Privatkredit und Restschuldversicherung

Ein erheblicher Teil der Privatkredite, werden in Deutschland gemeinsam mit einer Restschuldversicherung abgeschlossen. Der Gedanke dahinter ist wirklich prima! Eine Restschuldversicherung soll Sie und Ihre Familie schützen, wenn der Kreditnehmer arbeitslos oder arbeitsunfähig wird oder stirbt. Die Versicherung übernimmt dann die Raten für den Privatkredit. Verständlich, dass Banken gern auf den Abschluss einer Restschuldversicherung drängen, schützt es doch auch das Kreditinstitut vor einem eventuellen Zahlungsausfall. Doch es gibt eine ganze Reihe von Dingen zu beachten, damit die Restschuldversicherung nicht zur Kostenfalle wird. Oft wird eine solche Versicherung gleich beim Abschluss des Kredites mit abgeschlossen, doch nicht immer ist das die beste Variante.

Persönliche Verhältnisse überprüfen

Eine Restschuldversicherung macht grundsätzlich nur dann Sinn, wenn ein höherer Kreditbetrag abgesichert werden soll und noch keinerlei Vorsorge getroffen wurde. Nicht immer müssen Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Tod zusammen abgesichert werden. Sollte beispielsweise eine ausreichende Risikolebensversicherung vorhanden sein, ist eine Absicherung gegen den Todesfall höchstwahrscheinlich nicht notwendig. Auch eine Vorsorge gegen Arbeitsunfähigkeit macht wenig Sinn, wenn bereits über eine Berufsunfähigkeitsversicherung das Einkommen des Hauptverdieners abgesichert ist. Trotzdem sollten in jedem Fall die individuellen Verhältnisse überprüft werden. Dazu gehört auch, sich zu vergewissern, dass die Versicherungsbedingungen der vorhandenen Versicherungen, der aktuellen Lebenssituation angepasst sind. Eine Risikolebensversicherung beispielsweise, ist nur dann sinnvoll, wenn auch ein entsprechender Betrag abgesichert ist. Sollte der Privatkredit 25.000 Euro betragen, die Versicherung würde im Todesfall aber nur 20.000 Euro auszahlen, müssten hier Anpassungen vorgenommen werden.



Restschuldversicherung – Versicherungsbedingungen prüfen

Die Versicherungsbedingungen der einzelnen Anbieter variieren teils erheblich. Hier einige Punkte, die auf einen empfehlenswerten Versicherungsanbieter hinweisen:

  • Versicherungsprämie monatlich, statt in einer Einmalzahlung
  • Verzicht auf Gesundheitsprüfung beziehungsweise nur grobe Angaben
  • kurze Wartezeiten (Zeitraum zwischen Vertragsbeginn und Beginn Versicherungsschutz)
  • kurze Karenzzeiten (Zeitraum zwischen Versicherungsfall und Leistungsbeginn)
  • kaum Ausschluss von Erkrankungen aus dem Leistungskatalog
  • faire Kündigungsbedingungen, zum Beispiel monatlich

Wenn die Versicherungsprämie in einer Summe gezahlt werden soll, kann das für Sie Nachteile mit sich bringen. Falls Sie den Privatkredit vorzeitig zurückzahlen, werden in den meisten Fällen, die im Voraus bezahlten Versicherungsbeiträge nicht erstattet. Besser sind da Anbieter, bei denen Sie eine monatliche Zahlweise eingeräumt bekommen.
Die meisten Anbieter von Restschuldversicherungen verzichten auf eine Gesundheitsprüfung. Das ist auf den ersten Blick ein großer Vorteil. Allerdings werden in den Versicherungsbedingungen, dann Klauseln eingebaut wie, dass im Leistungsfall überprüft wird, ob ein Leistungsausschluss vorliegt. Das bedeutet für Sie, dass Sie erst im Ernstfall erfahren, ob die Versicherung zahlt, oder nicht. Achten Sie auch darauf, welche Krankheiten ausgeschlossen werden. Viele Versicherungsgesellschaften, schließen psychischer Erkrankungen bei Arbeitsunfähigkeit aus. Bedenken Sie auch, dass es einen Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit gibt. Bei ersteren, genügt es, wenn Sie Ihren derzeitigen Beruf nicht mehr ausführen können. Als Arbeitsunfähig, gilt man erst, wenn man generell nicht mehr als 3 Stunden am Tag arbeiten kann, egal was. Je weniger eine Versicherung an Krankheiten ausschließt, um so besser für Sie. Ein weiterer Aspekt ist, dass eine Restschuldversicherung im Falle Ihrer Arbeitslosigkeit, maximal nur die Raten für die nächsten 18 Monate übernimmt, üblich sind meist sogar kürzere Leistungszeiträume.

