Festgeld Ratgeber

Festgeld Ratgeber – sichere Anlage als Termingeld

Das Festgeld als sichere Geldanlage existiert mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten. Trotz der aktuellen Niedrigzinsphase ist die Nachfrage nach sogenannten Termineinlagen, wie Festgelder eigentlich fachlich korrekt bezeichnet werden, nahezu ungebrochen. Die meisten Anleger nutzten ein Festgeldkonto, um Gelder zu parken, die in absehbarer Zeit benötigt werden. Typisch für die Festgeldanlage ist, dass diese von sehr sicherheitsorientierten Anlegern genutzt wird, denn die erzielbare Rendite ist sicherlich insbesondere seit dem Beginn der niedrigen Anlagezinsen kein schlagendes Argument für diese Anlageform. Wir möchten Sie im folgenden Ratgeber zum Thema Festgeld informieren und gehen dabei unter anderem darauf ein, wodurch sich diese Anlageform kennzeichnet, wie es um die Sicherheit bestellt ist und was Sie beachten müssen, beispielsweise bezüglich der Verfügung des Kapitals.

Wer bietet Festgeldkonten an?

Da es sich bei einem Festgeldkonto um ein klassisches Anlagekonto handelt, wird dieses Produkt von nahezu allen Kreditinstituten zur Verfügung gestellt, die grundsätzlich im Passivbereich tätig sind. Dabei handelt es sich in erster Linie natürlich um klassische Filialbanken, wie zum Beispiel Sparkassen, Großbanken sowie Volks- und Raiffeisenbanken. Aber auch immer mehr Direktbanken stellen mittlerweile das Festgeld als beliebtes Anlageprodukt zur Verfügung. Wenn Sie also gerne eine Festgeldanlage nutzen möchten, wenden Sie sich entweder an Ihre Hausbank und suchen eine Geschäftsstelle auf oder Sie entscheiden sich für eine Direktbank, bei der Sie die Kontoeröffnung online vornehmen lassen können. Direktbanken haben übrigens auch im Festgeldbereich oftmals einen Konditionsvorteil gegenüber Filialbanken, denn im Durchschnitt betrachtet sind die Guthabenzinsen auf Festgeldkonten bei Onlinebanken meistens etwas höher als bei Kreditinstituten mit einem Geschäftsstellennetz.



Festgeldvergleich vor der Kontoeröffnung durchführen

Da es ohnehin viele Banken und andere Finanzdienstleister gibt, die heutzutage ein Festgeld in ihrer Produktpalette haben, sollten Sie zunächst einen Festgeldvergleich durchführen. Dieser ist bestens dazu geeignet, um die besonders günstigen Angebote bzw. Festgeldkonten mit den höchsten Zinssätzen ausfindig zu machen. Durchführen lässt sich der Festgeldvergleich am einfachsten mit einem Festgeldrechner. Solche Rechner funktionieren einfach, denn Sie müssen in aller Regel lediglich angeben, welche Anlagesummen Sie investieren möchten und für welche Laufzeit Sie das Geld entbehren können. In der Regel sind es die folgenden Einflussfaktoren, die sich bei den verschiedenen Anbietern auf die Höhe der Festgeldzinsen auswirken:

• Anlagesumme
• Laufzeit
• Neu- oder Bestandskunde

Für gewöhnlich ist es beim Festgeld so, dass die Zinsen abhängig von der Anlagesumme und von der Laufzeit sind. Auf die Festgeldzinsen möchten wir im folgenden Abschnitt etwas näher eingehen.

Die Zinsen beim Festgeld

Grundsätzlich ist die Höhe der Zinsen auch beim Festgeld zunächst einmal von der allgemeinen Lage am Kapitalmarkt abhängig. Aktuell (2017) befinden sich die Festgeldzinsen auf einem äußerst geringen Niveau. Dies liegt vor allem an dem extrem niedrigen Leitzins, denn die EZB-Leitzinsen sind auf dem Nullpunkt angelangt. Daraus resultiert, dass nahezu alle Banken ihre Anlagezinsen in den vergangenen Jahren erheblich gesenkt haben. Davon sind natürlich auch die Festgeldzinsen betroffen, sodass Sie je nach Anlagesumme und Laufzeit teilweise nur noch einen Zinssatz zwischen 0,2 und 0,8 Prozent auf dem Festgeldkonto erhalten. Bei den meisten Banken ist es so, dass die Höhe der Zinsen abhängig von zwei Faktoren ist, nämlich von der gewählten Laufzeit sowie der Anlagesumme.

