Investmentfonds

Investmentfonds – Einführung

Einem Investmentfonds liegt die Idee zu Grunde, dass ein einzelner Investor häufig nicht genug Kapital hat, um ein Investitionsvorhaben allein durchzuführen. Auf der anderen Seite hat ein einzelner Anleger vielfach auch nicht den Sachverstand und die Zeit, um sich um die Verwaltung seines Kapitals zu kümmern. Daher wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien Gesellschaften gegründet die das Kapital einzelner Anlegen „einsammelten“ und es in verschiedene Vorhaben, u.a. in Amerika, investierten. In Deutschland gibt es derzeit ca. 8.000 verschiedene offene Investmentsfonds, aus denen der Anleger auswählen kann.

Üblicherweise werden Fonds direkt mit dem Emittenten gehandelt. Es gibt aber auch den Handel an der Börse, wie z.B. der Börse Düsseldorf.

Der Unterschied zu den Aktionären einer Aktiengesellschaft liegt darin, dass ein Fonds meist in eine Vielzahl von Vorhaben oder Unternehmen gleichzeitig investiert (z.B. europäische Telekommunikationsunternehmen).

Die Investmentfonds-Gesellschaft – in Deutschland Kapitalanlagegesellschaft genannt – legt das Kapital der Anleger in sog. Sondervermögen an und gibt darüber Anteilsscheine (Fondszertifikate) an die Anleger. Der Vorteil: Auch bei einer Insolvenz einer Kapitalanlagegesellschaft fällt das Sondervermögen nicht in die Insolvenzmasse und bleibt damit vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt. Die Anleger bekommt also ihr Kapital „unversehrt“ zurück.


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Gesetzliche Grundlagen

Gesetzliche Grundlage ist in Deutschland ist das Investmentgesetz (InvG), welches durch das Investmentmodernisierungsgesetz geschaffen wurde die bisherigen Regelungen (Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) und Auslandinvestment-Gesetz (AuslInvestmG)) ersetzt.

Dies bestimmt u.a. in § 2: Abs.2:

Sondervermögen sind Investmentfonds, die von einer Kapitalanlagegesellschaft für Rechnung der Anleger nach Maßgabe dieses Gesetzes und den Vertragsbedingungen, nach denen sich das Rechtsverhältnis der Kapitalanlagegesellschaft zu den Anlegern bestimmt, verwaltet werden, und bei denen die Anleger das Recht zur Rückgabe der Anteile haben.

In Österreich bildet das Investmentfondsgesetz (InvFG) die rechtliche Grundlage.

Preisermittlung für Investmentfonds

Der Wert eines Anteils an einem Investmentfonds wird wie folgt berechnet:

Dabei wird der Nettoinventarwert so berechnet:

Aus dieser Formel ergibt sich, dass Investmentanteile NICHT an der Börse gehandelt werden können, da der „korrekte“ Preis ja nur von der Kapitalanlagegesellschaft festgestellt werden kann. Dies erfolgt üblicherweise börsentäglich um 14:00 Uhr auf der Basis der am Vormittag des selben Tages.

Bei den ausländischen Investmentanteilen (z.B. von Fidelity Fonds) werden die Preise ähnlich berechnet und dort als Net Asset Value bezeichnet.



Kauf- und Verkauf von Fondsanteilen

Ein Kauf- und Verkauf von Investmentfondsanteilen erfolgt üblicherweise direkt mit der ausgegeben Fondsgesellschaft. Natürlich wäre auch ein Verkauf von Privatpersonen denkbar, in der Praxis aber sehr selten.

Der Kauf eines Anteile erfolgt aus der Sicht der Anlegers zu dem von der Fondsgesellschaft veröffentlichten Anteilswert (siehe oben) zzgl. einen Aufschlags (sog. Agio) zur Deckung der Vertriebskosten. Dieses Agio beläuft sich meist auf 1,5 bis 5 Prozent des Anteilswertes. Die Abwicklung erfolgt über unabhängige Anlageberater sowie über Kreditinistitute. Bei einem Kauf über unabhängige Anlageberater wird für den Anleger direkt ein Investmentkonto bei der Fondsgesellschaft geführt.

