Die größten Börsencrashs der Geschichte

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Börsencrash bzw. Börsenkrach?

Bei einem „Börsencrash“ (oder auch genannt: „Börsenkrach“) bricht innerhalb nur weniger Tage oder Wochen ein Kurs an einer Börse (sehr) stark ein. Wie kommt es dazu? Für gewöhnlich kommt es zu einem Börsencrash, sobald eine Finanzblase (Spekulationsblase) an der Börse „platzt“. Ab und zu kam es aber auch bereits vor, dass ein Börsenkrach ausgelöst wurde durch einzelne Negativ-Geschehnisse und deren Nachrichten darüber, wie z. B. bei der Pleite der einstig so mächtigen US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Nur in seltenen Fällen kommt es zu einem Börsencrash ohne vorhergehende Finanzblase oder spezifisch auslösenden Nachrichten.

Was ist eine Spekulationsblase?

Eine „Spekulationsblase“ ist eine bestimmte Situation auf einem Markt, bei der die Preise von Gütern (..mit denen Handel betrieben wird), weit über ihrem tatsächlichen Fundamentalwert liegen. Es zeigt sich dabei recht oft folgendes Muster: Zuerst werden diverse Güter stark gekauft, die Preise steigen stark – anschließend folgt der Preiszusammenbruch. Man könnte meinen, dass solche Preisentwicklungen eher nur ein Phänomen unserer modernen (Finanz-)Welt darstellen; doch es gab sie auch schon zu früheren Zeiten der Wirtschaftsgeschichte; wie z. B. bei der sog. „Tulpenmanie“ um 1637.

Was ist so schlimm an Spekulationsblasen?

Sie führen meist nicht nur zu einem großen, schnellen Wertverfall einzelner (Handels-)Güter (…was nicht selten zum Ruin ihrer Anleger führt…), sondern können sich auch (sehr) nachteilig auf ganze Länder auswirken. Solche extremen Preisentwicklungen, wie sie bei einer Spekulationsblase auftreten, können also negative Effekte auf Marktteilnehmer (auch Unternehmen) und Länder haben.

  • Zugang zu Hongkonger Börse und zu chinesischen Blue Chips
  • Aktien zum Emissionspreis
  • Sparkonto in USD mit 3% Zinsen
  • Persönlicher deutschsprachiger Investment-Consulter sowie das Support-Team

Was waren die größten Börsencrashs in jüngster Zeit?

Für die Leser besonders interessant werden die Börsencrashs sein, die noch nicht allzu lange zurückliegen. Um einigermaßen im Rahmen des Darstellbaren zu bleiben, wird in diesem Kapitel lediglich auf die – aus Sicht des Autors – relevantesten Börsenkrachs der letzten 35 Jahre eingegangen. In diesem relativ kurzen Zeitraum kam es nämlich zu sechs eindrucksvollen Börsencrashs, die teils verheerende und weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft mit sich brachten (Allen voran z.B. die derzeit allseits bekannte „Finanzkrise ab 2007“).

Die folgenden Ausführungen dieser Abhandlung vermitteln einen näheren und zugleich unterhaltsamen Einblick in die größten Börsencrashs der Geschichte: Welche gab es genau – und in welchem Jahr haben sie stattgefunden? Welche Folgen hatten die jeweiligen Börsencrashs für die Länder, insbesondere Deutschland? Eine ganze Palette an Fragen wird Ihnen diese unterhaltsame Abhandlung hoffentlich beantworten können.

Nun lasst uns zunächst die recht junge Finanzkrise ab 2007 ansehen.

Der Fall des japanischen Nikkei-Index im Zuge der Finanzkrise (ab 2007)

Warum ist die Finanzkrise ab 2007 so sehr von Relevanz? Sie ist der mit Abstand jüngste Börsencrash und hatte horrend weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft; weltweit gerieten die Finanzmärkte und Börsen in große Schwierigkeiten. Börsenturbulenzen waren dabei an der Tagesordnung: So rauschte beispielsweise die Aktie einer recht bekannten Investmentbank (Name: „Bear Stearns“) in den Keller (zeitweise 90% Wertverlust) und löste an der ganzen US-Börse Panik aus. Im Zuge der Finanzkrise fielen die Kurse an den Börsen sowohl in den USA, Europa als auch in Asien. Die Finanzkrise bescherte besonders dem Nikkei 225 (wichtigster Aktienindex Asiens) einen der schlechtesten Tage seiner Geschichte: Am 16. Oktober 2008 zeigte er am Ende einen Tiefstand von 8.458,45 Punkten an: Er verlor an jenem Tag über 11 Prozent.

Welcher Börsenkrach kam chronologisch noch vor der Finanzkrise ab 2007? Das war der Terroranschlag vom 11. September 2001, samt seiner (negativen) Auswirkung auf die Börsen.

