Versorgungslücke in der Pflege möglichst schnell schließen

Januar 20th, 2016 by geldanlage_de in Allgemein, Versicherungen

Auch in 2016 wird es nach Ansicht der weitaus meisten Experten so sein, dass die Kosten im Pflegebereich weiter zunehmen. Zwar existiert mit der gesetzlichen Pflegeversicherung eine Absicherung im Pflegefall, jedoch kann diese bestenfalls als eine Art von Teilkaskoversicherung gelten. Der wesentliche Grund besteht darin, dass die gesetzliche Pflegeversicherung insbesondere bei höheren Pflegestufen bei Weitem nicht alle Kosten trägt, die in der Praxis anfallen. Daher ist es für Verbraucher schon in möglichst jungen Jahren wichtig, die vorhandene Versorgungslücke im Bereich der Pflegeversicherung durch eine private Zusatzversicherung möglichst komplett zu schließen.

Pflegeversicherung in drei Varianten

Die private Pflegeversicherung wird mittlerweile schon seit vielen Jahren angeboten, wobei es je nach Versicherungsgesellschaft in aller Regel drei unterschiedliche Varianten sind, die zur Verfügung gestellt werden. Dabei handelt es sich um:

• Pflegekostenversicherung
• Pflegetagegeldversicherung
• Pflegerentenversicherung

Bei der Pflegekostenversicherung ist es so, dass diese einen Teil der anfallenden Pflegekosten übernimmt, allerdings muss in dem Fall jeweils eine Abrechnung der tatsächlich angefallenen Pflegekosten erfolgen. In erster Linie handelt es sich also um Sachkosten, die von der Versicherung abgedeckt werden. Die Pflegekostenversicherung ist heutzutage in der Praxis allerdings kaum noch von Bedeutung.

Stattdessen sind es insbesondere die Pflegetagegeldversicherung und die Pflegerentenversicherung, die als private Pflegezusatzversicherungen immer häufiger genutzt werden. Bei der Pflegetagegeldversicherung ist es so, dass hier im Falle der Pflegebedürftigkeit ein bestimmter Betrag pro Tag gezahlt wird. Die Höhe der Leistung richtet sich normalerweise ausschließlich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit, wobei der Vorteil für den Versicherungsnehmer darin besteht, dass er das erhaltene Pflegetagegeld frei verwenden kann. Bei der Pflegerentenversicherung als Sonderfall ist es demgegenüber so, dass eine monatliche Pflegerente gezahlt wird, sobald der Versicherte als pflegebedürftig eingestuft wird. Auch hier besteht der Vorteil darin, dass über diese Rentenleistungen frei verfügt werden kann.

Pflege-Bahr als staatliche Unterstützung nutzen

Nicht nur in Form der Riester-Rente gibt es mittlerweile eine staatliche Förderung im Bereich der Vorsorge, sondern das sogenannte Pflege-Bahr existiert seit mittlerweile knapp drei Jahren. Hier ist es der Abschluss einer privaten Pflege-Zusatzversicherung, die durch den Staat mit monatlich fünf Euro gefördert wird. Unter der Voraussetzung, dass der Verbraucher selbst mindestens zehn Euro monatlich in die private Pflegezusatzversicherung einzahlt, kann er diesen Betrag erhalten. Eine weitere Voraussetzung besteht allerdings darin, dass die private Zusatzversicherung eine Pflegetagegeldversicherung ist. Die Pflegekostenversicherung wird hingegen durch das Pflege-Bahr nicht gefördert.

Pflegebedürftigkeit muss nachgewiesen werden

Unabhängig davon, ob Verbraucher eine Leistung aus der gesetzlichen Pflegeversicherung oder aus einer privaten Pflegezusatzversicherung erhalten möchten, ist es zwingend notwendig, die vorhandene Pflegebedürftigkeit nachzuweisen. Normalerweise führt der medizinische Dienst der Krankenkassen eine Gesundheitsprüfung durch, die letztendlich zum Ergebnis hat, ob eine Pflegebedürftigkeit vorhanden ist und welcher Grad der Pflegebedürftigkeit vorliegt. Dementsprechend wird der Betroffene dann in eine der drei Pflegestufen eingruppiert. Diese Eingruppierung ist auch für die Leistung aus der einer privaten Pflegezusatzversicherung wichtig, denn meistens ist beispielsweise die Höhe des Pflegetagegeldes eben an die entsprechende Pflegestufe gekoppelt. Ab 2017 wird es eine neue Einteilung der Pflegestufen geben, denn dann wird in Grad 1 bis Grad 5 unterteilt, wobei dabei auch Pflegestufen mit oder ohne Demenz berücksichtigt werden.

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