Kleinkredit – Kredite bis 1.000 Euro

Kleinkredit: der Minikredit für kleine Finanzierungen im Konsumbereich

Über 80 Prozent aller Darlehen, die in Deutschland aufgenommen werden oder in Form einer Kreditlinie zur Verfügung stehen, sind entweder ein klassischer Ratenkredit oder es handelt sich um einen Dispositionskredit. Nicht immer ist allerdings der Dispositionskredit oder der Ratenkredit die geeignete Finanzierungsalternative für Privatkunden. Mittlerweile sind die Banken auf die differenzierten Bedürfnisse der Kunden eingegangen und stellen neben dem Dispokredit und dem Ratenkredit noch einige weitere Darlehensarten zur Verfügung, wie zum Beispiel den Abrufkredit, den Rahmenkredit oder auch den sogenannten Kleinkredit. Aufgrund der wachsenden Beliebtheit möchten wir uns in diesem Ratgeber insbesondere mit dem Kleinkredit beschäftigen, der häufig auch als Minikredit bezeichnet wird.

Worum handelt es sich bei einem Kleinkredit?

Wenn wir im Folgenden von einem Kleinkredit sprechen, ist damit insbesondere der Minikredit gemeint, der von speziellen Finanzdienstleistern angeboten wird. Diesen Minikredit finden Sie für gewöhnlich nicht bei klassischen Kreditinstituten, bei denen Sie beispielsweise auf Ihrem Girokonto einen Dispositionskredit eingeräumt bekommen oder bei denen Sie einen Ratenkredit aufnehmen können. Stattdessen sind es spezialisierte Anbieter, die solche Minikredite zur Verfügung stellen. Das grundsätzliche Unterscheidungsmerkmal besteht beim Kleinkredit als Minikredit darin, dass die möglichen Darlehenssummen relativ gering sind.

Je nach Anbieter bewegen sich die Kreditsummen zwischen 100 und 1.000 Euro. Demzufolge ist der Kleinkredit ausschließlich zur Finanzierung von Konsumausgaben oder sonstigen kleineren Ausgaben geeignet, die in aller Regel einen Kapitalbedarf von maximal 1.000 Euro erfordern. Dazu gehören zum Beispiel die folgenden Verwendungszwecke:

• Autoreparatur
• Kauf Mediengerät
• Kauf Haushaltsgerät
• Urlaubsreise
• Umzug
• Kauf Smartphone
• Anschaffung neuer PC

Die geringe Darlehenssumme ist auf der anderen Seite allerdings auch die Stärke des Kleinkredites, denn gewöhnliche Ratenkredite erhalten Sie meistens erst ab 2.500 Euro Mindestdarlehenssumme und der Dispositionskredit ist im Vergleich zum Minikredit meistens etwas teurer.



Wie funktioniert ein Minikredit?

Der Kleinkredit bzw. Minikredit funktioniert vom Prinzip her sehr ähnlich, wie Sie es vielleicht schon vom klassischen Ratenkredit kennen. Konkret heißt das, dass Sie zunächst einmal die Anbieter miteinander vergleichen sollten. Dabei ist – wie zuvor erwähnt – darauf zu achten, dass es nicht die gewöhnlichen Kreditinstitute sind, die solche Minikredite anbieten, sondern spezielle Finanzdienstleister. Zu den bekanntesten Anbietern im Bereich Minikredite gehören derzeit unter anderem:

• Xpresscredit
• cashper
• Vexcash
• cashpresso

Die Funktionsweise des Minikredites ist im Grunde unabhängig vom Anbieter immer die gleiche. Zunächst mal entscheiden Sie sich für eine Darlehenssumme, die für gewöhnlich zwischen 100 und 1.000 Euro liegt. Wichtig zu beachten ist, dass Sie den Minikredit normalerweise nach 30 Tagen zurückzahlen müssen, also die komplette Summe. Demzufolge gibt es keine klassische Rate bzw. die Rate besteht gleichzeitig in der Rückzahlung des gesamten Darlehensbetrags nebst Zinsen bzw. Gebühren. Manche Anbieter von Minikrediten bieten zusätzlich eine sogenannte 2-Raten-Option an, die allerdings fast immer kostenpflichtig ist. Diese Option beinhaltet dann, dass Sie statt 30 Tagen zum Beispiel 60 Tage Zeit haben, um den Minikredit zurückzuzahlen.