Kursverluste des DAX und des Dow-Jones im Rahmen der Terroranschläge vom 11. September 2001

Der 11. September 2001 – ein Tag, der die Welt erschütterte. Das Terrorereignis brachte ebenso die Börsen ins Wanken. Der DAX verlor an jenem Tag satte 8,5 Prozent; selten in der Geschichte des DAX gab es solche Einstürze; es war um genauer zu sein sogar der drittgrößte Wertverlust in seiner Historie. Einige wenige Tage später setzte sich der Abwärtstrend des DAX fort; denn es wurde ein bevorstehender Krieg aufgrund des Terroranschlags befürchtet. Zusätzlich schwächte den DAX eine nicht mehr so gut laufende Konjunktur im Land sowie etliche Negativ-Meldungen von Unternehmen. Anschließend gab es aus der Politik weitere schlechte Nachrichten: Es stehe angeblich unmittelbar ein Krieg bevor! Der DAX sank daraufhin erneut.

Vereinzelt kam es in den folgenden Wochen auch zu Kurssteigerungen, doch diese wurden lediglich als (temporäre) „Gegenbewegung“ gewertet; die (weltweite) Angst vor einem Krieg dominierten zu jener Zeit die Börsen und machten ihnen schwer zu schaffen.

So pausierte die amerikanische Börse noch am Tag des Ereignisses ihren Handel und eröffneten ihn erst sechs Tage später wieder. Es war eine Maßnahme mit historischem Charakter: Solch eine lange Handelsunterbrechung gab es zuletzt in der vergangenen Weltwirtschaftskrise von 1933. Als der Handel dann eröffnet wurde, verloren die Kurse erst mal kräftig an Wert (was aber viele erwartet hatten). Der Dow-Jones sank um ganze sieben Prozent!

Der Kursrutsch des NASDAQ Composite Index im Zeitraum von 2000 bis 2002

Im Verlauf der Jahre 2000 bis 2002 sank der NASDAQ Composite Index unaufhaltsam, er verlor dabei rund 80 Prozent! Was war der Grund dafür? Im Wesentlichen wird dafür das Platzen der Technologieblase (sog. „Dotcom-Blase“) angesehen.

Einen wesentlichen Beitrag zum Entstehen der Dotcom-Blase wiederum leistete im Vorfeld die stetig steigende Verbreitung des Internets; diese führte nämlich dazu, dass immer mehr Internetunternehmen mit fraglichem Potenzial ins Leben gerufen wurden. Das Kapital für solche unternehmerischen Bemühungen bekamen die Gründer damals in aller Regel von den Aktienmärkten.

Hinzu kommt: Anleger wollten zu jener Zeit schlicht aus dem „Internet-Boom“ ihren eigenen Gewinn herausschlagen, agierten bei der Auswahl ihrer „Internetaktien“ recht sorglos und investierten in alle möglichen Internetunternehmen, teilweise ohne sich vorher über die jeweiligen Unternehmen zu informieren.

Letztlich zeigte sich jedoch, dass eine Vielzahl der an der Börse notierten Internetunternehmen nicht wirklich lange überlebten. Im Frühjahr 2000 gab es sodann den großen Knall: die Blase platzte! Die Kurse fielen ins Bodenlose und Anleger verloren dabei sehr viel Geld.

Noch vor dem Platzen der Dotcom-Blase aber erschütterte damals eine Schockmeldung aus der Politik im Jahre 1991 die Börsen und Finanzmärkte!

Tagesverlust des DAX am 19. August 1991 aufgrund eines Putschversuches in Moskau

Was war passiert? Die Börsianer traten früh morgens aufs Parkett und wurden gleich von einer politischen Meldung wach gerüttelt: Gorbatschow, der damalige Staatspräsident der Sowjetunion, schien von Funktionären gestürzt worden zu sein. Noch am selben Tag sank zudem der japanische Nikkei-Index drastisch; dort ging es über 1.000 Punkte nach unten! In der Folge kam es unter Börsianern aus purer Panik zu massenhaften Verkäufen. Das Ende vom Lied? Am Ende des Handelstages zeichnete der DAX an der deutschen Börse einen satten Verlust von 9,4 Prozent.

Ein weiterer wichtiger Börsencrash fand erst circa ein Jahr zuvor statt: nämlich der freie Fall des japanischen Aktienmarktes!

Der Sinkflug des japanischen Aktienmarktes von Januar bis September 1990

Die ganze Misere für die Tokioter Börse begann Anfang des Jahres 1990. Eine kreditfinanzierte Spekulationsblase platzte: Es folgten neun Monate Kursgefälle, die einen unfassbaren Wertverlust von 46% des gesamten japanischen Aktienmarktes mit sich zogen. Unternehmen, die an der Börse in Tokio notiert waren, verloren vielfach ihren Wert und die Grundstückspreise sanken erheblich. Jahre später noch kämpften japanische Bankinstitute mit den Auswirkungen des Börsenkrachs. So wurde in der Folge die hoch verschuldete LTCB (Long-Termin Credit Bank) verstaatlicht. Die Verstaatlichung der LTCB kann m.E. als eine Maßnahme zur Stabilisierung der japanischen Finanzmärkte betrachtet werden. Noch heute liegt der Börsenkrach von damals wie ein großer Schatten über der Tokioter Börse, sie kämpft stellenweise nach wie vor mit dessen Auswirkungen.

