Girokonto Ratgeber

Das Girokonto im Fokus

Das Girokonto ist das Bankprodukt, welches von den meisten Bundesbürgern genutzt wird. Heutzutage eröffnen oftmals schon Kinder bzw. Jugendliche ein solches Konto, dann natürlich mit Zustimmung der gesetzlichen Vertreter. Wir möchten Sie gerne in unserem großen Ratgeber zum Thema Girokonto darüber informieren, wozu diese Konten verwendet werden, welche wichtige Funktion sie im Zusammenhang mit dem Zahlungsverkehr haben, was ein Girokonto kostet und welche Leistungen diese Bankkonten beinhalten. Darüber hinaus gehen wir in einem gesonderten Bereich auch auf das Online-Banking ein, denn immer mehr Girokonten werden heutzutage über das Internet genutzt.

Worum handelt es sich beim Girokonto?

Das Girokonto ist das Bankkonto, welches in erster Linie dem Zahlungsverkehr dient. Aus diesem Grund ist das Girokonto auch von solch großer Bedeutung, denn ohne ein derartiges Konto könnten die einfachsten Dinge nicht erledigt werden, wie zum Beispiel Rechnungen bezahlen oder den monatlichen Lohn zu erhalten. Auch aus diesem Grund hat die Europäische Union vor nicht allzu langer Zeit beschlossen, dass innerhalb der EU jeder Bürger ein Recht auf ein Girokonto haben muss. Girokonten dienen in erster Linie dem Zahlungsverkehr, werden also genutzt, um Überweisungen zu tätigen, Geldbeträge zu empfangen oder mittels der verbundenen Produkte, insbesondere Bank- und Kreditkarten, Bargeldabhebungen sowie unbare Zahlungen vorzunehmen. Das Girokonto ist somit ein Zahlungsverkehrskonto, dessen Besonderheit unter anderem darin besteht, dass das Konto generell sowohl im Haben als auch im Soll geführt werden kann. Insgesamt sind es zahlreiche Leistungen, die mit dem Girokonto verbunden sind. So können Sie mit Girokonten als Basis unter anderem die folgenden Leistungen in Anspruch nehmen und Tätigkeiten durchführen:

• Dauerauftrag einrichten oder ändern
• Überweisung tätigen
• Online-Banking nutzen
• Konto überziehen (bei eingeräumtem Dispositionskredit)
• Gelder empfangen
• Mit der zum Girokonto gehörenden Kredit- oder Bankkarte in Geschäften bargeldlos zahlen oder am Geldautomaten Bargeld verfügen



Girokonto immer häufiger ein Online-Konto

Im Zeitalter des Internets ist es so, dass das Girokonto immer häufiger ein Online-Konto ist. Dies bedeutet, dass Sie das Konto zunächst online über die Webseite einer Filialbank oder einer Direktbank beantragen, eröffnen lassen und anschließend die meisten Transaktionen, die in Verbindung mit dem gewöhnlichen Zahlungsverkehr anfallen, ebenfalls online durchführen. Zu diesem Zweck bieten mittlerweile nahezu alle Banken, die generell ein Girokonto zur Verfügung stellen, das sogenannte Online-Banking an. Mit dem Online-Banking ist es heutzutage möglich, nahezu alle Transaktionen und Tätigkeiten durchzuführen, die im Zusammenhang mit dem Girokonto von Bedeutung sind. Dazu zählen beispielsweise die folgenden Tätigkeitsbereiche:

• Dauerauftrag einrichten
• Dauerauftrag ändern
• Überweisungen tätigen
• Lastschriften einziehen
• Lastschriften zurückgegeben

Auch wenn von einigen Seiten aus immer wieder kritisiert wird, dass das Online-Banking nicht besonders sicher sei, hat es in der Vergangenheit nahezu keinen Fall gegeben, bei dem beispielsweise das heute moderne und sichere TAN-Verfahren geknackt wurde. Meistens trägt der Kontoinhaber zumindest eine Mitschuld, wenn das Konto missbräuchlich genutzt wurde, indem er beispielsweise auf eine sogenannte Phishing-Mail reagiert und in der E-Mail einen Link angeklickt hat, die ihn zu einer falschen Webseite führt und so ein Abgreifen der Login-Daten erfolgen konnte.

