Kreditkarten – Alles was Sie wissen müssen

Kreditkarten – Was Sie wissen müssen

Die Kreditkarte ist zwar in einigen Versionen auch heute noch ein Statussymbol, wird aber in der Masse deutlich breiter genutzt, als es beispielsweise vor 20 Jahren noch der Fall war. Heutzutage ist es für die meisten Bundesbürger vollkommen normal, eine Kreditkarte zu nutzen und im Bereich des Zahlungsverkehrs einzusetzen, insbesondere im Ausland. Wir möchten uns in unserem Ratgeber mit dem Thema Kreditkarte beschäftigen und Sie unter anderem darüber informieren, welche Abrechnungsformen es bei der Kreditkarte gibt, welche Kreditkartenvarianten am Markt angeboten werden und welche Kosten mit dem Besitz und der Nutzung der Kreditkarte verbunden sind.

Worum handelt es sich bei einer Kreditkarte und wie funktioniert sie?

Die Kreditkarte ist sicherlich den meisten Menschen ein Begriff, zumal mehr als 30 Millionen Bundesbürger eine solche Karte besitzen. Der Sinn und Zweck der Kreditkarte besteht darin, zum einen am Zahlungsverkehr teilzunehmen und auf diese Weise in Restaurants, Hotels oder an Tankstellen mit der Karte zu bezahlen, ohne dabei Bargeld in die Hand nehmen zu müssen. Zum anderen wird die Kreditkarte gerne als Zahlungsmittel im Ausland genutzt, denn dann kann sich der Bargeldbestand auf ein Minimum reduzieren. Manche Kreditkarteninhaber schätzen darüber hinaus die Zusatzfunktionen, die je nach Kreditkartenvariante ebenfalls in Anspruch genommen werden können.

Ausgegeben wird eine Kreditkarte meistens von einer Bank, wobei es weltweit mehrere große Kreditkartenemittenten gibt, die für die Produktion und Lieferung der Kreditkarte verantwortlich sind. Im europäischen Raum, also auch in Deutschland, sind es insbesondere die folgenden drei Kreditkartenemittenten, deren Kreditkarten mit Abstand am häufigsten genutzt werden:

• VISA
• Mastercard
• American Express

Welche Kreditkartenvariante die einzelne Bank ausgibt, liegt in deren Ermessen. So arbeiten manche Kreditinstitute beispielsweise nur mit VISA zusammen, während sich andere Banken auf Mastercard konzentrieren oder beide Kreditkartentypen zur Auswahl anbieten.

Die Funktionsweise von Kreditkarten ist relativ einfach erläutert. Sie können die Kreditkarte grundsätzlich auf mehrere Arten nutzen, wie zum Beispiel zum bargeldlosen Zahlen in Geschäften, Restaurants, Hotels, am Flughafen oder auch in der Tankstelle. Dies gilt sowohl für Zahlungen im Inland als auch im Ausland. Eine andere Nutzungsart besteht darin, mit der Kreditkarte online zu bezahlen, also insbesondere bei Onlinehändlern und sonstigen Dienstleistern, die ihre Leistungen über das Internet anbieten. Die dritte Nutzungsart besteht darin, dass Sie mit der Kreditkarte natürlich auch an den entsprechenden Geldautomaten Bargeld verfügen können. In der Übersicht sind es also vor allem die drei Nutzungsarten, die in Verbindung mit einer Kreditkarte stehen:

• Bargeldlos Zahlen in Geschäften, Restaurants, Hotels etc.
• Bargeldlos Zahlen im Internet
• Bargeld am Geldautomaten verfügen



Die verschiedenen Abrechnungsvarianten der Kreditkarte

Abhängig davon, für welche Kreditkarte Sie sich entscheiden, ist die jeweilige Karte mit einer bestimmten Abrechnungsvariante verbunden. In der Übersicht sind es insbesondere die folgenden drei Abrechnungsvarianten, die im Bereich der Kreditkarten üblich sind:

• Charge Card
• Debit Card
• Credit Card

Mit diesen drei Abrechnungsvarianten möchten uns etwas näher beschäftigen, denn manche Kunden entscheiden sich durchaus ganz bewusst für eine Kreditkarte, die eine dieser drei Abrechnungsmethoden beinhaltet.