Was tat die Regierung zu jener Zeit noch, um die Wirtschaft in Japan wieder auf Vordermann zu bringen?

Im Wesentlichen wurden zudem große Konjunkturpakete entwickelt und auf den Weg gebracht. Zur weiteren Unterstützung senkte die Notenbank den Leitzins im Jahre 1995: und zwar auf sage und schreibe null Prozent. Im Jahre 1998 stellte die Regierung um Ryutaro Hashimoto sodann in Aussicht, dass das Finanzsystem Japans wesentlichen Änderungen unterworfen würde. Einige Jahre später zeigten sich tatsächlich Resultate im Sinne einer stellenweisen Realisierung des Reformplanes „Big-Bang“. Im Land herrschte jedoch eine Atmosphäre des Wiederstrebens der Realisierung solcher groß angelegten Reformen bzw. Veränderungen. Immerhin brachte das altbewährte (Wirtschafts-)System Japan zu großem Erfolg; und zwar innerhalb kurzer Zeit. Im Zweiten Weltkrieg großflächig zerstört, konnte sich Japan nur zwei Jahrzehnte später zu einer der global einflussreichsten Wirtschaftsnationen zählen. Verständlich, dass da einige im Land dem alten System treu anhingen.

Der „schwarze Montag“ (19. Oktober 1987)

Springen wir nun auf das Jahr 1987. Warum ist dieses Jahr so relevant? In unserem „Zeitstrahl“ findet hier ein sehr wichtiger Börsencrash statt: nämlich der Tiefflug des Dow-Jones, der an jenem Tag über 20 Prozent verlor. Dieser „Tiefflug“ des Dow-Jones ereignete sich am 19. Oktober 1987; jener Tag ist damit als „schwarzer Montag“ in die (Finanz-)Geschichte eingegangen.

Was war Geschehen an diesem „schwarzen Montag“?

Das Besondere an jenem Tag war der auffällige Kursabsturz des Dow-Jones, der 508 Punkte (22,6%) verlor. Bis zu diesem Tag gab es beim Dow-Jones noch nie einen derart hohen Kursverlust. Als sich der Tiefflug des Dow-Jones abzeichnete, reagierten die Börsianer – zu Recht – panisch, jede Menge Positionen sollten auf einmal – möglichst schnell – verkauft werden. An der Frankfurter Börse waren alle hektisch und aufgebracht. Denn wer zu langsam war, und zu spät verkaufte, verlor mitunter sehr viel Geld für seine Kunden.

Als Börsenneuling sollte man sich dabei eines vor Augen führen: der Tiefflug des Dow-Jones bedeutete nicht nur das Absinken eines „Börsenkurses“, sondern eben jede Menge Geldverlust für viele Menschen. Er löste zudem eine Welle von Kursverlusten an den Börsen anderer Länder aus.

Welche Ursachen hatte der Dow-Jones-Crash?

Die „genaue“ Ursache ist Experten bislang weitestgehend unbekannt. Es existieren unterschiedliche Erklärungsansätze. Es wird davon ausgegangen, dass es letztlich nicht nur einen auslösenden Faktor gab, sondern mehrere, die die Dow-Jones-Krise vom 19. Oktober 1987 herbeiführten.

Einige Experten sehen als Ursache für den Börsencrash vom schwarzen Montag das Zusammenwirken verschiedener Faktoren verantwortlich; mitunter folgende:

Die Zinsen der US-Staatsanleihen waren relativ hoch
Der Dollar verlor (nach längerer Zeit wieder) an Wert
In der Nacht zum Montag gab es einen heftigen Sturm in Europa, der ebenso die Aktien von Versicherern schwer in Mitleidenschaft zog.
Es bestand für die USA ein hohes Handelsdefizit

Diese vier Faktoren sorgten schon vor dem „schwarzen Montag“ für eine steigende Anzahl von Aktienverkäufen und hatten höchstwahrscheinlich einen entscheidenden Einfluss auf das Entstehen des Dow-Jones-Kurstiefs vom 19. Oktober 1987.

Des Weiteren wird der damals erst neu eingeführten Computertechnik einen entscheidenden Beitrag zugeschrieben. Zu jener Zeit wurden neuerdings moderne Computer für die Realisierung der Portfoliostrategien herangezogen – deren Absicherungssysteme führten jedoch in der Praxis im Endeffekt eine regelrechte „Verkaufslawine“ herbei.

Börsencrashs vor dem Zweiten Weltkrieg im Zeitraum von 1900 bis 1939

Das waren also die jüngsten Börsencrashs unserer Zeit! Immerhin, innerhalb nur 35 Jahre gab es da schon einige Krisen. Doch ist ein Börsenkrach nur ein Phänomen der jüngeren Geschichte? Mitnichten.

Bereits in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg kam es vereinzelt immer wieder zu großen Börsenturbulenzen, die Anleger und Börsianer in Panik versetzten und ernsthafte Konsequenzen nach sich zogen! Allen Voran: Der schwarze Donnerstag, aus dem Jahre 1929.