Der Verkauf ist (aus der Sicht des Anlegers) eine Rückgabe der Fondsanteile an die Fondsgesellschaft. Diese verpflichtet sich, alle Anteile, die ihr angeboten werden, zum Rücknahmepreise anzukaufen. Der Rücknahmepreis entspricht genau dem o.g. Anteilswert. Hier wird nichts mehr abgezogen.

Das Thema Investmentfonds ist recht vielschichtig und wird daher auf GELDANLAGE.DE ausführlich dargestellt.

Einführung in Investmentfonds
Wie funktioniert ein Investmentfonds? Welche gesetzlichen Grundlagen gibt es in Deutschland und Österreich? Wo findet der Handel statt?
Arten von Investmentfonds
Was ist der Unterschied zwischen offenen Fonds und geschlossenen Fonds? Welche Arten von Fonds (AktienfondsRentenfondsHedgefondsIndexfondsDachfonds, Immobilienfonds etc.) gibt es?
Performance-Messung
Je nach Risikoneigung können Sie in Rentenfonds, Aktienfonds oder sogar in sog. Hedge-Fonds investieren. Was alles einfluss auf die Performance des Fonds haben kann erfahren Sie hier.
Steuerliche Behandlung

Wie werden Erträge aus Anlagen in Investmentfonds besteuert?

Risiken von Investmentfonds

Je nach Fondsart werden unterschiedliche Risiken schlagend. Diese werden bei der detaillierten Darstellung der verschiedenen Fonds erläutert.

Investmentfonds Ratgeber

Investmentfonds gehören mittlerweile zu den beliebtesten Möglichkeiten, wie Anleger entweder einmalig Kapital investieren oder regelmäßig sparen können. Für Investoren besteht eine Schwierigkeit allerdings darin, dass es äußerst viele Arten dieser Investmentfonds gibt und je nach Gruppe teilweise mehrere Tausend einzelne Fonds zur Auswahl stehen, für die sich Anleger entscheiden können. Wir möchten Sie daher gerne im Folgenden ausführlicher zum Thema Investmentfonds informieren und gehen dabei nicht nur auf Rendite, Chance und Risiken ein, sondern informieren Sie übersichtlich zu zahlreichen Arten der Investmentfonds.

Welche Eigenschaften haben Investmentfonds?

Investmentfonds wurden einmal auf Grundlage der Idee ins Leben gerufen, dass einzelne Anleger oftmals nicht genug Geld besitzen, um eine Investition durchzuführen. Darüber hinaus besitzen Kunden meistens schlichtweg keine ausreichenden Sachkenntnisse, um die Vermehrung des Kapitals selbst durchzuführen. Aus diesen Problemen resultierte Mitte des 19. Jahrhunderts, dass die ersten Gesellschaften in Großbritannien gegründet worden, die vorrangig damit beschäftigt waren, von möglichst vielen Anlegern Kapital einzusammeln. Mit diesem Kapital wurden dann verschiedene Investitionsvorhaben durchgeführt. Nach und nach breiteten sich die Investmentfonds immer weiter aus, sodass es beispielsweise in Deutschland mittlerweile über 8.000 offene Investmentfonds gibt.

Zu den wesentlichen Eigenschaften der Investmentfonds gehört, dass diese nicht an der Börse gehandelt werden, sondern über den direkten Weg, nämlich über die jeweilige Fondsgesellschaft. Eine Ausnahme bilden lediglich die sogenannten Indexfonds, die auch als ETF-Fonds bezeichnet werden, auf die wir im späteren Verlauf unseres Beitrages ebenfalls noch eingehen werden. Ein wichtiger Unterschied zwischen Investmentfonds und Aktien besteht darin, dass der Inhaber der Anteile kein Mitbestimmungsrecht oder das Recht auf eine anteilige Dividende besitzt. Ausgegeben werden die Anteile an Investmentfonds von der jeweiligen Kapitalanlagegesellschaft, wobei die Anteile für den Anleger als sogenanntes Sondervermögen verwahrt werden. Dies führt dazu, dass es sich bei Investmentfonds um eine der ganz wenigen Anlageformen handelt, die nicht mit einem Emittentenrisiko ausgestattet sind. Sollte die Fondsgesellschaft also insolvent werden, wäre der Anleger mit seinem Bestand nicht davon betroffen.