Für gewöhnlich werden umso höhere Festgeldzinsen gezahlt, desto größer der Anlagebetrag und desto länger die gewählte Laufzeit ist. Während Sie also beispielsweise bei einer Anlagesumme von 5.000 Euro und einer Laufzeit von 30 Tagen vielleicht nur einen Zinssatz von 0,2 Prozent erhalten, würden die Banken vermutlich bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro und einer Festlegedauer von zwei Jahren einen Zinssatz von immerhin mindestens 0,5 Prozent zahlen. Manchmal ist die Höhe des Zinssatzes noch von einem weiteren Faktor abhängig, nämlich ob Sie ein Neu- oder Bestandskunde sind. Manche Banken vergeben nämlich eine Art Zinszuschlag, falls Sie als Neukunde erstmals ein Festgeldkonto nutzen. Solche Angebote an Neukunden sind mittlerweile allerdings relativ selten geworden, was natürlich wiederum an der Niedrigzinssituation.



Wie sicher ist eine Festgeldanlage?

Das Hauptargument für die Anlage auf einem Festgeldkonto ist nach wie vor die sehr hohe Sicherheit. Dazu müssen Sie wissen, dass es bei den zahlreichen Anlageprodukten am Finanzmarkt unterschiedliche Risiken geben kann, die von der einzelnen Anlageform abhängig sind. Grundsätzlich kann ein Anlageprodukt eines oder mehrere der folgenden Risiken aufweisen:

• Emittentenrisiko
• Kursrisiko
• Zinsrisiko
• Währungsrisiko

Von diesen vier möglichen Risiken beinhaltet eine Festgeldanlage in den meisten Fällen nur ein Risiko, nämlich das Emittentenrisiko. Ein Kursrisiko gibt es bei der Festgeldanlage nie, denn Sie erhalten Ihr Kapital stets zu 100 Prozent zurückgezahlt. Ein Zinsrisiko existiert ebenfalls nicht, denn der für die Laufzeit vereinbart Zinssatz steht fest und kann seitens der Bank nicht verändert werden. Das dritte mögliche Risiko, nämlich das Währungsrisiko, besteht bei einer Festgeldanlage nur dann, falls das Konto nicht in Euro geführt wird, sondern beispielsweise in Schweizer Franken. Dann müssen Sie sich allerdings ganz bewusst für ein Fremdwährungskonto als Festgeldkonto entschieden haben.

Ein Risiko gibt es beim Festgeld allerdings, zumindest ab einem gewissen Anlagevolumen und bei bestimmten Anbietern, nämlich das Emittentenrisiko. Dieses besagt, dass Ihr Kapital dann verloren sein könnte, wenn die kontoführende Bank insolvent werden sollte. In Deutschland ist dieses Risiko allerdings deshalb sehr gering, weil Festgeldanlagen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro auf dem Konto unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen. Dies gilt übrigens für die gesamte Eurozone bzw. für den EU-Raum. Somit ist Ihr Guthaben auf dem Festgeldkonto zu 100 Prozent sicher, falls es den Betrag von 100.000 Euro nicht übersteigt. Aber selbst darüber hinaus ist das Emittentenrisiko meistens äußerst gering, da vor allem deutsche Banken häufig Mitglied in einem privaten Einlagensicherungsfonds sind. Dort reicht die Absicherungssumme oftmals in den sechs- oder sogar siebenstelligen Bereich, sodass bei über 95 Prozent aller Anleger eine hundertprozentige Absicherung des gesamten Guthabens besteht.

Etwas vorsichtiger müssen Sie lediglich dann sein, wenn Sie sich für ausländische Banken entscheiden und dort ihr Festgeldkonto führen möchten. Dies trifft insbesondere für Kreditinstitute zu, die nicht innerhalb des EU-Raumes ansässig sind. In diesen Fällen gibt es nämlich häufig keine zuvor erwähnte Einlagensicherung, sodass bei Insolvenz des Kontoführers Ihr Kapital eventuell verloren sein könnte. Insgesamt betrachtet gehört das Festgeld definitiv neben dem Tagesgeld und Spareinlagen zu den sichersten Anlageprodukten, die es am Finanzmarkt gibt.

Müssen Zinserträge beim Festgeld versteuert werden?

Das Ziel einer Festgeldanlage besteht für Sie als Anleger natürlich darin, mit dem investierten Kapital einen Ertrag zu generieren. Dies geschieht in Form der Festgeldzinsen, die auf das Guthaben gezahlt werden. Es handelt sich dabei um Kapitalerträge, die im Rahmen der Einkommensteuer zu versteuern sind. Konkret greift bei solchen Erträgen die Abgeltungssteuer, bei der es sich um eine Quellensteuer handelt. In diesem Fall ist die Bank dazu verpflichtet, von den erzielten Erträgen 25 Prozent abzuziehen und diese in Form der Abgeltungssteuer an das zuständige Finanzamt zu überweisen. Hinzu kommen allerdings noch der Solidaritätszuschlag und in den meisten Fällen ebenso die Kirchensteuer, sodass sich der Abzugsbetrag sogar auf über 26 Prozent beläuft.