Der schwarze Donnerstag vom 24. Oktober 1929

Was war geschehen? Im Laufe des 24. Oktobers fielen die Börsenkurse sehr stark, viele Anleger verloren ihr Geld. Dieser Börsenkrach begann am 24. Oktober und hielt noch einige weitere Tage an. In diesen Zeitraum fällt zudem der, jedoch weniger bekannte, schwarze Dienstag, der sich am 29. Oktober ereignete. Er stieß letztlich eine große amerikanische Depression und Weltwirtschaftskrise an.

Als ein Faktor, der zur plötzlichen Talfahrt der Kurse am 24. Oktober 1929 geführt hatte, werden unter anderem die Insolvenz von Clarence Hatry sowie die sich darauf ereignenden Massenverkäufe von Aktien angesehen.

Diese Ereignisse lösten Panik an der Wall Street aus. Händler sollten möglichst schnell zu jedem nur erdenklichen Preis verkaufen: Hauptsache verkaufen, egal zu welchem Preis, war die Devise! Dies sorgte aber nur noch schneller dafür, dass der gesamte Handel kollabierte. Ende vom Lied? Innerhalb von nur zwei Stunden verloren die an der Börse notierten Unternehmen erheblich an Wert: nämlich (insgesamt) um rund 11 Milliarden Dollar. Diese Summe entsprach zu jener Zeit in etwa 1,5% des gesamten amerikanischen Bruttosozialprodukts.

Eine wahnsinnig hohe Summe also, die da binnen nur weniger Stunden in den Sand gesetzt wurde! Wie jeder andere Börsencrash hinterließ auch der schwarze Donnerstag viele (finanziell) ruinierte Bürger in der Bevölkerung.

Welche Auswirkungen hatte der schwarze Donnerstag für Deutschland?

Zu jener Zeit regierte noch Heinrich Brünings. Die Situation für das damalige Deutschland gestaltete sich aber ohnehin schon als sehr schwierig. Warum? Deutschland war erst gerade als Verlierer aus dem Ersten Weltkrieg herausgegangen und verfügte über einen hohen Schuldenstand. Nun kam also auch noch eine Börsenkrise an der Wall Street dazu, die sich auf Deutschland auszuweiten drohte! Wie reagierte die Regierung um Heinrich Brünings darauf? Sie verfolgte eine konsequente Sparpolitik; daraufhin entwickelte sich jedoch leider eine Deflation im Land. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt verschärfte sich zudem daraufhin zusehends: 30% der Bevölkerung waren im Jahre 1933 arbeitslos (dies war sogar im Vergleich zu den USA ein relativ hoher Wert).

Gab es eine Lehre aus dem schwarzen Donnerstag?

Ja, die Verantwortlichen der Börsen entwickelten daraufhin Notfallmechanismen, die dafür Sorge tragen sollten, dass bei starken Kursgefällen zukünftig der Handel – zumindest für eine gewisse Zeit – ausgesetzt werden könnte. Dies sollte unter anderem auch eine eventuell aufkommende Panik bei Händlern und Anlegern abschwächen (die mit ihren massenhaften Panikverkäufen die Situation der Börsen nur weiter „anheizen“ würden).

Zusätzlich dazu wurden weitere Restriktionen ausgearbeitet. Es wird gesagt, dass die Maßnahmen, die infolge des schwarzen Donnerstags realisiert wurden, im Wesentlichen dazu beigetragen haben, dass die folgenden Börsencrashs um einiges glimpflicher verliefen.

Der schwarze Freitag vom 13. Mai 1927

An jenem Tag fielen die Kurse an der Berliner Börse um über 30% nach unten; daher wird dieser spezielle schwarze Freitag auch von einigen Börsianern als der „deutsche schwarze Freitag“ bezeichnet.

Preisgefälle an der New York Stock Exchange vom 13. März 1907

Zunächst einmal gilt es, zu klären: Was ist die New York Stock Exchange? Dabei handelt es sich um die allseits bekannt-berühmte „Wall Street“: Um die größte Wertpapierbörse der Welt, die ihren Sitz in New York hat und derzeit Unternehmen mit einem Gesamtwert von über 19 Milliarden US-Dollar listet (Stand: 2016).

Was war an jenem 13. März passiert?

Die Preise stürzten gewaltig in die Tiefe. In einem nicht geringen Ausmaß kamen Geldflüsse abhanden, infolge von:

  • dem russisch-japanischen Krieg,
  • dem aufwendigen Neuaufbau von San Francisco, welches im Jahre 1906 im Zuge eines Erdbebens in Mitleidenschaft gezogen wurde,
  • dem zu starken Wachstum, welches einige Eisenbahngesellschaften an den Tag legten
  • und der schwierigen Lage der Bauern, die über eine verspätete Ernte klagen mussten.