Was sind die gesetzlichen Grundlagen?

Bei Investmentfonds handelt es sich in Deutschland grundsätzlich um Finanzprodukte, die einer Genehmigung bedürfen. Die wesentliche gesetzliche Grundlage für die Ausgabe der Anteile ist das Investmentgesetz. Dieses ersetzt mittlerweile die vorherigen Regelungen, die in Form des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften vorhanden waren. Unter anderem ist im Investmentgesetz festgelegt, dass es sich bei Investmentfonds um Sondervermögen handelt, die von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet werden, und zwar für die Rechnung des Anlegers und auf Grundlage des Gesetzes.

Wie wird der Wert eines Anteils berechnet?

Ein großer Wissensbereich bei den Investmentfonds besteht für Anleger darin, wie die Berechnung des Anteilwertes stattfindet. Da Investmentfonds nicht an der Börse gehandelt werden, ist es die Aufgabe der jeweiligen Kapitalanlagegesellschaft, die Preisberechnung durchzuführen. Für solche Anleger ist gerade diese Tatsache ein Kritikpunkt, denn im Gegensatz zum Börsenhandel wird der Preis zum einen nur einmal täglich festgestellt und ist zum anderen für Kunden nicht unbedingt transparent. Grundsätzlich muss die Fondsgesellschaft zunächst einmal den sogenannten Nettoinventarwert berechnen, damit im zweiten Schritt der Anteilswert ermittelt werden kann.

Die Berechnung des Nettoinventarwertes findet auf Grundlage der folgenden Formel statt:

Nettoinventarwert=Tageswert aller Vermögensgegenstände des Fonds + Bankguthaben – Kredite – sonstige Verbindlichkeiten

Nachdem der in Nettoinventarwert tagesaktuell berechnet wurde, kann die Fondsgesellschaft im zweiten Schritt den Anteilswert ermitteln, was auf Grundlage der folgenden Formel geschieht:

Anteilswert=Nettoinventarwert / Anzahl ausgegebene Anteile

Normalerweise ermittelt die Kapitalanlagegesellschaft den Preis für einen Anteil an ihrem Fonds auf Grundlage der zuvor genannten Formel an jedem Börsentag um 14 Uhr, und zwar auf Grundlage des Vormittags.

Wo können Investmentfonds gehandelt werden?

Wie eingangs bereits erwähnt, können gewöhnliche Investmentfonds nicht an der Börse gehandelt werden. Eine Ausnahme bilden allerdings Indexfonds, die sogenannten Exchange Traded Funds. Die Besonderheit besteht bei diesen Fonds darin, dass die Anteile über die Börse handelbar sind. Bei allen sonstigen offenen Fonds ist es so, dass sowohl Kauf als auch Verkauf direkt über die Fondsgesellschaft stattfinden. Falls Sie also bestimmte Anteile an einem Investmentfonds erwerben oder verkaufen möchten, erteilen Sie Ihrer Bank oder Ihrem Broker einen normalen Handelsauftrag. Dieser wird dann nicht an die Börse, sondern an die Fondsgesellschaft weitergeleitet, sodass diese die Verbuchung der Anteile vornehmen kann. Beachten sollten Sie beim Kauf und Verkauf der Anteile, dass bei den meisten Fonds einen Ausgabe- und einen Rücknahmepreis gibt. Dabei liegt der Rücknahmepreis für gewöhnlich etwas niedriger als der Ausgabepreis, sodass dieser Fonds mit einem Ausgabeaufschlag arbeitet.

Welche Arten von Investmentfonds gibt es?

Bevor Sie erstmals in den meisten Fonds investieren, sollten Sie eine äußerst wichtige Unterscheidung der Fonds und die Einteilung in zwei Gruppen kennen. Am Markt werden nämlich zum einen zahlreiche offene Fonds und zum anderen deutlich weniger geschlossene Fonds angeboten. Zwar unterscheiden sich die zwei Fondsarten augenscheinlich nur durch die Bezeichnung „offen“ und „geschlossen“, aber dahinter stecken tatsächlich von der Struktur her gravierende Unterschiede.