Um das Online-Banking nutzen zu können, muss die Bank lediglich einen Zugang freischalten. Sie erhalten zudem eine PIN, mit der Sie sich in Kombination mit Ihrer Kontonummer oder Ihrem Benutzernamen ins System einloggen können. Möchten Sie dann eine Transaktion durchführen, beispielsweise eine Überweisung tätigen, müssen Sie zusätzlich eine TAN-Nummer (Transaktionsnummer) erfassen. Insbesondere die modernen TAN-Verfahren, wie zum Beispiel mobileTAN (mTAN) sind nach Ansicht der meisten Experten heutzutage so sicher, dass es keine größeren Bedenken gibt, Online-Banking zu nutzen. Aufgrund der Tatsache, dass die TAN auf ein separates Gerät gesendet wird, welches unabhängig von der Webseite der Bank ist, ist eine hohe Sicherheit gewährleistet.

Wer kann ein Girokonto eröffnen?

In der Einleitung haben wir erwähnt, dass heutzutage oftmals schon Kinder und Jugendliche ein Girokonto besitzen. Voraussetzung dafür, dass Minderjährige ein Girokonto haben dürfen, ist allerdings die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter. Im Klartext heißt das, dass die Eltern dem Minderjährigen erlauben müssen, ein Girokonto zu führen. Hinzu kommt eine weitere Beschränkung, die darin besteht, dass Girokonten für Minderjährige stets als Guthabenkonten geführt werden müssen. Dazu wird eine spezielle Vereinbarung getroffen, die es dem Kontoinhaber untersagt, Überziehungen vorzunehmen. Zudem muss die Bank natürlich ebenso gewährleisten, dass das Girokonto nicht in Soll geraten kann.

Spätestens seit der neuen EU-Verordnung, welche besagt, dass jedermann in der Europäischen Union das Recht auf ein Girokonto hat, werden Anträge auf ein Girokonto in aller Regel nicht mehr abgelehnt. Daher gibt es in der Praxis meistens auch keine weiteren Voraussetzungen, die für das Eröffnen eines Girokontos erfüllt werden müssen. Allerdings ist die Bank natürlich nicht dazu verpflichtet, unter der Voraussetzung ein neues Girokonto zu eröffnen, dass der Kunde bereits ein derartiges Konto bei einer anderen Bank hat. In dem Fall kann jedes Kreditinstitut selbst entscheiden, ob es die Einrichtung eines Girokontos durchführt oder nicht. Zudem haben Kreditinstitute in Ausnahmefällen auch dann die Möglichkeit, die Kontoeröffnung abzulehnen, falls es sich um das einzige Girokonto des Kunden handeln würde. Dies trifft zum Beispiel zu, wenn der Kontoinhaber bzw. Antragsteller gegenüber der Bank bereits in der Form auffällig geworden ist, als dass er Manipulationen vorgenommen hat oder sogar ein Betrugsversuch unternommen wurde.



Was kostet ein Girokonto?

Eine spannende Frage im Zusammenhang mit dem Girokonto ist, was dieses Konto den Kunden eigentlich kostet. Fest steht, dass das Girokonto aus Sicht der Banken wohl das kostspieligste Produkt überhaupt ist, was natürlich vor allem in der breiten Nutzung dieser Konten liegt. So ist das Girokonto äußerst vielseitig einsetzbar, wie zum Beispiel zum Empfang von Geldern, für Überweisungen, es eignet sich zum Bargeld verfügen und Sie können jederzeit bargeldlose Transaktionen vornehmen. Zudem haben Sie über einen eingeräumten Dispositionskredit die Möglichkeit, das Girokonto indirekt als Kredit zu nutzen. All diese Faktoren führen dazu, dass die meisten Banken für die Nutzung des Girokontos Gebühren in Rechnung stellen. Es gibt allerdings nach wie vor einige Kreditinstitute, die explizit ein kostenloses Girokonto zur Verfügung stellen.