Börsencrashs im Zeitraum von 1637 bis 1900

Der Gründerkrach vom 09. Mai 1873

Ein weiterer Börsencrash der vergangenen Geschichte ist der sogenannte „Gründerkrach“, der sich am 09. Mai im Jahre 1873 ereignete. Im Vergleich zur damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie wurde Deutschland jedoch wesentlich weniger in Mitleidenschaft gezogen.

Der Gründerkrach leitete das jähe Ende der sogenannten Gründerzeit ein, in der eine große Anzahl von Aktiengesellschaften rein auf Spekulation gegründet worden waren und – Sie ahnen es bereits – innerhalb kürzester Zeit insolvent gingen.

Die Spekulationsblase, die hier zum Börsencrash führte, basierte also im Wesentlichen auf einer Vielzahl von Scheingründungen von Aktiengesellschaften.

Nach dem Knall verfielen natürlich alle in Panik an der Wiener Börse. Nicht nur Börsenanleger verloren in dieser Zeit eine Menge Geld, auch die damaligen Banken gerieten in ernsthafte Schwierigkeiten, nicht wenige von ihnen gingen insolvent. Auf staatlicher Seite wurde sodann ein Hilfsfonds auf den Weg gebracht, der die Situation „etwas“ stabilisieren konnte. Besonders für viele Banken jedoch, die erst kürzlich gegründet wurden, folgte in naher Zeit die Insolvenz.

Ein weiterer Faktor, der zu jener Zeit negativen Einfluss auf Deutschland nahm:

Vor dem Gründerkrach wies Deutschland eine heiß gelaufene Konjunktur auf, die auf den erst kürzlich gewonnenen Krieg gegen Frankreich und die Gründung des Deutschen Reiches zurückgeführt werden kann.

Der Gründerkrach begann mit dem „Wiener Börsenkrach“; in Österreich herrschte kurz vorher großer Optimismus, die Aktienkurse stiegen an und es entwickelte sich eine Spekulationsblase, bis am 09. Mai der große Knall folgte und die Kurse an der Wiener Börse stark einbrachen. Etliche Banken meldeten Insolvenz an; die Börse wurde schließlich an diesem Tag um 13 Uhr von der Polizei geschlossen! Dieser neunte Mai, an dem die Wiener Börse und ihre Börsenanleger samt Banken in den schieren Abgrund blickten, wird auch als der „schwarze Freitag“ bezeichnet.

Was geschah dann? Der Wiener Börsencrash nahm anschließend einen (sehr) negativen Einfluss auf die Börsen anderer Länder.

Diese Börsenkrise machte leider (auch) nicht nur vor den (damaligen) österreichisch-ungarischen Grenzen Halt, sondern weitete sich auf die Börsen anderer Länder aus. So geriet am 19. September 1873 die Börse in New York in ernsthafte Schwierigkeiten aufgrund der Insolvenz der Bank Jay Cooke & Company und wurde schließlich ebenfalls, vorübergehend, geschlossen. Nur ein paar Wochen später erreichte die Krise zudem Deutschland: Die Quistorp’sche Vereinsbank kollabierte infolge der nachhaltigen Auswirkungen des Wiener Börsencrashs. Der Zusammenbruch dieser Bank wiederum löste eine Welle von Insolvenzen bei zahlreichen an der Börse notierte Unternehmen aus.

Um Ihnen als Leser das große Ausmaß der Folgen des Wiener Börsencrashs näher zu bringen, hier ein paar entsetzende (…aber leider wahre) Fakten:

Infolge des Gründerkrachs wurden eine große Anzahl von Banken in Österreich-Ungarn insolvent – es gab sie einige Jahre danach auf dem Markt schlicht nicht mehr!

Die Hälfte der Aktiengesellschaften verschwanden zusätzlich vom Markt. Viele Anleger investierten ihr erspartes Geld – und nun waren die Aktiengesellschaften plötzlich illiquide; einige später sogar einfach nicht mehr existent.

Der Gründerkrach beutelte nicht nur die Börsen und ihre Anleger, sondern löste ebenfalls eine regelrechte Krise der Wirtschaft aus (sog. „Wirtschaftskrise“). Was zeichnete diese Wirtschaftskrise aus?

Die Zinsen für Kredite erhöhten sich stark. (Worunter insbesondere die damaligen Eisenbahngesellschaften litten.)

Insgesamt herrschte eine gewisse Deflation; die Menschen kauften nicht mehr so viel ein, konsumierten und investierten weniger.

Es herrschte zudem eine „Theaterkrise“ – denn niemand wollte zu jener Zeit mehr ins Theater gehen, es gab schlicht keine interessierten Besucher mehr für diese Art von Veranstaltungen.

Die Aktienkurse vieler an der Börse notierte Unternehmen gingen zu dieser Zeit wahrlich „in den Keller“.

In den Industriebetrieben wurde weniger produziert; Löhne wurden gesenkt und einer Vielzahl von Mitarbeitern wurde gekündigt.

Infolge zahlreicher privater Insolvenzen kam es in der Bevölkerung gar zu vermehrten Selbsttötungen (Suiziden).

Die Zeit nach dem großen Knall („Gründerkrach“), wird als Deflationsphase angesehen und trägt den Namen „Gründerkrise“.