Offene Fonds werden auch als Publikumsfonds bezeichnet, da sie für die breite Masse von Anleger geeignet sind. Offene Fonds zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass die Anteile jederzeit gekauft, aber auch zu jedem gewünschten Zeitpunkt wieder veräußert werden können. Eine Ausnahme bilden mittlerweile lediglich Anteile an offenen Immobilienfonds, denn diese müssen mindestens zwei Jahre gehalten werden. Darüber hinaus besteht eine wesentliche Eigenschaft von offenen Fonds ebenfalls in der Risikostreuung. Nehmen wir einen Aktienfonds als Beispiel, so kauft der Fondsmanager in aller Regel mindestens 20 bis 30 unterschiedliche Aktienwerte, die dann das Portfolio des Fonds ausmachen. Bei geschlossenen Fonds ist es hingegen so, dass diese Gesellschaft oftmals nur in ein einzelnes Projekt investiert. Bei offenen Fonds ist es zudem möglich, oftmals schon auf 25 oder 50 Euro einen Anteil zu erwerben. Daher sind offene Fonds im Gegensatz zu geschlossenen Fonds auch bestens zum regelmäßigen Sparen geeignet.

In der Übersicht sind es insbesondere die folgenden Merkmale, durch die sich offene Fonds auszeichnen können:

• breite Streuung des Kapitals
• Risikostreuung
• für breites Publikum geeignet
• Kauf und Verkauf meistens jederzeit möglich
• ein Anteil schon ab 25 oder 50 Euro zu erwerben
• zum regelmäßigen Sparen geeignet

Praktisch das Gegenteil von offenen Fonds sind sogenannte geschlossene Fonds, die oftmals auch als geschlossene Beteiligungen bezeichnet werden. Diese Fonds sind insbesondere für Anleger mit etwas mehr Kapital geeignet, was sich allein aus der Tatsache heraus ergibt, dass es bei den meisten geschlossenen Fonds eine Mindesteinlage gibt. Diese bewegt sich je nach Art der Fonds zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Ein gravierender Unterschied zu den offenen Fonds besteht darin, dass die Anteile der geschlossenen Fonds nicht jederzeit gehandelt werden können. Stattdessen gibt es eine Art Zeichnungsfrist, innerhalb derer die Anteile erworben werden können. Ist diese Phase vorüber, ist das Kapital der Anleger meistens für mehrere Jahre gebunden.

Eine Rückgabe an die Fondsgesellschaft kann innerhalb des festgelegten Zeitraums nicht erfolgen. Möchte der Anleger seine Anteile liquidieren, ist dies in aller Regel nur über den sogenannten Zweitmarkt möglich, der allerdings noch nicht besonders liquide ist. Wie bereits erwähnt, sammeln geschlossene Fonds das Kapital der Anleger meistens ein, um in einzelne Projekte zu investieren. Auf dieser Grundlage werden die geschlossenen Fonds auch danach in verschiedene Gruppen eingeteilt, um welche Art von Projekt es sich handelt. So finden sich am Markt inzwischen unter anderem die folgenden Arten von geschlossenen Fonds:

• Flugzeugfonds
• Ökofonds
• Containerfonds
• Schiffsfonds
• Energiefonds, beispielsweise Windkraftfonds oder Solarfonds
• Waldfonds
• Eisenbahnfonds
• Medienfonds

Von der Struktur her unterscheiden sich diese verschiedenen Arten von geschlossenen Fonds nur wenig. Entscheidend ist hingegen die Bezeichnung des Fonds, denn diese sagt bereits etwas darüber aus, in welche Art von Projekten der jeweilige Fonds investiert. So sammeln beispielsweise Flugzeugfonds das Geld der Anleger, um anschließend ein Passagier- oder Frachtflugzeug zu erwerben. Anschließend wird die Maschine meistens verpachtet oder verleast, sodass die Fondsgesellschaft aus den jeweiligen Nutzungsgebühren ihre Einnahmen generiert. Demgegenüber investiert einen Windkraftfonds insbesondere in den Bau von Windkraftanlagen, während in der Folge die Erträge meistens durch den so erzeugten Strom generiert werden.