Charge Card: die am häufigsten genutzte Abrechnungsvariante

Die mit Abstand am häufigsten genutzte Abrechnungsvariante im Bereich der Kreditkarten wird als Charge Card bezeichnet. Im Kern beinhaltet diese Abrechnungsvariante, dass die mit der Kreditkarte getätigten Verfügungen zunächst einmal für einen gewissen Zeitraum gesammelt werden. Es findet also keine direkte Belastung jeder Verfügung auf dem Girokonto statt. Stattdessen wird nach Sammlung der Verfügungen – meistens monatlich – eine Kreditkartenabrechnung erstellt. Mit dieser Abrechnung, die Sie als Karteninhaber natürlich erhalten, findet dann gleichzeitig die Belastung des Gesamtbetrages auf dem Girokonto statt.

Debit Card: Sofortige Belastung auf dem Girokonto

Eine zweite Abrechnungsvariante, die bei Kreditkarten zwar deutlich geringer verbreitet als die Charge Card ist, aber dennoch bei bestimmten Kreditkartenvarianten genutzt wird, ist die Debit Card. Im Unterschied zur Charge Card ist es bei der der Debit Card so, dass die Verfügungen nicht gesammelt werden, sondern sofort – meistens innerhalb von 2-3 Werktagen – dem Girokonto des Kunden belastet werden. Bei der Debit Card gibt es also im Prinzip keine Kreditfunktion, wie es sowohl bei der Charge Card als auch bei der Credit Card der Fall ist, die als dritte Abrechnungsvariante am Markt vertreten ist. Meistens sind es solche Kreditkarten, die an Kunden mit keiner allzu guten Bonität vergeben werden, die als Debit Cards ausgegeben werden.

Credit Card: Echtes Kreditlimit und Zahlungsaufschub

Bei der originären Variante der Kreditkarte handelt es sich um eine Credit Card. Bezüglich der Abrechnung ist es wie bei der Charge Card, nämlich, dass zunächst einmal eine Sammlung sämtlicher Verfügungen für einen bestimmten Zeitraum erfolgt. Mitunter findet die Belastung auf dem Girokonto sogar erst dann statt, wenn der eingeräumte Kreditrahmen erreicht ist. Oftmals wird allerdings eine Mindestrückführung des offenen Kartensaldos vereinbart, beispielsweise zehn Prozent des in Anspruch genommenen Kreditkartenlimits. Die Kreditkarte gibt dem Inhaber die maximale Freiheit und stellt einen echten Kreditrahmen zur Verfügung, der es ermöglicht, eine Zahlung teilweise um über einen Monat aufzuschieben.



Welche Kreditkartenvarianten gibt es am Markt?

Die am Markt vorhandenen Kreditkarten lassen sich nicht nur nach der Abrechnungsvariante in verschiedenen Gruppen einteilen, sondern es existieren zudem unterschiedliche Kreditkartentypen, was deren Leistungen und auch die Art der Nutzung betrifft. Hier sind es aktuell vier unterschiedliche Kreditkartenvarianten, die am Markt anzutreffen sind, nämlich:

• Standard- bzw. Classic-Kreditkarte
• Prepaid-Kreditkarte
• Premium-Kreditkarte
• High Class bzw. High Premium-Kreditkarte

Auf die verschiedenen Varianten und den Leistungen, die häufig in der jeweiligen Kreditkarte integriert sind, möchten wir im Folgenden etwas näher eingehen.

Standard- bzw. Classic-Kreditkarte: oftmals nur Zahlfunktion

Die Classic- bzw. Standard-Kreditkarten, die meistens von Mastercard oder VISA stammen, ist die mit Abstand am häufigsten genutzte Kreditkartenvarianten in Deutschland. Typisch für eine Standard-Kreditkarte ist, dass sich die Leistungen meistens auf die Zahlfunktion beschränken. Das bedeutet, dass Sie mit einer Standard-Kreditkarte im Internet oder vor Ort unbare Zahlungen vornehmen können. Zudem haben Sie die Möglichkeit, sich mit der Kreditkarte an autorisierten Geldautomaten mit Bargeld zu versorgen. Weitere Leistungen, wie zum Beispiel Reiseversicherungen oder die Teilnahme an Bonusprogrammen, finden sich nur bei sehr wenigen Standard-Kreditkarten. Auf der anderen Seite zeichnet sich die Classic Kreditkarte oft durch relativ geringe Kosten aus und wird von manchen Banken – meistens im Rahmen eines Kontopaketes – teilweise sogar kostenlos angeboten.

