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Tagesgeld oder Festgeld

Tagesgeld vs. Festgeld: Die richtige Entscheidung treffen

Es gibt am Finanzmarkt sehr wenige sichere Finanzprodukte, auf die insbesondere solche Anleger zurückgreifen können, bei denen die Sicherheit ihres Kapitals im Vordergrund steht. Neben Spareinlagen, die vielen Anlegern zu unflexibel und umständlich sind, sind es insbesondere Tagesgeld und Festgeld, die unter der Voraussetzung infrage kommen, dass das Geld auf jeden Fall sehr sicher angelegt werden soll. Es gibt allerdings eine ganze Reihe von Anlegern, die sich bisher noch nicht mit der Frage beschäftigt haben, ob Sie sich unter den genannten Voraussetzungen für ein Festgeld oder ein Tagesgeld entscheiden sollen. Damit diese Entscheidung auf einer guten Grundlage getroffenen kann, ist es natürlich wichtig, die Unterschiede zwischen einer Tagesgeld- sowie einer Festgeldanlage zu kennen.

Gemeinsamkeiten zwischen Tagesgeld und Festgeld

Zunächst einmal möchten wir die zwei Produkte Tagesgeld und Festgeld etwas näher erläutern und dabei insbesondere auf deren Gemeinsamkeiten eingehen. Sowohl Tagesgeld- als auch Festgeldanlagen sind deshalb bestens für sicherheitsorientierte Anleger geeignet, weil sie in den Bereich der gesetzlichen Einlagensicherung fallen. Dies bedeutet, dass Ihr Guthaben sowohl auf einem Tagesgeldkonto als auch auf einem Festgeldkonto bis zu mindestens 100.000 Euro gegen das bestehende Emittentenrisiko geschützt ist. Sollte die jeweils kontoführende Bank also insolvent werden, würden Sie Ihr Kapital dennoch innerhalb eines kurzen Zeitraums zurückerhalten. In der Kategorie Sicherheit schneiden Festgeld und Tagesgeld somit absolut identisch ab, da es sich um sehr sichere Anlageformen handelt.

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Tagesgeld und Festgeld besteht darin, dass die zu erzielende Rendite derzeit (2017) äußerst gering ist. Dies liegt daran, dass in beiden Fällen eine am Kapitalmarkt orientierte Verzinsung der Guthaben stattfindet, sodass der aktuell niedrige EZB-Leitzins dafür sorgt, dass die Banken nur sehr geringe Zinsen anbieten. Im Hinblick auf die Rendite gibt es demnach kaum Unterschiede zwischen Tagesgeld und Festgeld. Lediglich dann, wenn Sie sich beim Festgeld für eine relativ lange Festlegedauer von drei Jahren oder länger entscheiden, ist der Zinssatz in der Regel etwas höher als beim Tagesgeld. Allerdings ist eine solch lange Laufzeit natürlich in der aktuellen Niedrigzinsphase nicht empfehlenswert, denn wer bindet sich schon gerne mit seinem Guthaben an einen niedrigen Zinssatz.

Die folgenden Gemeinsamkeiten finden sich demzufolge bei Tagesgeld und Festgeld, die auf den ersten Blick tatsächlich sehr ähnliche Finanzprodukte sind:

• Sehr sichere Anlageformen
• Fallen unter die Einlagensicherung
• Geringe Rendite in der Niedrigzinsphase
• Anlagekonten auch online zu eröffnen
• Verzinsung der Guthaben



Kalkulationssicherheit: deutliches Plus für das Festgeld

Wenn Sie sich zwischen Tagesgeld und Festgeld entscheiden möchten, sind natürlich weniger die Gemeinsamkeiten dieser zwei Finanzprodukte interessant, sondern vielmehr, welche Unterschiede es zwischen Tagesgeld und Festgeld gibt. Zunächst einmal möchten wir uns daher mit der Kategorie Kalkulationssicherheit beschäftigen, die sich insbesondere auf die Zinserträge bezieht. Hier ist die Festgeldanlage eindeutig im Vorteil. Dies liegt daran, dass Sie mit der Bank eine Festlegedauer vereinbaren, die beinhaltet, dass der ebenfalls vereinbarte Zinssatz während der gesamten Laufzeit nicht verändert werden kann.