Zahlreiche Arten von offenen Fonds im Überblick

Bei den geschlossenen Fonds gibt es bereits einige unterschiedliche Arten, in die Sie investieren können. Noch deutlich größer ist das Angebot bei offenen Fonds, wobei wir an dieser Stelle nur auf die gängigsten Varianten eingehen möchten, die allerdings im Bereich der Investmentfonds insgesamt einen Marktanteil von über 80 Prozent haben.

So lassen sich die offenen Fonds insbesondere in die folgenden Varianten einteilen.

• Geldmarktfonds
• Rentenfonds
• Aktienfonds
• Gemischte Fonds
• AS-Fonds
• Dachfonds
• Indexfonds (ETFs)
• Hedgefonds
• Immobilienfonds

Aktienfonds

Aktienfonds gehören definitiv zu den beliebtesten Investmentfonds überhaupt, sodass es in diesem Bereich eine besonders große Auswahl gibt. Kurz gesagt handelt es sich bei einem Aktienfonds um einen offenen Fonds, bei dem ein Großteil des von Anlegern eingesammelten Kapitals in Aktien investiert wird. Daher fallen Aktienfonds in aller Regel unter die aktiv gemangten Fonds, sodass der Fondsmanager die Verantwortung trägt, welche Aktien ins Portfolio des Fonds aufgenommen werden und welche Wertpapiere vielleicht wieder aus dem Bestand zu entfernen sind. Meistens widmen sich Aktienfonds einem bestimmten Thema, sodass beispielsweise ausschließlich Aktiengesellschaften und deren Anteile gekauft werden, die in der Branche Banken beheimatet sind.

Solche Aktienfonds werden für gewöhnlich als Branchenfonds bezeichnet. Bei anderen Aktienfonds ist es hingegen so, dass diese sich auf Aktien aus einer bestimmten Region oder sogar aus einem bestimmten Land konzentrieren. In diesem Fall spricht man von Regionen- bzw. von Länderfonds. Zahlreiche Aktienfonds erwerben auch Aktien als Bündel, die in einem bestimmten Index gelistet sind. So gibt es beispielsweise zahlreiche Aktienfonds, die ausschließlich Aktien erwerben, die sich im DAX befinden. Kennzeichnend für Aktienfonds ist zwar einerseits das – insbesondere im Vergleich zu Renten- und Geldmarktfonds – erhöhte Risiko, aber auf der anderen Seite zeichnen sich diese Fonds auch durch eine langjährig überdurchschnittliche Rendite aus.

AS-Fonds

AS-Fonds sind sogenannte Altersvorsorgefonds, die mittlerweile in Deutschland allerdings praktisch keine Rolle mehr spielen. Früher wurden AS-Fonds insbesondere zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge genutzt. Allerdings stellte sich relativ schnell heraus, dass diese AS-Fonds mit besonders hohen Kosten für den Anleger verbunden sind, sodass die Angebote am Markt immer geringer wurden. Da AS-Fonds heutzutage kaum noch angeboten werden, möchten wir uns an dieser Stelle nicht weiter mit dieser Fondsvariante beschäftigen.

Dachfonds

Dachfonds sind quasi übergeordnet Fonds, denn die Fondsgesellschaft investiert hier nicht beispielsweise in Rentenpapiere oder Aktien, sondern erwirbt die Anteile anderer Fondsgesellschaften. Der Dachfonds kauft also beispielsweise Anteile an Aktienfonds oder Rentenfonds, was für den Anleger vor allem den Vorteil hat, dass eine noch breitere Risikostreuung stattfindet. Der Dachfonds ist also praktisch ein Fonds im Fonds. Nachteilig bei Dachfonds ist vor allem, dass die Gebühren für den Anleger vergleichsweise hoch sind. Immerhin beschäftigt sich der Fondsmanager nicht nur damit, einzelne Aktien oder Rentenpapiere auszuwählen, sondern muss aus den unzähligen offenen Fonds am Markt die Fonds auswählen, die ihm am besten geeignet scheinen. Dachfonds sind daher insbesondere für Anleger geeignet, die mit der Verwaltung ihres Kapitals möglichst gar nichts zu tun haben wollen und denen eine praktisch doppelte Risikostreuung besonders wichtig ist.