Prepaid-Kreditkarten: auch für Jugendliche und Geringverdiener geeignet

Die Prepaid-Kreditkarte hat in vergangenen zehn Jahren den Kreditkartenmarkt regelrecht erobert. Dies liegt vor allem daran, dass seit der Prepaid-Kreditkarte auch solche Kunden die Möglichkeit haben, eine Kreditkarte zu nutzen, bei denen die Banken zuvor die Ausstellung einer Kreditkarte noch abgelehnt hätten. Damit sind insbesondere die folgenden Kundengruppen gemeint:

• Arbeitslose
• Hartz IV-Empfänger
• Hausfrauen
• Studenten
• Auszubildende
• Schüler
• Geringverdiener
• Menschen mit Schufa-Negativmerkmalen

Dass die Prepaid-Kreditkarte auch an diese zuvor genannten Personenkreise ausgegeben werden kann, hängt vor allem damit zusammen, dass es sich um eine reine Guthabenkarte handelt. Die Prepaid-Kreditkarte besitzt also keinerlei Kreditlimit, sondern stattdessen dürfen Verfügungen nur aus bestehenden Guthaben heraus vorgenommen werden. Es ist mittels der Prepaid-Kreditkarte also nicht möglich, diese zu nutzen, wenn kein entsprechendes Guthaben mehr auf dem Kreditkartenkonto zu finden ist. Aus diesem Grund kann die Prepaid-Kreditkarte selbst an Schüler und Jugendliche, also Minderjährige, ausgegeben werden. Kunden schätzen vor allem die Kostenkontrolle, da es eben mit der Kreditkarte in Form der Prepaid-Kreditkarte nicht möglich ist, mehr Geld auszugeben, als sich tatsächlich auf dem Kreditkartenkonto befindet.

Premium-Kreditkarten: Oftmals größeres Leistungspaket enthalten

Die Premium Kreditkarten zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie neben den Zahlungsverkehrsfunktionen, die jede Kreditkarte beinhaltet, noch weitere Leistungen enthält. Dazu zählen insbesondere Reiseversicherungen, die zahlreiche Karteninhaber im Urlaub oder auf einer Geschäftsreise als nützlich empfinden. Darüber hinaus sind Premium-Kreditkarten, die meistens als Silber-, Gold- oder Platinkarten angeboten werden, häufig noch mit der Teilnahme an Bonusprogrammen oder Rabatten ausgestattet. Einen persönlichen Kundenservice, beispielsweise in Form eines 24-Stunden- oder eines VIP-Services, können Sie bei manchen Premium-Kreditkarten ebenfalls nutzen. Während die zusätzliche Leistungen für eine solche Gold- oder Platinum-Card sprechen, sind es insbesondere die relativ hohen Jahresgebühren, die auf der Negativseite stehen.

High Class bzw. High Premium Kreditkarten

Die vierte Kreditkartenvariante ist eine ganz besondere, denn dabei handelt es sich um die sogenannten High Class bzw. High Premium Kreditkarten. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Kreditkartenvarianten können Sie eine solche Kreditkarte meistens nicht beantragen, sondern Sie werden von der Bank oder der Kreditkartengesellschaft als möglicher Kunde ausgewählt. Ein klassisches Beispiel für eine solche High Class Kreditkarte ist zum Beispiel die Black Card von American Express, die nur an exklusive Kunden ausgegeben wird. Nahezu immer ist die Nutzung einer solchen Kreditkarte mit einigen Bedingungen verbunden bzw. an Voraussetzungen geknüpft, wie zum Beispiel an ein Jahreseinkommen im sechs- oder siebenstelligen Bereich sowie Vermögenswerte. Natürlich muss der Kunde zudem über eine hervorragende Bonität verfügen, denn High Class Kreditkarten sind meistens mit einem besonders hohen Kreditrahmen ausgestattet.

