Aktiva sind die Vermögenswerte eines Unternehmens – die linke Seite der Bilanz. Sie zeigen, wofür das Kapital verwendet wurde; die Passivseite zeigt, woher es stammt. Das Handelsgesetzbuch gibt die Gliederung vor: Anlagevermögen und Umlaufvermögen mit jeweils festen Unterpositionen.[1]
Kurz erklärt
- Zwei Hauptblöcke: Anlagevermögen (langfristig gebunden) und Umlaufvermögen (kurzfristig).[1]
- Anlagevermögen: Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen.[1]
- Umlaufvermögen: Vorräte, Forderungen, Wertpapiere und flüssige Mittel.[1]
- Bilanzgleichung: Die Summe der Aktiva entspricht immer der Summe der Passiva.
Wie sind die Aktiva gegliedert?
Nach dem Handelsgesetzbuch beginnt die Aktivseite mit dem Anlagevermögen: immaterielle Vermögensgegenstände wie Schutzrechte, Lizenzen und der Geschäfts- oder Firmenwert, dann Sachanlagen wie Grundstücke, Bauten, technische Anlagen und Maschinen, schließlich Finanzanlagen wie Beteiligungen und Wertpapiere des Anlagevermögens. Danach folgt das Umlaufvermögen, das mit den Vorräten beginnt.[1]
Was ist der Unterschied zwischen Anlage- und Umlaufvermögen?
Die Bindungsdauer. Anlagevermögen dient dauerhaft dem Geschäftsbetrieb – Maschinen, Gebäude, Beteiligungen. Umlaufvermögen wird im laufenden Geschäft umgeschlagen: Vorräte werden verarbeitet und verkauft, Forderungen werden bezahlt. Ein hoher Anteil an Anlagevermögen bedeutet oft hohe Fixkosten und geringere Flexibilität.
Warum interessiert das Anlegerinnen und Anleger?
Weil die Aktivseite zeigt, worin das Kapital eines Unternehmens steckt – und wie schnell es bei Bedarf verfügbar wäre. Zusammen mit der Passivseite ergeben sich daraus Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis, das den Börsenwert mit dem bilanziellen Eigenkapital vergleicht. Mehr unter Fundamentalanalyse und Aktienanalyse.
Sagt der Bilanzwert den tatsächlichen Wert?
Nein. Bilanzwerte folgen Bewertungsregeln, nicht Marktpreisen: Selbst geschaffene Marken tauchen meist gar nicht auf, Grundstücke stehen oft zu historischen Anschaffungskosten in den Büchern, und ein erworbener Firmenwert kann sich später als zu hoch angesetzt erweisen. Der Buchwert ist deshalb eine Orientierung, keine Wertermittlung, siehe Innerer Wert.
Was ist die Bilanzsumme?
Die Summe aller Aktiva – und damit zugleich die Summe aller Passiva, weil jede Mittelverwendung eine Mittelherkunft hat. Für sich genommen sagt sie wenig aus: Ein Handelsunternehmen mit hohen Vorräten hat naturgemäß eine andere Bilanzstruktur als ein Softwareanbieter. Aussagekräftig wird sie erst im Branchen- und Zeitvergleich.
- Fundamentalanalyse: Kennzahlen aus der Bilanz
- Aktienanalyse: Unternehmen analysieren
- Aktie: Grundlagen zur Aktie
Stand: 14. September 2026 · Redaktion: Dr. Maximilian Hoyer und David Ahrendt · Keine Anlageberatung.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: § 266 HGB – Gliederung der Bilanz, abgerufen am 14.09.2026
- Deutsche Börse: Regulierter Markt, Stand Juni 2019