Weiterhin niedrige Zinsen auf Tagesgeld

November 26th, 2015 by rubenw in Tagesgeld

tagesgeldzinsenLaut der Europäischen Zentralbank könnte die Geldpolitik in Zukunft noch weiter gelockert werden. Die Zinsen für Tagesgeldkonten sind so niedrig wie noch nie zuvor, jedoch auch noch nicht im negativen Bereich. Und: so unglaubwürdig wie das vielleicht klingen mag, doch in einigen Ländern, wie der Schweiz, sind Negativzinsen bereits an der Tagesordnung.

Derzeit sinken die Zinsen für Tagesgeldkonten stetig weiter. Nach Angaben der FMH-Finanzberatung in Frankfurt sind die Durchschnittszinsen auf Tagesgeldkonten in Deutschland in den letzten zwölf Monaten weiterhin zurückgegangen. Von ehemalig 0,56 Prozent befinden sie sich derzeit bei 0,37 Prozent, was einen Rückgang von etwa 0,2 Prozentpunkten bedeutet. Die Tendenz: Weiter sinkend…

Die Folgen der niedrigen Tagesgeldzinsen

Laut der FMH reicht die Spanne der gezahlten Zinsen für Tagesgeldkunden mittlerweile von 1,25 Prozent bis herunter zu 0,01 Prozent. In einzelnen Fällen sind es auch 0 Prozent. Deutschlands Banken werden ganz offenbar vorsichtiger: Immer weniger Banken zahlen Ihren Kunden überhaupt noch nennenswerte Zinsen auf das Tagesgeld.
Dies geschieht aus dem einfachen Grund, dass die Banken nicht wissen wie sie mit den übermäßig zuströmenden Einlagen umgehen sollen. Mit anderen Worten: Sie benötigen das Geld nicht.

Für Geld, welches Kreditinstitute bei der EZB deponieren, müssen die Banken selbst einen negativen Zinssatz zahlen. Dieser beträgt derzeit rund 0,2 Prozent. Mario Draghi, Präsident der EZB, deutete bereits an, dass es Diskussionen darüber gebe, dass der Einlagenzinssatz noch weiter in den negativen Bereich geht. Dies allerdings würde die Lage für die Tagesgeld-Banken noch weiter verschärfen.

Bislang konnten noch keine negativen Zinsen in der deutschen Tagesgeldtabelle verzeichnet werden. Außer einer Ausnahme: Die Deutsche Skatbank, im thüringischen Altenburg ansässig, hat für Ihre Privatkunden einen negativen Tagesgeldzinssatz festgelegt. Dieser liegt bei minus 0,25 Prozent. Ab einer Einlage von 500.000 Euro wird er fällig. Einlagen die kleiner sind werden von der Skatbank mit einem positiven Zins in Höhe von 0,1 Prozent verrechnet. Die Mindestanlage beträgt hier 5.000 Euro. Ist die Gesamteinlage kleiner als 5.000 Euro , bekommt der Kunde 0 Prozent Zinsen.

Die kleine „Alternative Bank“, ansässig in der Schweiz, kündigte unlängst an, dass sie zum 1. Januar negative Zinsen in Höhe von 0,125 Prozent auf das so genannte Alltagskonto der Privatkunden berechnen wird. Für Einlagen, die über 100.000 Franken hinaus gehen, sollen negative Zinsen in Höhe von 0,75 Prozent berechnet werden.
Das deutsche Gegenstück zur Alternative Bank, die GLS Bank, ließ auf Anfrage verlauten, dass keine negativen Zinsen für Privatkunden geplant seien. Auf ähnliche Weise hatten auch andere in der Schweiz ansässige Banken, unter anderem die UBS und die Credit Suisse, auf die Frage geantwortet.

Volkswagen-Bank aktuell an der Spitze

In unserem Tagesgeld Vergleich bildet die Spitze der deutschen Banken die VW Bank mit einem Zinssatz in Höhe von 1,25 Prozent. Als einzige Bank hatte sie vor einigen Wochen die Tagesgeldzinsen drastisch angehoben. Der Grund für diese Erhöhung sei das Jubiläum des Volkswagen Konzerns: Seit mittlerweile 25 Jahren sei der Konzern nun im Direktbankgeschäft tätig. Als Marketingaktion sollte der Zinssatz die Ziffern „25“ enthalten. Im Konkurrentenkreis wurde jedoch spekuliert, ob sich der Konzern im Zuge des Abgas-Skandals durch die höheren Zinsen absichern wolle, um weiterhin die persönliche Liquidität zu garantieren. Dieser vergleichsweise hohe Zinssatz ist jedoch auf 4 Monate befristet. Im Zuge dieser Maßnahme erhob auch die zum Konzern zugehörige Audi-Bank die Zinsen in ähnlicher Höhe an.

Auch bei anderen Anbietern bekommt man derzeit noch vergleichsweise hohe Zinsen: Die „net-m Privatbank 1891“ wirbt ebenfalls mit 1,25 Prozent aufs Tagesgeld. Der Nachteil hierbei ist, dass das Angebot nur bis 100.000 Euro Einlage und bis 28.02.2016 gültig ist. Im Anschluss an diese Zeit gelten dann die dann gültigen Zinsen, von derzeit 0,55 Prozent.

Wer sein Geld der polnischen FIMBank anvertrauen möchte, wird sogar mit 1,40 Prozent belohnt.

Max Herbst, Chef der FMH-Finanzberatung, sagte unmittelbar auf die Andeutung des EZB-Präsidenten Mario Draghi wonach die derzeit herrschende Geldpolitik eventuell weiterhin gelockert werden solle: „Wenn die EZB überlegt, bei den Zinsen nachzulegen, können die Banken nicht so schnell reagieren. Eine weitere Senkung der sowieso schon sehr tiefen Zinsen hätte keinerlei Wirkung mehr“.
Laut Herbst mache es keinen großen Unterschied ob man nun 0,5 oder 0,4 Prozent Zinsen auf das Tagesgeld bekommen würde.

Tipp:
Für diejenigen, die bereit sind, das Kapital für eine gewisse Zeit fest anzulegen, im Notfall jedoch trotzdem darüber verfügen möchte, sind Anleihen oder festverzinsliche Wertpapiere womöglich eine interessante Alternative.

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