Nur selten ist die Kostenfreiheit allerdings ohne Voraussetzungen nutzbar, sondern stattdessen muss der Kunde einige Bedingungen erfüllen. Dennoch gibt es einige wenige Banken, die tatsächlich noch ein rundum und bedingungslos kostenfreies Girokonto zur Verfügung stellen. Die Namen dieser Banken möchten wir an dieser Stelle bewusst nicht nennen, da es häufig Änderungen bei den Anbietern gibt, was die Kostenfreiheit angeht. Daher ist es am besten, Sie informieren sich im Bedarfsfall kurz selbst, welches Kreditinstitut aktuell ein tatsächlich rundum kostenfreies Girokonto im Angebot hat. Bei den Girokonten, die nur unter bestimmten Voraussetzungen kostenfrei angeboten werden, verlangen die Kreditinstitute meistens entweder ein Mindestguthaben auf einem anderen Anlagekonto bei der Bank oder einen regelmäßigen Geld- bzw. Gehaltseingang in einer bestimmten Höhe. Somit sind es die folgenden Voraussetzungen, die typisch für die Nutzung eines kostenlosen Girokontos sind:

• Mindestguthaben bei der Bank: 20.000 Euro, zum Beispiel auf dem Tagesgeldkonto
• Geldeingang von monatlich mindestens 1.500 Euro
• Monatlicher Gehaltseingang oder Rente von 1.000 Euro oder mehr

Die große Mehrheit aller am Markt angebotenen Girokonten ist allerdings weder mit noch ohne Bedingungen kostenfrei, sondern die Banken berechnen in diesem Fall Kontoführungsgebühren. Ein Girokonto Vergleich zwischen den Angeboten ist diesbezüglich nicht ganz einfach, denn die Kreditinstitute arbeiten teilweise mit ganz unterschiedlichen Gebührenmodellen.

Welche Gebührenmodelle gibt es beim Girokonto?

Die Vergleichbarkeit von Girokonten im Hinblick auf die anfallenden Kosten ist deshalb nicht immer einfach, weil die Kreditinstitute teilweise ganz unterschiedliche Gebührenmodelle nutzen. In der Praxis finden sich insbesondere die folgenden Varianten vor:

• Grundgebühr, in der alle Kosten enthalten sind
• Jeder einzelne Buchungsposten wird berechnet
• Mischung aus Grundgebühr und Einzelabrechnung der Buchungsposten

Um nun zu ermitteln, welche Gebührenvariante für den einzelnen Kontoinhaber am günstigsten ist, ist es vor allen Dingen wichtig, das eigene Nutzungsverhalten bezüglich des Girokontos zu kennen. Eine Grundgebühr als alleiniger Kostenfaktor lohnt sich daher insbesondere unter der Voraussetzung, dass relativ viele Buchungen über das Konto laufen. In dem Fall stellt die Grundgebühr eine Art Flatrate dar, während die Gesamtkosten bei der Berechnung jedes einzelnen Buchungspostens im Normalfall höher wären. Das Abrechnungsmodell, welches ausschließlich auf der Einzelabrechnung jedes Buchungspostens beruht, ist demgegenüber sicherlich insbesondere für Kunden interessant, die nur wenige Umsätze über das Girokonto laufen lassen. Ferner ist zu beachten, dass die meisten Banken einen Unterschied bezüglich der Kosten machen, ob das Konto ausschließlich online oder auch offline genutzt wird. Mit der Offline-Nutzung ist insbesondere das Einreichen von Schecks oder auch Überweisungsbelegen gemeint, was natürlich für die Banken einen zusätzlichen Kostenaufwand bedeutet.

Prinzipiell lässt sich festhalten, dass insbesondere die Direktbanken relativ günstige Girokonten anbieten. Mitunter wird das Konto sogar kostenlos geführt, während es bei den meisten Sparkassen, Volksbanken sowie Bank mit Geschäftsstellennetz so ist, dass sich die Kosten für die Kontoführung durchaus zwischen 5 und 30 Euro im Monat bewegen können.