Sie können diesen sofortigen Abzug der Abgeltungssteuer von den Zinserträgen allerdings verhindern, indem Sie Ihren Sparer-Pauschbetrag nutzen und der Bank einen Freistellungsauftrag erteilen. Bei Alleinstehenden beträgt der Sparer-Pauschbetrag 801 Euro im Jahr, während Verheiratete sogar über die doppelte Summe, also 1.602 Euro im Jahr, verfügen können. Wohl gemerkt: Es handelt sich dabei nicht um die steuerfreie Anlagesumme, sondern tatsächlich um den Zinsertrag. Wenn Sie also bei den heutigen Festgeldzinsen von beispielsweise 0,5 Prozent über einen Zinsertrag von 801 Euro im Jahr als Alleinstehender kommen sollten, müssen Sie durchschnittlich über 100.000 Euro angelegt haben.

Flexibilität und Verfügbarkeit bei der Festgeldanlage

Auf der einen Seite sind die für die Laufzeit vereinbarten Zinsen beim Festgeld garantiert und können seitens der Bank nicht ohne Zustimmung des Kunden verändert werden. Die Festlegedauer hat allerdings auch eine Schattenseite, nämlich, dass Sie das Guthaben in aller Regel erst nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit verfügen können. Die Bank ist nicht dazu verpflichtet, vorzeitige Verfügungen zuzulassen, wie es beispielsweise bei Spareinlagen der Fall wäre. Oftmals gewähren die Kreditinstitute allerdings aus Kulanz durchaus vorzeitige Verfügungen, dann allerdings gegen Berechnung von Vorschusszinsen.

Einen Anspruch darauf, dass Sie Ihr Guthaben vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit abrufen zu können, haben Sie als Anleger allerdings nicht. Daher sollten Sie sich bei der Festgeldanlage im Vorhinein gut überlegen, für welchen Zeitraum Sie Ihr Kapital mindestens entbehren können. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall lieber für eine etwas kürzere Festlegedauer als für eine längere Laufzeit, die dann mitunter dazu führt, dass Sie dringend Kapital benötigen, dieses auf dem Festgeldkonto allerdings noch einige Zeit lang gebunden ist. Die Laufzeiten bewegen sich je nach Anbieter beim Festgeldkonto meistens zwischen 30 Tagen bis hin zu mehreren Jahren.



Welche Vor- und Nachteile hat eine Festgeldanlage?

Es gibt einige Vorteile, von denen Anleger auch während der Niedrigzinsphase bei einem Festgeldkonto profitieren können. Der wohl größte Vorteil ist die hohe Sicherheit, die in Verbindung mit einer Anlage auf einem Festgeldkonto steht. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie sich für ein Angebot einer deutschen oder zumindest europäischen Bank entscheiden, denn dann ist das Guthaben durch die Einlagensicherung (EU-Raum) geschützt und bei einer Wahl eines in Euro geführten Festgeldkontos gibt es zudem kein Währungsrisiko. Für das Festgeldkonto spricht ebenfalls die Zinssicherheit, denn der Zinssatz ist für die gesamte Laufzeit garantiert, unabhängig davon, ob Sie sich für eine Festlegedauer von 30 Tagen, mehreren Monaten oder bis zu zehn Jahren entscheiden.

Der wohl größte Nachteil besteht beim Festgeldkonto darin, dass die Zinssätze für das Guthaben in der Niedrigzinsphase äußerst gering sind und in aller Regel nicht einmal die Inflationsrate kompensieren können. Somit erleiden Sie beim Festgeldkonto derzeit streng genommen Kapitalverluste, wenn man den die Geldentwertung durch die Inflationsrate mit einbezieht. Ebenfalls als Nachteil ist anzuführen, dass Sie nicht jederzeit über Ihr Guthaben auf dem Festgeldkonto verfügen können. Stattdessen ist das Abrufen erst nach Ablauf der Festlegedauer möglich. Allerdings sind manche Banken aus Kulanz dazu bereit, gegen Berechnung von Vorschusszinsen auch eine vorzeitige Verfügung zuzulassen.

Weiterführendes zum Thema Festgeld

Geldanlage.de - Ihr Portal rund um das Thema Geldanlage, Kredite, Zinsen sowie Börse und Finanzmarkt