Geldanlage

Geldanlage – Welche ist die richtige für mich ?

In Zeiten niedriger Zinsen und maroder Staatshaushalte kommt der eigenverantwortlichen Verwaltung und Mehrung des persönlichen Kapitals eine zunehmend wichtigere Bedeutung zu. Um dieser Aufgabe in angemessener Weise gerecht werden zu können müssen Privatanleger nicht notwendigerweise über ein fundiertes Wissen im Bereich der Finanzen und Geldanlage verfügen. Wer sich ein paar einfache Regeln zu Herzen nimmt und vergleichsweise rational an die Sache herangeht wird mit Sicherheit eine auf lange Sicht höhere Rendite als am Geldmarkt erwirtschaften können.

Die wichtigste Regel wird durch die folgende alte Börsenweisheit beschrieben: Lege niemals alle Eier in einen Korb! Hinter dieser Aussage steckt das Fundament der modernen Portfoliotheorie, nämlich der Diversifikationseffekt. Dieser bewirkt, dass das erwartete Risiko eines Portfolios gesenkt werden kann ohne dabei die erwartete Rendite gleichzeitig senken zu müssen. Dieses Phänomen hängt damit zusammen, dass sich verschiedene Vermögensklassen mehr oder weniger unabhängig voneinander entwickeln. Eine besonders schlechte Performance einer Vermögensklasse wird somit zumindest teilweise durch die gute Performance einer anderen Vermögensklasse ausgeglichen. Zu den typischen Geldanlagen, die in einem gut diversifizierten Portfolio vertreten sein sollten, zählen bspw. Aktien, Fonds, Anleihen, Rohstoffe sowie Tages- und Festgeld, wobei die Gewichtung unter Berücksichtigung des persönlichen Risikoprofils des Anlegers erfolgen sollte.

Zu den konservativsten Geldanlagen zählen Tages- und Festgelder. Beiden gemeinsam ist die Absicherung durch den staatlichen Einlagensicherungsfonds bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Konto. Kann das Geldinstitut aus welchem Grund auch immer die die Einlagen seiner Kunden nicht mehr auszahlen springt der staatliche Einlagensicherungsfonds ein. Dies stellt die gesetzliche Einlagensicherung dar. Neben dem staatlichen sind die meisten Geldinstitute in Deutschland darüber hinaus auch an mindestens einem privaten Einlagensicherungsfonds angeschlossen, so dass die Haftungsgrenze höher als 1 Milliarde Euro liegen kann.
Abgesehen vom Aspekt der Sicherheit weist Tagesgeld noch im Gegensatz zum Festgeld den Vorteil der ständigen Verfügbarkeit der Einlagen in voller Höhe auf. Zudem sind Anlagen in den meisten Fällen bereits ab einem Euro möglich, wohingegen die meisten Anbieter von Festgeld einen gewissen Mindestbetrag veranschlagen. Im Gegenzug sind die Zinsen für Festgeld über die Laufzeit in ihrer Höhe fix, was die Planungssicherheit deutlich erhöht. Die Zinsen für Tagesgeld können hingegen täglich vom jeweiligen Geldinstitut ohne vorherige Ankündigung verändert werden.

Staatsanleihen der EU-Mitgliedsstaaten stellen eine weitere vergleichsweise konservative Geldanlage dar, die in keinem ausgewogenen Portfolio fehlen sollte. Unternehmensanleihen von soliden Firmen weisen meist einen leicht höheren Risikograd als viele Staatsanleihen auf, weswegen die Verzinsung (Kupon) entsprechend höher ausfällt. Anleger, welche Anleihen bis zum Ende der Laufzeit halten bekommen neben den regelmäßigen Zinszahlungen, am Ende der Laufzeit den Nominalwert von 100 % zurückgezahlt.

