CFD-Handel

CFD-Handel: Beliebte Spekulation mit Differenzkontrakten

Zu den Finanzprodukten, die in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen haben und immer häufiger am Markt anzutreffen sind, gehören unter anderem CFDs. CFD ist die Abkürzung für Contract For Difference, was ins Deutsche übersetzt soviel wie Differenzkontrakte bedeutet. Es handelt sich dabei um äußerst spekulative Finanzinstrumente, die es dem Kunden allerdings ermöglichen, mit geringem Kapitaleinsatz in kurzer Zeit hohe Gewinne zu erzielen. Nicht außer Acht gelassen werden sollte allerdings das erhebliche Verlustrisiko, denn bei manchen CFDs kann sogar ein Totalverlust entstehen, mindestens aber ein Verlust im hohen zweistelligen Bereich.

Worum handelt es sich bei CFDs?

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei CFDs um Differenzkontrakte. Dies klingt zunächst etwas abstrakt, ist in der Praxis allerdings relativ einfach zu erläutern und zu verstehen. Jeder Differenzkontrakt bezieht sich auf einen bestimmten Basiswert, der letztendlich indirekt durch die CFDs gehandelt werden kann. Nahezu alle CFD-Broker, auf die wir im Folgenden noch näher eingehen werden und über die der Handel mit CFDs überhaupt erst möglich ist, stellen eine gute Auswahl aus den folgenden vier Basiswerttypen zur Verfügung:

• Aktien
• Indizes
• Rohstoffe
• Devisen

Sie können in der jeweiligen Kategorie also entscheiden, ob Sie beispielsweise über den Weg der CFDs Daimler-Aktien, den DAX-Index, Gold als Rohstoff oder vielleicht den US-Dollar als Devise handeln möchten. Manche Broker stellen insgesamt sogar über 500 unterschiedliche Basiswerte zur Auswahl bereit. Mit einem CFD spekulieren Sie darauf, dass beispielsweise der Kurs der Daimler-Aktien zukünftig ansteigt. Andererseits haben Sie allerdings mit den Contracts For Difference ebenso die Möglichkeit, auf fallende Kurse und Preise zu spekulieren, was diese Finanzprodukte unter anderem so beliebt macht.



Wie funktionieren CFDs im Detail?

Der Handel mit CFDs ist relativ transparent und einfach verständlich, wenn Sie einmal wissen, wie CFDs vom Grundsatz her funktionieren. Eine wichtige Information haben Sie bereits erhalten, nämlich, dass sich CFDs stets auf einen Basiswert beziehen. Die CFDs selbst haben also keinen eigenen Wert, sondern schöpfen den Wert daraus, dass ein Basiswert, das sogenannte Asset, zugrunde liegt. Ferner ist es wichtig zu verstehen, dass sich der Wert des Differenzenkontraktes daraus ergibt, welchen Preis Sie beim Kauf bezahlt haben und wie sich der Kurs oder Preis des Basiswertes fortan entwickelt. Ein wichtiger Bestandteil der Funktionsweise ist zudem der, dass CFDs immer mit einem Hebel ausgestattet sind. Je nach CFD-Broker kann dieser zwischen 10:1 und bis zu 400:1 betragen. Nehmen wir einmal einen Hebel von 100:1 als Mittelwert und zeigen an einem Beispiel, wie letztendlich der Handel mit CFDs in der Praxis funktioniert:

Angenommen, Sie möchten darauf spekulieren, dass der DAX-Index in den kommenden Wochen steigen wird. Demzufolge entscheiden Sie sich für ein Index-CFD mit dem Basiswert DAX. Eine Laufzeit müssen Sie nicht berücksichtigen, denn in aller Regel handelt es sich bei CFDs um Finanzprodukte, die keine Laufzeitbegrenzung besitzen. Sie müssen sich also nur noch entscheiden, welche Anzahl an CFDs Sie handeln möchten. Da in diesem Fall mit einem Hebel von 100:1 gearbeitet wird, können Sie beispielsweise mit lediglich 100 Euro Eigenkapital einen Gegenwert von 10.000 Euro handeln. Ein DAX-CFD hat momentan exakt den gleichen Wert wie der DAX-Index selbst, der bei rund 13.000 Punkten notiert. In der Regel würde ein DAX-CFD also 13.000 Euro kosten, denn bei den CFDs wird der Gegenwert des Basiswertes in der Regel mit 1:1 abgebildet. Dies klingt sehr teuer, allerdings ist eben an dieser Stelle zu berücksichtigen, dass Sie nur den 100. Teil dieses Gegenwertes, also 130 Euro, selbst an Kapital aufbringen müssen. Es ergibt sich somit das folgende Beispiel:


Index-CFD: Basiswert DAX
Anzahl CFDs: 10
Handels Gegenwert: 130.000 Euro
Hebel: 100:1
Margin: 1%
Eigener Kapitaleinsatz: 1.300 Euro


Bei einem Hebel von 100:1 ist es so, dass Sie damit eine Sicherheitsleistung, als Margin bezeichnet, von mindestens einem Prozent hinterlegen müssen. Dies bedeutet allerdings auch, dass bei einem zwischenzeitlichen Kursrückgang beim DAX-Index von mehr als einem Prozent bereits die Gefahr besteht, dass Sie entweder in die Nachschusspflicht fallen oder die Position automatisch geschlossen wird. Daher ist es sinnvoll, dass Sie nur einen kleineren Teil Ihres Gesamtkapitals, welches zum CFD-Handel genutzt werden soll, auf eine Position setzen.

Welche Chancen und Risiken besitzen CFDs?

Eine wichtige Frage stellt sich für spekulativ eingestellte Anleger vor dem CFD-Handel: Welche Chancen und Risiken beinhaltet das CFD-Trading? Beliebt ist der CFD-Handel sicherlich vor allem aufgrund seiner hohen Transparenz, der leichten Verständlichkeit und vor allem aufgrund der Tatsache, dass mit geringem Kapitaleinsatz große Gegenwerte bewegt werden können, sodass ebenfalls hohe Gewinne entstehen können. Wenn Sie bei einem Hebel von 100:1 lediglich 100 Euro einsetzen, hätten Sie bei einer günstigen Kursentwicklung von lediglich zwei Prozent bereits einen Gewinn von 200 Euro erzielt. Auf der anderen Seite besteht allerdings jederzeit ein Risiko, dass Sie größere Anteile Ihres eingesetzten Kapitals verlieren könnten. Denn – um beim Beispiel DAX-Index zu bleiben – es ist natürlich jederzeit möglich, dass sich der DAX ungünstig entwickelt und die von Ihnen erworbenen CFDs daher im Wert fallen. Totalverluste sind bei CFDs allerdings eher selten, denn in aller Regel sind die Kontrakte nicht mit einer Laufzeitbegrenzung ausgestattet. Sie sollten sich diesbezüglich allerdings beim jeweiligen CFD-Broker informieren, denn es existieren durchaus einige Contracts For Difference, die nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gültig sind.



Wie und wo können CFDs gehandelt werden?

Falls Sie jetzt bereits sehr interessiert daran sind, zukünftig ebenfalls in den CFD-Handel einzusteigen, stellt sich vermutlich die Frage, wie und wo dies möglich ist. Wenn Sie sich bei Ihrer gewöhnlichen Hausbank informieren, ob Sie dort CFDs handeln können, werden Sie vermutlich fast immer eine Absage erhalten. Dies liegt daran, dass klassische Kreditinstitute, wie zum Beispiel Sparkassen, Großbanken und auch Volks- und Raiffeisenbanken, normalerweise keinen Handel mit diesen spekulativen Finanzinstrumenten anbieten. Stattdessen sind es in der Regel entweder spezielle CFD-Broker oder auch Forex-Broker, die neben dem Devisenhandel auch das CFD-Trading zur Verfügung stellen. Um das Angebot zu nutzen, müssen Sie sich lediglich beim jeweiligen CFD-Broker registrieren. Die Anmeldung nebst der weiteren Nutzung des Handelskontos ist in aller Regel kostenfrei. Stattdessen ist es insbesondere der Spread, manchmal aber auch Transaktionskosten, die als Kostenfaktor anzuführen sind. Der jeweilige Broker stellt Ihnen normalerweise eine große Anzahl von mehreren Hundert unterschiedlichen Basiswerten zur Verfügung, die Sie über die jeweiligen CFDs handeln können. Wenn Sie also CFDs handeln möchten, gestaltet sich der Ablauf in aller Regel wie folgt:

1. Konto bei einem CFD-Broker eröffnen
2. Geld auf das Handelskonto transferieren, zum Beispiel per Kreditkarte
3. Basiswerte und damit CFDs wählen
4. Handelsauftrag erteilen

Vor der Anmeldung bei einem CFD-Broker empfehlen wir, dass Sie einen ausführlichen Vergleich der Anbieter vornehmen. Zwar gibt es insbesondere hinsichtlich der Leistungen keine sehr großen Unterschiede, aber vor allen Dingen die Handelsplattform, der Kundenservice und eventuelle Zusatzleistungen sind durchaus größeren Differenzen unterliegen, wenn Sie die verschiedenen Broker betrachten. Daher möchten wir Sie im folgenden Abschnitt noch etwas dazu informieren, worauf Sie bei einem Vergleich der CFD-Broker achten sollten.

CFD-Broker Vergleich: Auf verschiedene Vergleichspunkte achten

Mittlerweile sind es mehr als 20 bekannte CFD-Broker, über die Sie mit Contracts For Difference handeln können. Daher macht es auf jeden Fall Sinn, die vorhandenen Angebote miteinander zu vergleichen. Ein sehr guter Weg, wie Sie sich schnell und zielgerichtet einen Überblick verschaffen können, sind sogenannte Reviews. Dabei handelt es sich um Testberichte zu den CFD-Brokern, die zahlreiche Informationen zum Angebot beinhalten. In dem Zusammenhang sind es insbesondere die folgenden Rubriken, die beim Vergleich wichtig sind, damit Sie auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen CFD-Brokern identifizieren können:

• Handelsplattform
• Kundenservice
• Handelsangebot
• Konditionen (Kosten)
• Zusatzleistungen
• Ein- und Auszahlungsoptionen
• Regulierung / Sicherheit

Besonders wichtig ist sicherlich die Handelsplattform, mit der Sie gut zurechtkommen sollten, falls Sie dauerhaft erfolgreich mit CFDs handeln möchten. Um Plattform und den CFD-Handel zunächst einmal risikofrei kennenlernen zu können, stellen übrigens die meisten Broker ein sogenanntes Demokonto zur Verfügung. Dieses Testkonto gibt Ihnen die Gelegenheit, mit virtuellem Geld zu handeln und somit ohne Risiko auszuprobieren, wie das CFD-Trading funktioniert, welche Elemente die Handelsplattform beinhaltet und was Sie sonst gerne noch ausprobieren möchten.



Fazit zum Handel mit CFDs

Der Handel mit CFDs erfreut sich nicht ohne Grund einer wachsenden Beliebtheit, denn mit einem vergleichsweise geringen Kapitaleinsatz besteht die Chance auf überproportional hohe Gewinne. Allerdings ist zu beachten, dass das Risiko von Verlusten ebenfalls nicht unerheblich ist. Da es sich beim CFD-Handel um eine Spekulation handelt, sollten Sie nur einen kleineren Teil Ihres Gesamtvermögens in solche spekulativen Finanzinstrumente investieren.

Vorteilhaft ist die große Auswahl an Basiswerten, denn Sie können sich heutzutage zwischen mehreren Hundert CFDs entscheiden. Als Grundlage benötigen Sie lediglich ein Handelskonto bei einem Broker, bei dem es sich entweder um einen CFD-Broker oder um einen Forex-Broker handelt. Durch den Hebel müssen Sie nur einen geringen Teil des gehandelten Gegenwertes als Margin hinterlegen und sind daher überproportional an Gewinnen, aber eben auch an Verlusten beteiligt. Insgesamt betrachtet ist der CFD-Handel also für spekulativ eingestellte Anleger geeignet, die sich des Risikos bewusst sind, dieses aber dennoch unter Berücksichtigung der möglichen Gewinnchancen eingehen wollen.

Geldanlage.de - Ihr Portal rund um das Thema Geldanlage, Kredite, Zinsen sowie Börse und Finanzmarkt