Welche Kosten und Gebühren sind bei Kreditkarten zu beachten?

Für den gewöhnlichen Bankkunden stellt sich im Zusammenhang mit der Nutzung einer Kreditkarte vor allem die Frage, welche Kosten in Verbindung mit dem Besitz und der Nutzung der Karte anfallen. Abhängig sind die Gebühren natürlich vor allem vom Angebot der Bank, welche die Kreditkarte ausgibt. In der Regel gibt es die folgenden Kostenfaktoren, die im Zusammenhang mit einer Kreditkarte zu berücksichtigen sind:

• Jahresgebühr
• Gebühren für Abhebung am Geldautomaten
• Gebühren beim Einsatz der Kreditkarte zum Bezahlen vor Ort oder im Internet

Die Höhe der Jahresgebühr richtet sich bei Kreditarten vor allem danach, um welche Kreditkartenvariante es sich handelt. So werden beispielsweise Prepaid- oder Standard-Kreditkarten oftmals schon zu einer Jahresgebühr zwischen 10 und 20 Euro ausgegeben, während Banken für eine Premium oder gar High Class Kreditkarte durchaus Jahresgebühr zwischen 50 und 500 Euro verlangen. Mitunter verzichtet der Kreditkartenemittent aber auch gänzlich auf die Jahresgebühr, was insbesondere im Rahmen von Aktionsangeboten oder Kombipaketen, die zum Beispiel aus einem Girokonto, einer Kreditkarte und einer Kundenkarte bestehen, der Fall ist.

Während die veranschlagte Jahresgebühr unabhängig davon ist, ob Sie die Kreditkarte einsetzen oder nicht, gibt es natürlich auch noch die nutzungsabhängigen Gebühren. Hier müssen Sie bei vielen Kreditkarten unterscheiden, ob Sie die Karte im In- oder Ausland einsetzen bzw., ob die Kreditkarte in der Eurozone oder im außereuropäischen Ausland zum Einsatz kommt. Häufiger ist es nämlich so, dass der Einsatz der Kreditkarte – sowohl zum Bargeld verfügen am Geldautomaten als auch zum unbaren Zahlen in Geschäften oder an Stellen vor Ort – kostenfrei ist. Gebühren fallen dann häufig erst an, falls Sie mit der Kreditkarte im außereuropäischen Ausland agieren bzw. in Ländern, in denen der Euro nicht das gesetzliche Zahlungsmittel ist. Es kann allerdings je nach Kreditkartenvariante und Anbieter durchaus passieren, dass auch für Verfügungen im Inland oder Bargeldabhebungen in Deutschland Kosten berechnet werden. Daher ist es wichtig, dass Sie sich möglichst genau über die anfallenden Gebühren informieren, am besten im Rahmen eines Kreditkartenvergleichs.



Fazit zu Kreditkarten

Die Kreditkarte ist im Allgemeinen schon längere Zeit kein Statussymbol mehr, denn spätestens seit Einführung der Prepaid-Kreditkarte können ganz normale Bankkunden, selbst bei geringer Bonität, die Vorteile einer Kreditkarte nutzen. Dennoch gibt es sie, die Kreditkarten als echtes Statussymbol, nämlich die sogenannten High Class Cards. Für die meisten Bürger reicht eine Standard-Kreditkarte aus, die sämtliche Zahlungsverkehrsfunktionen beinhaltet. Manche Kunden erwarten von ihrer Kreditkarte allerdings mehr Leistungen, die sich insbesondere bei Auslandsreisen bemerkbar machen, sodass eine Premium-Kreditkarte gewünscht wird. Achten sollten Sie vor dem Bestellen einer Kreditkarte vor allem auf die Gebühren, denn es gibt bei vielen Hundert Kreditkartenvarianten, die am Markt angeboten werden, definitiv größere Unterschiede bei den Kosten und den Leistungen.

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