Indexfonds (Exchange Traded Funds)

Die Bezeichnung Exchange Traded Funds bedeutet soviel wie börsengehandelte Fonds. Auf diese speziellen Fondsvarianten sind wir im ersten Teil unseres Beitrags bereits eingegangen, nämlich als es um die Handelbarkeit von Fonds an den Börsen ging. Die auch als Indexfonds oder Passivfonds bezeichneten ETFs bilden in dieser Hinsicht eine Ausnahme, da die Fondsanteile tatsächlich an der Börse gehandelt werden. Der Preis wird also durch Angebot und Nachfrage bestimmt, sodass die Fondsgesellschaft sich nicht – wie bei klassischen offenen Fonds – um die tägliche Ermittlung des Fondspreises kümmern muss. Mittlerweile sind diese Indexfonds bei vielen Anlegern äußerst beliebt, was vor allem damit zu tun hat, dass die Performance im Vergleich zur offenen Fonds oftmals besser ist. Dies ist insoweit etwas erstaunlich, als dass Indexfonds nicht aktiv gemanagt werden, wie es bei klassischen Investmentfonds der Fall ist.

Demnach müssten aktiv gemanagte Fonds eigentlich aufgrund der Fachkenntnisse und der Selektion durch den Fondsmanager besser abschlagen, was mittlerweile allerdings meistens nicht der Fall ist. Indexfonds funktionieren so, dass der Fondsmanager lediglich einen bestimmten Index nachbilden muss, beispielsweise den DAX. Demzufolge würde er alle DAX-Aktien in der gleichen Gewichtung erwerben, wie sie im Deutschen Aktienindex vorkommen. Dementsprechend ist die Wertentwicklung des jeweiligen Indexfonds nahezu identisch mit der Performance des zugrundeliegenden Index. Viele Anleger entscheiden sich vor allem deshalb für Indexfonds, weil die Gesamtkostenquote pro Jahr deutlich geringer als bei den meisten aktiv gemanagten Fonds ist. Während Sie bei klassischen Fonds nicht selten jährlich Kosten in Höhe von zwei oder mehr Prozent in Kauf nehmen müssen, bewegen sich die Gebühren bei ETFs selten oberhalb von 0,7 Prozent.

Geldmarktfonds

Falls Sie als Anleger nach offenen Fonds suchen, die möglichst sicher sind, sollten Sie sich für Geldmarktfonds entscheiden. Im Idealfall wählen Sie dann noch einen Geldmarktfonds, der in Euro notiert wird, sodass Sie weder ein Emittenten- noch ein Währungsrisiko besitzen. Geldmarktfonds investieren ausschließlich in sogenannte Geldmarktpapiere, bei denen sich es sich beispielsweise um Schatzanweisungen oder kurz laufende Rentenpapiere handelt, deren Laufzeit bzw. Restlaufzeit normalerweise nicht oberhalb eines Jahres liegt. Geldmarktfonds haben die relativ hohe Sicherheit als Vorteil, wobei die Renditen allerdings – insbesondere in Niedrigzinsphasen – auf der anderen Seite sehr niedrig sind und als Nachteil gelten müssen.

Gemischte Fonds

Gemischte Fonds finden sich am Markt immer häufiger vor und zeichnen sich dadurch aus, dass nicht nur in eine Kategorie von Finanzprodukten investiert wird, beispielsweise in Aktien, sondern in mehreren Rubriken. So erwerben gemischte Fonds beispielsweise sowohl Aktien als auch Rentenpapiere. Aus diesem Grund werden Mischfonds relativ häufig gewählt, wenn es um den Aufbau einer privaten Altersvorsorge geht. In diesem Fall können Anleger nämlich davon profitieren, dass die Fondsgesellschaft in den ersten Jahren oder Jahrzehnten zunächst in renditestarke Aktien investiert. Einige Jahre vor Vertragsende bzw. vor Ende der angedachten Einzahlung durch den Anleger schichten die Fonds das bereits erworbene Kapital dann in sichere Rentenpapiere oben, sodass das Vermögen des Anlegers gesichert wird. Hier kommt es auf die jeweilige Struktur des Fonds an, in welche Finanzprodukte in welchem Umfang investiert wird.