Wenn Sie sich also beispielsweise für eine Festgeldanlage in Höhe von 20.000 Euro entscheiden, bei der die Bank einen Zinssatz von 0,5 Prozent veranschlagt, können Sie mit diesem rechnerischen Ertrag für die gesamte Laufzeit bis zur Fälligkeit der Festgeldanlage kalkulieren. Beim Tagesgeld ist dies anders, denn dort gibt es in aller Regel keine festen Zinssätze, sondern stattdessen hat die Bank jederzeit die Möglichkeit, den Zinssatz auf dem Tagesgeldkonto anzupassen. Wem also bezüglich der Erträge Kalkulationssicherheit wichtig ist, der müsste sich in diesem Fall für die Festgeldanlage entscheiden.

Flexibilität: Tagesgeld kann punkten

Während das Festgeld bei der Kalkulationssicherheit die Nase vorn hat, ist das Tagesgeldkonto eindeutiger Punktsieger in der Kategorie Flexibilität. Aufgrund der Tatsache, dass es beim Tagesgeld eben keine feste Laufzeit gibt, wie es beim Festgeld der Fall ist, können Sie jederzeit Kapital vom Tagesgeldkonto abrufen oder auch einzahlen. Daraus resultiert unter anderem, dass Sie das Tagesgeldkonto im Prinzip auch zum regelmäßigen Sparen nutzen können, indem Sie beispielsweise monatlich 500 Euro einzahlen. Diese Flexibilität fehlt beim Festgeldkonto, denn zum einen können Sie während der vereinbarten Laufzeit weder Zuzahlungen noch Verfügungen vornehmen. Zum anderen ist die Mindesteinlagesumme beim Festgeld in den meisten Fällen deutlich höher als beim Tagesgeldkonto bzw. oftmals verlangen die Kreditinstitute beim Tagesgeld gar keine Mindesteinlage.



Verfügbarkeit: Guthaben beim Tagesgeld jederzeit abrufbar

Ein weiter sehr Aspekt einer Kapitalanlage, der auch beim Vergleich zwischen Festgeld und Tagesgeld eine größere Rolle für viele Anleger spielt, ist die Verfügbarkeit des Kapitals. Aus unserer Sicht ist dies sogar ein ganz entscheidendes Kriterium, wenn es darum geht, ob Sie ein Festgeldkonto oder ein Tagesgeldkonto wählen. Beim Tagesgeld ist es so, dass Sie das auf dem Konto verbuchte Guthaben jederzeit verfügen können. Dabei müssen Sie weder Kündigungsfristen einhalten noch gibt es sonstige Beschränkungen. Wenn Sie beispielsweise heute eine Abbuchung vom Tagesgeldkonto veranlassen, ist das Geld normalerweise morgen oder spätestens übermorgen auf Ihrem Girokonto verbucht.

Diese jederzeitige Verfügbarkeit ist die große Stärke des Tagesgeldes und gleichzeitig für manche Anleger sicherlich eine Schwäche der Festgeldanlage. Beim Festgeld ist das Kapital und Guthaben auf dem Konto nämlich tatsächlich bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit gebunden. Die Bank hat höchstens aus Kulanz die Möglichkeit, vorzeitige Verfügungen zuzulassen. Falls Sie dies tut, müssen Sie als Anleger allerdings fast immer dementsprechende Vorschusszinsen zahlen. Das Tagesgeld ist demnach in dieser Hinsicht immer dann besser geeignet, wenn Sie noch nicht genau wissen, für welchen Zeitraum Sie Ihr Kapital entbehren können und das Geld jederzeit verfügbar halten möchten. Allerdings können Sie sich beim Festgeldkonto natürlich auch für relativ kurze Laufzeiten entscheiden, beispielsweise von 30 Tagen oder wenigen Monaten. In der Regel stellen nahezu alle Festgeldanbieter mindestens die folgenden Laufzeiten zur Auswahl:

• 30 Tage
• 60 Tage
• 90 Tage
• 6 Monate
• 1 Jahr
• 2 Jahre
• 3 Jahre
• 4 – 10 Jahre

Wenn Sie also beispielsweise nicht genau wissen, ob Sie Ihr Kapital bereits in drei Monaten oder erst in einem Jahr wieder benötigen, entscheiden sich entweder für das Tagesgeld oder eben für das Festgeld mit einer kurzen Laufzeit, beispielsweise von einem Monat.

Zinserträge: kaum Unterschiede zwischen Tagesgeld und Festgeld

Normalerweise ist die Höhe der Rendite ein ganz entscheidendes Kriterium, wenn es darum geht, zwei unterschiedliche Anlageprodukte miteinander zu vergleichen und eine Entscheidung für das eine oder andere Finanzprodukt zu treffen. Beim Vergleich zwischen Tagesgeld und Festgeld ist die Kategorie Rendite allerdings wenig hilfreich bei der Entscheidung, denn insbesondere bei einer kurz- und mittelfristigen Anlage gibt es kaum Unterschiede im Zinssatz. Die Tagesgeldzinsen bewegen sich derzeit im Durchschnitt zwischen 0,2 und 0,4 Prozent. Ähnlich stellt sich die Zinssituation beim Festgeld in den unteren Laufzeitbereichen dar, denn bei einer Festgeldanlage erhalten Sie oftmals aktuell bis zu einer festlegen Dauer von zwei Jahren ebenfalls kaum mehr als 0,5 Prozent Zinsen.

Lediglich bei den etwas längeren Laufzeiten von drei Jahren aufwärts sind die Festgeldzinsen etwas höher als Tagesgeldzinsen. Allerdings ist es aus unserer Sicht nicht empfehlenswert, wenn Sie Ihr Kapital aktuell beispielsweise für drei oder vier Jahre auf dem Festgeldkonto an den derzeit sehr niedrigen Zinssatz binden. Steigen die Kapitalmarktzinsen nämlich beispielsweise im kommenden Jahr an, ist ihr Guthaben trotzdem noch weitere ein oder zwei Jahre auf dem Festgeldkonto gebunden, obwohl Sie mit einer neuen Anlage vielleicht höhere Zinsen erzielen könnten.



Fazit: Tagesgeld oder Festgeld?

Ein Fazit zum Vergleich Festgeld und Tagesgeld zu ziehen und dabei die Frage zu beantworten, ob die Festgeld- oder Tagesgeldanlage für Kunden besser geeignet, ist nicht ganz einfach. Die entscheidende Frage, die Sie sich stellen sollten, besteht unter anderem darin, wie flexibel die Anlageform sein soll und ob Sie Ihr Kapital tatsächlich jederzeit verfügbar halten möchten oder darauf durchaus mindestens 30 Tage verzichten können. Für das Festgeld sprechen im Vergleich zum Tagesgeld insbesondere die Kalkulationssicherheit bei den Erträgen und der etwas höhere Zins bei längeren Laufzeiten. Die Pluspunkte beim Tagesgeld bestehen hingegen in der größeren Flexibilität und der Tatsache, dass das Guthaben täglich verfügbar ist und das Tagesgeldkonto auch für regelmäßige kleinere Einzahlungen genutzt werden kann. Demzufolge können Sie nur im individuellen Einzelfall die richtige Entscheidung treffen, ob Ihr Geld besser auf dem Festgeld- oder dem Tagesgeldkonto aufgehoben ist. Sicher sind jedenfalls beide Anlageformen, sodass Sie in dieser Hinsicht keinen Vor- oder Nachteil bei der jeweils anderen Anlage vorfinden.

