepauto – 222254932 / Shutterstock.com

Wie läuft der Handel mit binären Optionen ab?

Die binären Optionen, auch als digitale Optionen, „all-or-nothing options“ oder an der US-amerikanischen Börse als „fixed return options“ (FROs) bekannt, sind ein recht junges Finanzderivat. Erst seit dem Jahr 2008 wird mit binären Optionen gehandelt. Gleichwohl wird der Handel mit binären Optionen immer beliebter und zunehmend steigen auch mehr Privatanleger ein. Denn der Prozessablauf ist selbst für Börsenlaien leicht zu verstehen.

Trotz dessen ist es Anfängern nicht zu empfehlen, sich ohne Vorwissen im Handel mit binären Optionen zu versuchen, da man sonst leicht Geld verbrennt. Die Wette auf einen Kursanstieg oder -fall wird dadurch bestenfalls zu einer 50/50-Chance und da die Rendite bei klassischen binären Optionen grundsätzlich unter 100 Prozent liegt, gewinnt am Ende nur der Broker.

Vorteile von binären Optionen

Anleger ohne Fachkenntnisse bzw. ohne Basiswissen geben dann häufig den Brokern die Schuld für ihre Verluste. Betrügerische Anbieter gibt es zwar überall dort, wo Geld im Spiel ist, Betrugstest.com zeigt aber, dass es durchaus seriöse Broker für binäre Optionen gibt. Anfänger sollten sich ohnehin am besten über ein Demokonto, welches von den meisten Brokern angeboten wird, mit dem Einsatz von „Spielgeld“ mit der Materie vertraut machen. Dennoch bieten binäre Optionen einige Vorteile, weshalb sie in der Gunst der Anleger weiterhin steigen:

  • Gewinn bei steigenden und fallenden Kursen möglich
  • Sehr kurzfristige bis hin zu langfristigen Laufzeiten
  • Hohe Rendite
  • Mit geringem Kapitaleinsatz handelbar
  • Zahlreiche verschiedene Basiswerte handelbar (Aktien, Rohstoffe, Indizes etc.)
  • Leicht zu verstehen
  • Keine Nachschusspflicht

Beim Handel mit binären Optionen wird nicht, wie z.B. bei Aktien, mit dem Basiswert (Underlying) gehandelt, sondern auf die Kursentwicklung eines Assets (Finanzprodukt) gewettet. Als Basiswert für die binäre Option dient der Kurs des Assets, auf das die Option abgeschlossen wird. Der Anleger hat, wie der Name binär impliziert, zwei Möglichkeiten, die Kursentwicklung zu definieren:

  • Geht der Investor von einem steigenden Kurs aus, kauft er eine Call-Option.
  • Ist hingegen mit einem fallenden Kurs zu rechnen, wird eine Put-Option gekauft.

Daher wird der Handel mit binären Optionen auch als Call/Put- bzw. Up/Down-Handel bezeichnet.  So kann bei diesem Finanzinstrument in beide Marktrichtungen gehandelt werden, was bei Aktien und ähnlichen Kapitalanlagen nicht möglich ist.

Die Laufzeiten der binären Optionen können unterschiedlich lang sein. Broker bieten Optionen mit einer Laufzeit von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Monaten an. Somit ist es für Anleger möglich, kurzfristige oder auch langfristige Spekulationen abzugeben.

Nach Ablauf der Option ist klar, ob man mit seiner „Wette“ auf die korrekte Kursrichtung getippt hat. Hier werden der Start- und der Abschlusskurs des Assets betrachtet. Die zwischenzeitliche Kursentwicklung ist dabei irrelevant.

Wurde die Kursrichtung zutreffend bestimmt, befindet sich die Option am Ende der Laufzeit „im Geld“ und man erhält eine großzügige Rendite auf seinen Einsatz. Liegt man allerdings falsch, geht der investierte Betrag meistens verloren.

Risiken beim Handel mit binären Optionen

Einige Broker bieten allerdings eine Verlustabsicherung an, durch die bei einer Fehlspekulation der Händler von seinem Broker einen Anteil seines eingesetzten Betrages zurückerhält. Diese Absicherung variiert von Broker zu Broker, so dass sich hier ein Vergleich der Anbieter lohnt. Die Verlustabsicherung kann von 5 bis 60 Prozent reichen, wirkt sich aber meist negativ auf die garantierte Rendite im Erfolgsfall aus.

Das Risiko kann durch die Handelssummen ebenfalls in Grenzen gehalten werden. Im Vergleich zu Aktien oder anderen Optionsscheinen können geringere Investitionssummen gewählt werden. Je nach Broker werden unterschiedliche Mindesthandelssummen verlangt, die meist zwischen einem und 25 Euro liegen. Darüber hinaus sind allerdings keine Grenzen gesetzt und risikofreudige Investoren können deutlich mehr Geld anlegen.

Somit bietet dieses Finanzinstrument auch für Anleger, die keine Spezialisten sind, hohe Renditechancen bei kalkulierbarem Risiko, da keine Hebelwirkung beim Handel mit binären Optionen entsteht, sondern Festbeträge eingesetzt werden. Eine Nachschusspflicht besteht somit ebenfalls nicht.

Nachteile von binären Optionen

Selbstverständlich sind Optionen des „All-or-nothing“-Prinzips nicht frei von Nachteilen. Es handelt sich um hochspekulative Finanzderivate, bei denen sich vor allem Laien häufig überschätzen. Das Risiko, dass der Händler sein gesamtes Kapital verliert, ist bei Wetten auf die Kursentwicklung sehr hoch. Außer der eventuell bereitgestellten Verlustabsicherung des Brokers gibt es bei Nichteintreffen des definierten Ausgangs keinen Teilbetrag zurück wie z.B. bei gesunkenen Kursen einer Aktie.

Darüber hinaus ist es bei anderen Finanzprodukten möglich, den Gewinn durch Schließen der Position zu erhöhen. Durch die vorgegebene Laufzeit bei binären Optionen entfällt dieser Umstand. In welchem Ausmaß der Kurs des Assets steigt oder fällt, spielt hier keine Rolle und hat keinen Einfluss auf die Höhe des Gewinns. Alternative Investitionen, die nicht in ihrem Gewinn begrenzt sind, könnten in solchen Fällen demnach die bessere Wahl darstellen.

Fazit

Binäre Optionen stellen also eine lukrative Investition – mit den ihr eigenen Vor- und Nachteilen – dar. Es handelt sich aber um eine hochspekulative Anlage und kann einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals nach sich ziehen, was dem Trader bewusst sein sollte.

Großzügige Renditen entschädigen allerdings für das Risiko. Die Mindesthandelssumme fängt bei einigen Brokern bereits bei einem Euro an, so dass sich die Risiken von Anfängern dementsprechend minimieren lassen.

Um in den Handel mit binären Optionen einzusteigen, bedarf es keiner großen Umstände. Die technischen Anforderungen beschränken sich auf die Verfügbarkeit eines internetfähigen Computers oder eines anderen Endgeräts. Bis auf den Umgang mit der Handelssoftware, die vom Broker gestellt wird, sind keine weiteren Kenntnisse vonnöten.

Somit kann so gut wie jeder das Trading mit binären Optionen in wenigen Minuten beginnen, allerdings sollte man wie bei jeder spekulativen Geldanlage kein Geld verwenden, welches man zum Leben braucht.

Bildquelle: kiepauto – 222254932 / Shutterstock.com

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