Hedgefonds

Etwas aus der Reihe tanzen bei den offenen Fonds die sogenannten Hedgefonds, da diese zum einen als äußerst riskant gelten und zum anderen eher selten von Privatanlegern genutzt werden. Stattdessen investieren vor allem größere institutionelle Kunden oder vermögende Privatkunden in Hedgefonds, die nicht in übliche Anlageobjekte, wie zum Beispiel Aktien, Immobilien oder Geldmarktpapiere, investieren. Stattdessen besteht die Haupttätigkeit der Hedgefonds darin, dass Kapital der Anleger am Terminmarkt zu investieren. Demzufolge kann eher von einer Spekulation als von einer Kapitalanlage gesprochen werden, denn in erster Linie sind es Derivate wie Optionen oder Futures, in die Hedgefonds investieren. Meistens werden diese Fonds zur Absicherung anderer Positionen genutzt, beispielsweise von größeren Unternehmen zur Absicherung von Währungsgeschäften.

Immobilienfonds

Immobilienfonds sind nahezu die einzigen Fonds, die es in zwei Varianten gibt, nämlich sowohl als offene als auch als geschlossene Fonds. Dennoch gibt es natürlich einen gravierenden Unterschied zwischen diesen zwei Alternativen, die sich aus den Unterschieden zwischen geschlossenen und offenen Fonds ableiten. Bei offenen Immobilienfonds ist es so, dass das eingesammelte Kapital von der Fondsgesellschaft genutzt wird, um Immobilien zu erwerben. Die Erträge generieren sich dann durch Miet- oder Pachteinnahme sowie eventuelle Verkaufserlöse, falls die Objekte später verkauft werden.

Die Regulierung offener Immobilienfonds ist in den vergangenen Jahren deutlich strenger geworden, was unter anderem damit zu tun hat, dass nicht wenige offene Immobilienfonds Liquiditätsprobleme hatten und sogar die Rücknahme von Anteilen teilweise ausgesetzt werden musste. Daraus ergibt sich heute, dass Anleger – obwohl es sich um offene Fonds handelt – eine Mindesthaltedauer der Anteile von zwei Jahren beachten müssen. Grundsätzlich gelten Immobilienfonds als sehr gutes Investment, wenn Anleger nicht direkt in Immobilien investieren möchten, grundsätzlich aber von den Vorteilen eines Immobilieninvestments profitieren wollen.

Rentenfonds

Rentenfonds sind offene Fonds, die in Rentenpapiere, also in Anleihen, investieren. Neben den Aktienfonds gehören Rentenfonds definitiv zu den offenen Fonds, bei denen Sie die größte Auswahl am Markt vorfinden. Ähnlich wie bei Aktienfonds ist es bei Rentenfonds zudem so, dass diese oftmals in Branchenfonds, Länderfonds und Regionenfonds eingeteilt werden. Meistens sind Rentenfonds mit mehr Sicherheit ausgestattet als Aktienfonds, aber verallgemeinern darf man dies nicht. Immerhin gibt es zum Beispiel auch Rentenfonds, die ausschließlich in Anleihen von Staaten investieren, die den sogenannten Emerging Markets zugeordnet sind. Daher sollten Sie bei der Wahl des entsprechenden Rentenfonds sehr genau darauf achten, in welche Art von Rentenpapiere der jeweilige Fonds das Kapital seiner Anleger investiert.