Tages- und Festgeld bei ausländischen Banken anlegen

In Zeiten sinkender Zinsen sind viele Anleger auf der Suche nach Angeboten zum Tages- und Festgeld mit rentabler Verzinsung. Wer die Angebote in Deutschland bereits studiert hat und nicht den gewünschten Tagesgeldzins oder Festgeldzins gefunden hat, sollte eine Geldanlage bei einer Bank mit Sitz außerhalb Deutschlands in Betracht ziehen. Viele Finanzinstitute mit Sitz im europäischen Ausland bieten derzeit attraktive Verzinsungen für Tages- und Festgelder.

Warum sinken die Zinsen auf das Tages- und Festgeld in Deutschland?

Viele Anbieter von Tages- und Festgeld in Deutschland senken derzeit ihre Zinsen. Sie passen ihre Finanzprodukte damit an den EZB-Leitzins an, der sich auf einem historischen Tief von 0,05 Prozent befindet. Sinn und Zweck der niedrigen Leitzinsen und weiteren Maßnahmen der EZB ist eine Steigerung der Kreditvergabe und damit eine Ankurbelung der Wirtschaft der Eurozone. Auf geparkte Gelder zahlen Banken mittlerweile sogar einen Strafzins. Durch diese Maßnahmen ist auf dem deutschen Markt gerade viel günstiges Geld in Umlauf, das zu dem günstigen EZB-Zins von den Banken herangezogen werden kann. Damit sind die Institute derzeit kaum auf die Einlagen von Sparern als Tagesgeld oder im Festgeld angewiesen.



Strafzinsen auf hohe Einlagen von Privatanlegern sind bereits Realität

Der Vermögensverwalter der Deutschen Bank verursachte vor einer Woche eine große Aufregung, als er in einem Interview für die Zukunft sogenannte Strafzinsen auch für private Spareinlagen zur Diskussion stellte. Die Deutsche Skatbank ist bereits einen Schritt weiter. Sie belegt hohe Einlagen seit wenigen Tagen mit einem Strafzins von 0,25 Prozent. Anleger sind daher gut beraten, auf ausländische Angebote im Bereich der Geldanlagen zurückzugreifen. Hier gibt es noch attraktive Zinsen auf das Tages- oder Festgeld.

Die jeweils geltende Einlagensicherungsgrenze für Anlagen im Ausland beachten

Dreh- und Angelpunkt der sicheren Geldanlage im Ausland ist die jeweils dort geltende Einlagensicherung. Bei der Anlage in Euro von Termingeld bei einer europäischen Bank, gelten in den meisten Fällen 100.000 Euro pro Kunde als abgesichert. Bei einer Geldanlage in einer Fremdwährung wird umgerechnet, fast immer aber liegt die Einlagensicherung bei etwa 100.000 Euro. Damit die Einlagen aber auch wirklich sicher sind, reicht es nicht, nur die Einlagensicherung zu betrachten, sondern auch den Sitz der Bank. Die Länder haben jeweils Ratings, die bewerten, wie finanzstark ein Staat aufgestellt ist. Nur bei mittleren bis guten Werten kann man von einer sicheren Anlage ausgehen, da im Fall einer Insolvenz eines ausländischen Bankhauses der jeweilige Staat einspringt.

Die meisten Sparer haben jedoch Werte unterhalb dieser üblichen Sicherungsgrenze anzulegen und brauchen sich daher um die Sicherheit ihrer Einlagen kaum Gedanken machen. Finanzexperten empfehlen vermögenden Anlegern sowieso grundsätzlich, nicht mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anzulegen. Wer sein Geld auf mehrere Banken verteilt, minimiert gleichzeitig auch das Risiko.

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