Welche Lehren zogen die Staaten aus der gerade horrend erlebten „Gründerkrise“?

Vor dem Gründerkrach herrschte der Hang zum Wirtschaftsliberalismus; nun, da viel schief gelaufen war, sollte der Staat wieder mehr in das Treiben der Wirtschaft eingreifen und es steuern. Im weiteren Zeitverlauf wurde die sog. „Schutzzollpolitik“ ins Leben gerufen.

Wie kann man sich diese Schutzzollpolitik vorstellen?

Wurde aus dem Ausland etwas importiert, sollten fortan sog. „Schutzzölle“ bezahlt werden. Ursprünglich sollten diese Zölle den deutschen Markt schützen, doch sie brachten auch eine Kehrseite mit sich: die Lebenshaltungskosten, insbesondere für Lebensmittel, stiegen in jener Zeit für die Bevölkerung deutlich an. Weitere neuere Errungenschaften, die aus der Zeit der Gründerkrise hervorgingen, wären die Zusammenschlüsse in Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften (um sich in eine bessere Position gegenüber den Regierenden zu bringen). Zuvor wurden sogar einige Kartelle ins Leben gerufen, die darauf abzielten, die Wirtschaft vor Preisverfällen zu schützen: Wie teuer oder günstig einzelne Produkte beispielsweise waren, wurde damals fortan von den Unternehmen untereinander abgesprochen.

Der schwarze Freitag im Jahre 1869

Der 24. September im Jahre 1869 sollte als „schwarzer Freitag“ in die amerikanische Finanzgeschichte eingehen.. was war passiert? Im Wesentlichen wurde sie ins Rollen gebracht, als die beiden Unternehmer James Fisk und Jay Gould sich mit Gold verspekulierten und die Vereinigten Staaten sodann Maßnahmen dagegen ergriffen.

Der Börsencrash von 1847

Im Jahre 1847 kam es sowohl in Frankreich als auch in England zu einer ernsthaften Krise der Banken; sie ereignete sich, kurz bevor es schließlich im Jahre 1848 starken Unruhen kam.

Der Börsencrash von 1700

Kurz & knapp: Ein gescheitertes Projekt sorgte dafür, dass die Darién-Gesellschaft letztlich nicht mehr in der Lage war, ihre Anteile einzulösen.

Nun kommen wir zu einem besonders spannenden Börsencrash! Nämlich zum Allerersten in der Geschichte, der dokumentiert wurde!

Die Tulpenmanie (in den Niederlanden) von 1637

Die Tulpenkrise (oder auch: „Tulpenmanie“ genannt) erlangte im Jahre 1637, also in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, ihren absoluten Höhepunkt. Ausgerechnet Tulpen waren also verantwortlich für den ersten turbulenten Börsencrash? Kaum zu glauben, aber wahr! Eine kaum zu begreifende Vorstellung: doch vor circa 370 Jahren geschah genau dies, weil Händler es, sagen wir mal, „übertrieben“ haben mit ihren Spekulationen auf die damals sehr wertvoll gewordenen Liliengewächse.

Bei der Tulpenmanie im 17. Jahrhundert handelte es sich um eine Spekulationsblase (=Finanzblase); und zwar um die allererste, die so richtig dokumentiert wurde.

Was war geschehen im Jahre 1637?

Händler verspekulierten sich so sehr mit den Tulpen, dass infolge dessen der ganze Markt für Tulpen zusammenbrach und sich eine Wirtschaftskrise im Land entwickelte. Eine Wirtschaftskrise in den Niederlanden, nur aufgrund von „Tulpen“? Klingt ganz schön hart, ist aber wahr! Ganz zu schweigen von den persönlichen Schicksalen, die mit dieser landesweiten finanziellen (Wirtschafts-)Krise einhergingen: Zigtausende wurden (finanziell) ruiniert oder hatten zumindest enorme finanzielle Verluste erlitten, da ihre Tulpen plötzlich sehr an Wert verloren. Ein herkömmlich anmutendes Liliengewächs avancierte also während der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einem wichtigen Spekulationsobjekt; das viel (wirtschaftliches) Unheil über die Niederlande brachte.

Das Land Niederlande ist auch heute noch bekannt für seine zahlreichen Tulpenfarmen. Doch während zu Zeiten der Tulpenmanie im 17. Jahrhundert eine Tulpe unglaublich teuer war, bekommen wir sie heutzutage für günstige 4 Euro!

Damals sah die Welt jedoch noch anders aus, im 17. Jahrhundert: Tulpen waren sogar zeitweise mehr wert als Gold! Eine unglaubliche Vorstellung, nicht nur für Generationen, die in der heutigen Zeit herangewachsen sind:

Eine einzige Tulpenzwiebel kam damals (umgerechnet auf ihren heutigen Wert) zeitweise auf circa 25.000 Euro!