Performance von Fonds messen

Ein nicht ganz unkompliziertes Thema im Zusammenhang mit Fonds besteht in der Messung der Performance. Natürlich lässt sich insbesondere bei offenen Fonds jederzeit nachvollziehen, welche Wertentwicklung die Fonds in der Vergangenheit gemacht haben. Dabei sollten Anleger allerdings berücksichtigen, dass es natürlich einen Unterschied zwischen Performance und Rendite gibt. Unter Performance versteht man die reine Entwicklung des Anteilspreises, beispielsweise einen Anstieg von 45 auf 55 Euro je Anteilswert. Diese Performance kann sich von der vom Anleger zu erzielende Rendite allerdings deutlich unterscheiden, denn natürlich müssen zuvor noch die Kosten abgezogen werden, die dem Kunden beim Kauf oder der Verwaltung der Fonds entstehen.

Somit kann es durchaus passieren, dass die Performance eines Aktienfonds im vergangenen Jahr bei neun Prozent lag, der Anleger aber aufgrund der Kosten lediglich eine Rendite von 6,8 Prozent erzielt. Darüber hinaus sehen Experten die Messung der Performance auch deshalb etwas kritisch, weil eine vergangene Wertentwicklung natürlich noch nichts darüber aussagt, wie sich die Preisentwicklung in der Zukunft gestalten wird. Daher raten immer mehr Fachleute dazu, dass die Performance zwar ein gutes Vergleichskriterium ist. Jedoch sollten Anleger keinen allzu großen Wert darauflegen, wenn es darum geht, eine Grundlage für die Entscheidung für oder gegen einen Fonds zu finden.

Welche Risiken beinhalten Investmentfonds?

Wenn man die Frage beantworten möchte, welche Risiken Investmentfonds beinhalten, muss man natürlich vor allem nach den zuvor aufgeführten Fondsarten unterscheiden. Die Risiken sind zum Beispiel bei geschlossenen Fonds in aller Regel deutlich höher als der offenen Fonds, was allein schon aufgrund der Tatsache so ist, dass die Anteile bei offenen Fonds jederzeit zurückgegeben werden können, während der Anleger sein Kapital bei geschlossenen Fonds über einen gewissen Zeitraum hinweg bindet. Zudem ist das Risiko bei offenen Fonds aufgrund der deutlich höheren Risikostreuung niedriger als bei geschlossenen Fonds.

Ein gravierender Unterschied besteht zudem darin, dass ausschließlich geschlossen Fonds über ein Emittentenrisiko verfügen, dass es bei offenen Fonds nicht gibt. Bei geschlossenen Fonds können Sie also im Prinzip Ihr gesamtes Kapital verlieren, was bei offenen Fonds nur äußerst selten als Risiko aufzuführen ist. Ein Währungsrisiko kann es sowohl bei offenen als auch geschlossenen Fonds geben, nämlich dann, wenn die Anteile in einer fremden Währung ausgegeben und zurückgenommen werden. Ein Kursrisiko müssen Sie ebenfalls bei beiden Varianten einkalkulieren, denn sowohl der Preis für den Anteil an einem offen als auch an einem geschlossenen Fonds kann selbstverständlich schwanken.

In der Übersicht sind es demnach die folgenden Risiken, die jeweils nicht bei jedem offenen bzw. geschlossenen Fonds vorkommen können, jedoch grundsätzlich zu beachten sind:

• Emittentenrisiko (in der Regel nur bei geschlossenen Fonds)
• Kursrisiko
• Währungsrisiko
• Ertragsrisiko

Regelmäßiges Sparen in Fonds

Insbesondere offene Fonds sind bei immer mehr Anlegern beliebt, weil sie auch zum regelmäßigen Sparen genutzt werden können. Dies gilt allerdings nicht für geschlossene Fonds, was sich schon allein aus der Mindestanlage heraus ergibt. Wer allerdings beispielsweise monatlich für 50 oder 100 Euro sparen möchte, der kann sich für einen Fondssparplan entscheiden. Innerhalb dieses Sparplans kauft die Bank oder der Broker dann regelmäßig für einen festen monatlichen Betrag Fondsanteile, sodass sich der Anleger bzw. Sparer um nichts weiter kümmern muss. Alternativ zu Fonds-Sparplänen gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, sogenannte ETF-Sparpläne oder auch Aktiensparpläne zu nutzen.

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