Fonds stellen eine weitere wichtige Vermögensklasse für Geldanlagen dar, die nicht nur für verhältnismäßig unerfahrene Anleger geeignet ist, sondern auch für erfahrene Anleger, die entweder ein vergleichsweise kleines Portfolio entsprechend diversifizieren möchten oder die bspw. in für sie intransparente aber womöglich vielversprechende Regionen oder Länder wie etwa die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) investieren möchten. Jeder Fonds wird von einem professionellen Team gemanagt, welches das Fondsvermögen in vorher definierte Assets wie bspw. Aktien einer bestimmten Branche oder Region, Immobilien oder Anleihen investiert. Im Gegenzug behält die Fondsgesellschaft verschiedene Gebühren ein, um das Team und die Verwaltung der Assets zu finanzieren. Aus diesem Grund schaffen es fast 80 % der Fondsmanager nicht ihre Benchmark zu schlagen. Eine mögliche Lösung um sich vor Fehlentscheidungen von Fondsmanagern zu schützen ist die Anlage in Exchange Traded Funds, sog. ETF. Dies sind Fonds die exakt einen Aktienindex nachbilden. Investiert man beispielsweise in einen DAX-ETF, wir sich diese Investition nahezu identisch zum DAX entwickeln. Nahezu identisch, weil auch hier eine sehr geringe Gebühr vom Fondsanbieter erhoben wird. Diese Gebühr liegt jedoch meist zwischen 0,15% und 0,5% pro Jahr.

Wer lieber direkt in einzelne Unternehmen investieren möchte, kann dies ganz einfach über die Börsenplätze in Deutschland und – je nach Broker – im Ausland tun. Allerdings setzt eine nachhaltige erfolgreiche Geldanlage mit Aktien eine gewisse Kenntnis vom Finanzmarkt und der Analyse von Unternehmen voraus. Diese Kenntnisse lassen sich jedoch vergleichsweise einfach mit einschlägiger Fachliteratur und durch Nutzung bzw. Teilnahme an webbasierten Diskussionsforen aneignen.

Als Beimischung (maximal 5 % bis 20 %) haben sich Rohstoffe als ideale Formen der Geldanlage bzw. Vermögenswerte etabliert, da ihre Preise zumindest in der Vergangenheit je nach Rohstoffart teilweise gering mit den Aktienmärtkten korreliert sind. Als physische Investments eignen sich hierbei jedoch nur Silber und Gold. Wer zusätzliche in andere Rohstoffe investieren möchte kann dies bspw. durch den Kauf von Rohstoff-ETF. Hierbei handelt es sich um börsennotierte Fonds, die ihr Fondsvermögen bspw. ausschließlich in physische Rohstoffe anlegen.

Devisen und CFDs als Form der Geldanlage

Immer mehr Trader handeln an den Börsen mit Devisen und Indizes, jedoch mit einigen Besonderheiten. Wer den DAX in seinem Portfolio abbilden will, muss tief in die Tasche greifen und die Schwankungen können sehr hoch sein. Um trotzdem von steigenden und auch fallenden Kursen des DAX und anderen Indizes zu profitieren, werden so genannte Differenzkontrakte (CFD) eingesetzt. Es handelt sich dabei um eine sehr spekulative Form der Geldanlage, weil das Produkt über einen mitunter sehr hohen Hebel verfügt. Der Hebel für CFDs kann bis zu 400 betragen und schon geringe Wertentwicklungen des Basiswertes führen zu einem enormen Kursgewinn oder Verlust. Auch Devisen lassen sich mit sehr hohen Hebeln handeln. Letztlich müssen nur zwei Parteien zusammen gebracht werden, die eine entgegengesetzte Kursentwicklung erwarten. Basiswerte, also z.B. Indizes oder Devisenpaare, lassen sich über das Depot mit Hilfe von Zertifikaten & Co. gehebelt handeln. Zusätzlich gibt es zahlreiche Plattformen, die eine Teilnahme am Handel ohne richtiges Depot ermöglichen. Achten Sie bei der Auswahl einer Trading-Plattform auf die jeweiligen Broker Bewertungen und setzen Sie niemals Kapital ein, das im Zweifel nicht verloren gehen darf. Gehebelte Finanzprodukte gehören zu den spekulativsten Formen der Geldanlage überhaupt.
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