Tulpen wurden zu Spekulations- und Statusobjekten in der Gesellschaft

Besonderer Bedeutung wurden Tulpen zu jener Zeit aber nicht nur als „Spekulationsobjekt“, mit dem sich potenziell Geld verdienen ließ, beigemessen; sondern auch als „Statusobjekt“. So zeigte sich: Bereits bevor Tulpen zu einem wichtigen Spekulationsobjekt avancierten, spielten sie für Wohlhabende eine besondere Rolle: Viele von ihnen legten gar ganze Tulpenbeete in ihren Gärten an.

Tulpen wurden von Wohlhabenden als Statusobjekt eingesetzt, so wie heutzutage teure Sportwagen. Mit einer Tulpenzwiebel auf dem Empfangs- oder Gästetisch während dem Mittagessen ließ sich dem eingeladenen Gast ziemlich eindrucksvoll zeigen, über wie viel Reichtum man verfügt; ergo: welchen Status man in der Gesellschaft innehat.

Was war der Haken an dieser (Geschäfts-)Sache mit den Tulpen?

Tulpen wurden damals in den Niederlanden gezüchtet, u.a. machte sie dies anfällig für bestimmte Viren, also Krankheiten. Und diese Viren bewirkten etwas Negatives bei den Tulpen: Sie blühten zwar in ihrer Anfangszeit wunderschön, und lockten sicherlich damit auch viele Investoren, doch sie blühten in aller Regel nicht mehr als zweimal. Somit waren sie im Prinzip wertlos. Die Investoren und Händler stellten sich zu jener Zeit aber vor, dass ihre Tulpen lange und oft erblühen würden.

Der wunderschöne Schein der prächtig blühenden Tulpen und die gängigen Vorstellungen auf ein profitables (Anlage-)Geschäft ließen also viele Bürger darin investieren – wohl auch möglicherweise unwissend darüber, dass die gerade frisch erworbenen Tulpen von Viren befallen waren. Die Viren der Tulpen sorgten quasi dafür, dass die Bürger beim Kauf kein (nachhaltiges) Investitionsobjekt erwarben, sondern im Prinzip etwas Wertloses; das schnell wieder verfallen würde.

Somit haben die Viren einen wesentlichen Beitrag zum Entstehen dieser Börsen- und Wirtschaftskrise beigetragen.

Welche Bürger waren in die Tulpenmanie involviert?

Die Meinungen von Experten diesbezüglich driften ein wenig auseinander. Vorrangig wird aber davon ausgegangen, dass tatsächlich nicht nur Wohlhabende in den Handel mit Tulpen involviert waren, sondern ein großer Teil der gesamten Bevölkerung daran teilnahm – und versuchte, um die 1630er Jahre, Profit aus den Liliengewächsen herauszuholen. Das bedeutet aber auch: Die Unterschicht der Bevölkerung gab ebenfalls ihr Erspartes für Tulpenzwiebeln aus, in der Hoffnung, damit ein nachhaltiges Investment zu tätigen. Im Nachhinein betrachtet muss der spätere Zusammenbruch der Tulpenpreise für Menschen mit wenig Geld ein schieres Desaster und der Ruin gewesen sein. Eine Vorstellung, die an Dramatik kaum zu überbieten ist.

Etliche Historiker versuchten bislang einen exakten Preisindex für die Preisentwicklung der Tulpen der damaligen Zeit zu rekonstruieren (um den exakten Verlauf dieser Wirtschaftskrise besser verstehen zu können). Leider fehlen aber schlichtweg einige Daten, die eine vollständige Rekonstruktion der Ereignisse ermöglichen würden: So existieren beispielsweise leider keine Daten für den Zeitraum von Februar bis Mai 1637. Auch die Datenlage zu den vorigen Jahren (also vor 1637) stellt sich leider als lückenhaft dar. Experten hätten sie jedoch sehr gerne, denn damit ließe sich nicht nur der exakte Preisverlauf nachbilden und darstellen, sondern es wäre zudem möglich, zu ersehen, in welchen Monaten genau es starke Preisanstiege oder Wertverluste gab.

Meistens stammen die Daten für die Rekonstruktion der wirtschaftlichen (Tulpen-)Situation von 1630 bis 1637 aus dem sogenannten „Samen-Spraek“.

Lassen wir uns nun aber zu einer besonders interessanten Stelle der vergangenen Tulpenmanie springen: dem Zeitpunkt, an dem die Tulpen wertmäßig ihren Höchststand erreichten!

Dokumentiert ist dieser Zeitpunkt als Februar 1637 in Alkmaar; in diesem kleinen Provinzort in Nordholland fand eine Auktion statt, die sogenannte „Weeskamer-Versteigerung“. Im Laufe dieser Auktion wurde für 99 Tulpenzwiebeln ein (Gesamt-)Umsatz von circa 90.000 Gulden erreicht. Wer welche Tulpe zu welchem genauen Preis ersteigert haben soll, diese Informationen sind aber leider im Lauf der Geschichte abhandengekommen. Für größeres Interesse sorgte später zusätzlich in der Bevölkerung die Versteigerung einzelner Exemplare, die sehr teuer über den „(Verkaufs-)Tresen“ gingen. So erzielte eine Tulpe der Sorte „Admirael van Enchhysen“ sage und schreibe 5.200 Gulden.