Das Zubehör zum Girokonto: Kundenkarte, Kreditkarte und Dispositionskredit

Das Girokonto ist die Basis für alle Bürger, um am Zahlungsverkehr teilnehmen zu können. Neben dem Online-Banking statten die meisten Kreditinstitute ihr Girokonto noch mit einigen Zusatzleistungen aus, wie zum Beispiel einer Kundenkarte (ehemals EC-Karte), einer Kreditkarte oder auch einem Dispositionskredit, falls die Bonität des Kunden ausreichend ist. Auf diese drei zusätzlichen Angebote, die mittlerweile in nahezu jedem Girokonto integriert sind, möchten wir im Folgenden noch kurz eingehen.

Bankkarte bzw. Kundenkarte, ehemals EC-Karte

Bis vor einigen Jahren wurde zum Girokonto fast immer eine EC-Karte ausgegeben. Seitdem es dieses EC-System in Form der Euroschecks nicht mehr gibt, erhalten Bankkunden stattdessen Debit-Karten, also gewöhnliche Kunden- und Bankkarten. Mit diesen Karten ist das bargeldlose Zahlen im Inland sowie im Euro-Ausland in Geschäften, Restaurants, Tankstellen und zahlreichen anderen Orten möglich. Darüber hinaus haben Sie die Gelegenheit, mit der Bankkarte an mehreren Zehntausend Geldautomaten im Inland sowie an zahlreichen Automaten im Ausland Bargeld zu verfügen. Meistens wird die Bankkarte unabhängig von der Bonität des Kunden ausgegeben, denn sollte die Bank beispielsweise keinen Dispositionskredit einräumen, können Sie mit der Kundenkarte auch nur innerhalb des Guthabens Verfügungen vornehmen.



Die Kreditkarte zum Girokonto

Heutzutage nutzt fast jeder Bundesbürger eine Kreditkarte, was insbesondere seit Einführung der Prepaid-Kreditkarte möglich ist. Daher tun sich Kreditinstitute nicht mehr schwer, nahezu automatisch zum Girokonto eine Kreditkarte auszugeben. Kreditkarten gibt es mittlerweile in verschiedenen Varianten, die sich insbesondere durch die anfallenden Gebühren und den Leistungsumfang sowie das eingeräumte Kreditlimit und auch durch die Abrechnungsart voneinander unterscheiden. Diesbezüglich werden am Markt heute die folgenden Kreditkartenarten angeboten:

• Prepaid-Kreditkarte
• Classic-Kreditkarte
• Premium-Kreditkarte

Zum Thema Kreditkarten können Sie sich übrigens gerne ausführlich in unserer Rubrik Kreditkarten informieren, in der wir beispielsweise noch näher auf die verschiedenen Kreditkartenarten, die Kosten und die Leistungen eingehen.

Dispositionskredit

Eine weitere Leistung, die eng in Verbindung mit dem Girokonto steht, ist der Dispositionskredit. Viele Millionen Bundesbürger haben sich bereits daran gewöhnt, dass sie ihr Girokonto bei Bedarf oder auch dauerhaft überziehen können. Zwar ist der Dispositionskredit wohl die im Privatkundenbereich teuerste Kreditvariante, aber auf der anderen Seite ist er eben sehr flexibel und leicht zu handhaben. Dennoch sollten Sie bei dauerhafter Nutzung oder falls Sie den Dispositionskredit in größerem Umfang in Anspruch nehmen darüber nachdenken, eine Umschuldung in einen Ratenkredit vorzunehmen. Eingeräumt wird der Dispositionskredit in aller Regel nur dann, falls Sie eine ausreichende Bonität besitzen. Dies ist aus Sicht der meisten Kreditinstitute dann der Fall, wenn Sie ein regelmäßiges Einkommen erzielen und kein negativer Eintrag in der SCHUFA vorhanden ist. Zudem müssen Sie natürlich volljährig sein, damit das Kreditinstitut Ihnen ein Dispositionskredit einräumen kann.

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