Die Bank verlangt eine Restschuldversicherung

Gerade bei älteren Personen, bestehen Kreditinstitute auf den Abschluss einer Restschuldversicherung für den Todesfall. Das ist vor allem im Interesse der Bank. Sollten Sie jedoch ausreichend über andere Versicherungen vorgesorgt haben, so teilen Sie das unbedingt Ihrem Bankberater mit. In der Regel, wird dann auch auf eine Restschuldversicherung verzichtet. Sollte die Bank jedoch darauf bestehen, so empfehlen wir Ihnen, einen Online Privatkredit Vergleich zu machen. Verlangen auch diese Banken eine Absicherung für den Todesfall, so wird Ihnen wahrscheinlich nichts Anderes üblich bleiben.
Ansonsten bestehen Geldinstitute nur bei größerem Kreditsummen, wie Immobilienfinanzierungen, auf bestimmte Absicherungen. Doch, dann macht in den meisten Fällen eine Risikolebensversicherung mehr Sinn, als eine Restschuldversicherung. Oft, wird diese auch an die Bank abgetreten.

Vergleich Restschuldversicherung

In den meisten Fällen verkaufen Banken eine Restschuldversicherung als Kreditlebensversicherung. Doch Sie müssen diese nicht bei Ihrer Bank abschließen. Rechtlich sind dies stets zwei getrennte Verträge. Wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass eine Restschuldversicherung für Sie Sinn macht, dann vergleichen Sie kostenlos und online die Angebote und suchen das für Sie treffendste heraus. Welche Aspekte Sie beachten sollten, haben wir für Sie oben aufgelistet.
Bei Baukrediten ist es üblich, die Restschuldversicherung mit einem fallenden Todesfallschutz zu wählen. Wieso? Weil durch die gleichmäßige Tilgung die Darlehenssumme jeden Monat etwas sinkt. Demzufolge kann auch die Versicherungssumme jeden Monat automatisch um diesen Betrag sinken. Dadurch ersparen Sie sich Versicherungsbeiträge, die Restschuldversicherung wird insgesamt gesehen preiswerter.



Restschuldversicherung kündigen

Eine Restschuldversicherung kündigen ist im Grund genommen recht einfach. Dazu genügt es, ein einfaches Schreiben aufzusetzen und die entsprechenden Kündigungsfristen zu beachten. In der Regel ist eine Kündigung zum Jahresende hin möglich. In den meisten Fällen haben Sie eine Kündigungsfrist von einem Monat. Beachten Sie jedoch trotzdem die Details Ihrer Restschuldversicherung, da die Modalitäten doch von Anbieter zu Anbieter variieren können.
Die Restschuldversicherung zu kündigen kann jedoch problematisch sein. Überlegen Sie sich daher im Vorfeld gut diesen Schritt. Nicht nur, dass der Versicherungsschutz verloren geht. Ist das Darlehen an eine Restschuldversicherung gekoppelt, dann müssen Sie auch den Kredit ablösen. Falls Sie das sowieso vorhatten, dann kann es Sinn machen. Doch nur wegen einer preiswerteren Restschuldversicherung den Kredit umzuschulden, ist sehr fraglich.
3 Punkte, die Sie bedenken sollten, falls Sie eine Restschuldversicherung kündigen:

1. Sie erhalten keine Erstattung Ihrer eingezahlten Beiträge
2. Nicht nur der Schutz für den Todesfall entfällt, sondern auch der für Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit
3. Bei dem Abschluss einer neuen Restschuldversicherung, müssen Sie erneut eine Gesundheitsprüfung durchführen

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