Auf diesen Höchststand der dokumentierten Tulpenpreise folgte sodann auch gleich das Unheil für die Investoren und für ganz Niederlande: die (Finanz-)blase platzte.

Bereits zwei Tage nach der „Weeskamer-Versteigerung“, die mit besonders hohen Preisen für die Liliengewächse aufwartete, begannen die Preise zu fallen. Ortsmäßig ist dieser „Preisverfall“ der beschaulichen Stadt Haarlem zuzuordnen: dort fand eine Versteigerung statt, bei der sie die Tulpen nicht mehr zu dem erwarteten Preis losgeworden sind.

Es folgten daraufhin nur noch einige Tage… bis der ganze Tulpenmarkt in den Niederlanden schließlich zusammenbrach!

Warum brach der Tulpenmarkt so rasant zusammen?

Einfach lässt es sich folgendermaßen erklären:

Die Tatsache, dass kein Händler mehr sich auf die steigenden Preise einlassen wollte, war die Initialzündung für den Zusammenbruch des ganzen Tulpenmarktes. Es wird gesagt, dass damals zu jenem Zeitpunkt der Wert von Tulpen um sage und schreibe 95 Prozent einbrach.

Welche Maßnahmen wurden sodann ergriffen, um diese Krise zu bewältigen?

Es versammelten sich einige Delegierte aus den verschiedenen Städten und Regionen und trafen sich für eine Besprechung der Lage in Amsterdam; dieses Treffen fand noch im Februar 1637 statt. Im Lauf dieser Besprechung wurde eine Abmachung vereinbart, die im Wesentlichen beinhaltete, dass die Kaufverträge aus letzter Zeit als gültig angesehen werden sollten. An diese gemachte Vereinbarung wurde sich jedoch nicht gehalten. Warum? Erstens: Amsterdam weigerte sich schlicht mitzumachen, die Zustimmung von Amsterdam wäre jedoch entscheidend und wichtig gewesen. Zweitens: Die Abmachung wies grundsätzlich keine rechtliche Verbindlichkeit auf. Wie Sie sehen, verliefen damit die ersten Bemühungen diese Krise zu bewältigen, im Sande. Doch die Ideen zur Bewältigung waren damit noch lange nicht ausgeschöpft. Den zweiten Ansatz zur Lösung der Krise starteten die Städte selbst; allerdings unter starkem Einfluss der dort ansässigen Blumenhändler. Darauf noch näher einzugehen, würde aber wirklich den Rahmen dieser Abhandlung sprengen! Lassen wir uns nun also voranschreiten und sehen uns noch etwas sehr Interessantes an!

Sehen wir uns genauer an, wie dieser enorme Preisanstieg und -verfall der Tulpen Anfang 1637 überhaupt erst entstehen konnte.

Eines Voraus: Frühere Deutungen sagen, die Tulpenmanie sei aus der Manie von Händlern und dem irrationalen Verhalten von Massen in den Niederlanden entstanden!

Frühere Deutungen konzentrierten sich also eher auf den Aspekt der „Manie“ (so auch im Wort der „Tulpenmanie“ vorzufinden). Demzufolge verfielen die Tulpenhändler einer regelrechten Manie um den Handel mit den schönen Liliengewächsen und verspekulierten sich schließlich im euphorischen Rausch. Viel zu diesem Glauben, dass diese Geschehnisse tatsächlich so sehr von „manischer Verrücktheit“ getrieben waren, trug das Werk von Charles Mackay bei (Werk: „Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds”).Dieses Buch wurde 1841 veröffentlicht. Er vertritt darin die Annahme, dass es sich damals um ein irrational getriebenes Verhalten der Bevölkerung gehandelt habe.

Auf welche Datenlage und (argumentativen) Pfeiler stützte sich Charles Mackay?

Das Problem ist m.E. hierbei, dass nur wenig verlässliche Daten und Informationen aus jener Zeit vorhanden sind. So stützt sich Charles Mackay, dessen Äußerungen in seinem Werk vielfach verbreitet wurden; und zwar als “tatsächlich stattgefundene” geschichtliche Darstellung (“Ja, ach so war das damals!”).

So stützte sich Charles Mackay vor allem auf die Darstellungen von Johann Beckmann. Dieser wiederum hat die Informationen von Abraham Munting. Was lässt uns an dieser Quelle Zweifel aufkommen? Besonders die Tatsache, dass Abraham Munting die “Tulpenmanie” gar nicht augenscheinlich selbst miterlebt habe, sondern die Geschehnisse nur ein paar Dokumenten entnahm.

Wie Sie sehen: eine ziemlich spannende Sache! Vergangene wirtschaftliche Ereignisse, die in ihrer Vielfalt so komplex und facettenreich sind, zu versuchen, im Nachhinein zu rekonstruieren. Heutzutage streben Experten sehr danach, die damaligen Marktgeschehnisse etwas nüchterner und auf wissenschaftlicher Basis zu betrachten.