Was kostet ein Kleinkredit in der Praxis?

Der Kleinkredit verursacht zunächst einmal für jedes Darlehen typische Kosten, nämlich den zu zahlenden Kreditzins. In absoluten Zahlen ist die Zinssumme allerdings vergleichsweise niedrig, denn für gewöhnlich müssen Sie den Minikredit wie erwähnt innerhalb von 30 oder maximal 60 Tagen zurückzahlen. Wird also beispielsweise bei einer Darlehenssumme von 1.000 Euro ein Zinssatz von 9,8 Prozent veranschlagt, so ist dieser Zins natürlich auf ein Jahr gerechnet. Bei einer Laufzeit von 30 Tagen würden Sie in diesem Fall demzufolge lediglich 8,16 Euro an Zinsen zahlen müssen. Von den Zinskosten her sind Kleinkredite in aller Regel günstiger als Dispositionskredite, sodass der Minikredit eine echte Alternative zum Dispositionskredit sein kann. Doch Vorsicht: Neben den Zinsen können bei Minikrediten noch weitere Kosten entstehen, auf die wir im folgenden Abschnitt näher eingehen möchten.

Mögliche Zusatzkosten beim Minikredit beachten

Standardmäßig ist es so, dass zwischen Beantragung und Auszahlung der Kreditsumme beim Minikredit – je nach Anbieter – nicht selten zwischen sieben und 14 Tagen vergehen. Nicht wenigen Kreditsuchenden ist dieser Zeitraum zu lang, denn wer sich für einen Kleinkredit entscheidet, möchte häufig spontan und schnell eine Finanzierung vornehmen. Unter anderem aus diesem Grund bieten viele Kreditgeber im Bereich Kleinkredite und Minikredite eine Art Express-Funktion an. Diese Zusatzleistung ist kostenpflichtig und beinhaltet, dass der Antrag besonders schnell bearbeitet und die Darlehenssumme zügig ausgezahlt wird. Allerdings kann diese Zusatzleistung Kosten verursachen, die je nach Anbieter zwischen 25 und bis zu 90 Euro betragen können. Darüber hinaus gibt es weitere Zusatzfunktionen, die Sie zwar nicht nutzen müssen, die allerdings in der Praxis dennoch häufig in Anspruch genommen werden, weil die Standardleistungen beim Minikredit von manchen Kreditnehmern nicht als ausreichend angesehen werden.

In der Übersicht sind es die folgenden Zusatzfunktionen, die bei einem Kleinkredit neben den Zinsen weitere Kosten verursachen können:

• Express-Bearbeitung
• 2-Raten-Option
• Besonders schnelle Auszahlung der Darlehenssumme



Für wen ist ein Kleinkredit geeignet?

Dass die Beliebtheit von Minikrediten als Kleinkredite in den vergangen zwei Jahren deutlich gewachsen ist, hängt sicherlich vor allem damit zusammen, dass schon sehr kleine Darlehenssummen vergeben werden. Während Sie beim klassischen Ratenkredit in aller Regel erst einen Kreditantrag stellen können, wenn Sie mindestens 2.500 Euro haben möchten, beginnen die Darlehenssummen beim Kleinkredit oftmals schon ab 100 Euro. Für viele Kunden ist dies ausreichend, denn oftmals fehlt lediglich etwas Kapital, um eine Konsumausgabe zu finanzieren, beispielsweise den Kauf eines neuen Smartphones.

Der Dispositionskredit ist häufig entweder bereits ausgeschöpft oder Sie erhalten aufgrund einer nicht besonders guten Bonität keine Kreditlinie auf Ihrem Girokonto eingeräumt. Beim Minikredit ist dies in aller Regel kein Problem, auch wenn dort natürlich ebenfalls überprüft wird, ob Sie eine ausreichende Bonität besitzen. Allerdings gibt es teilweise sogar Angebote im Bereich Kleinkredite, die als sogenannte Kredite ohne Schufa zur Verfügung gestellt werden. In diesem Fall spielt Ihre Schufa-Auskunft keine Rolle für die Beurteilung der Bonität, sondern es kommt ausschließlich auf ein regelmäßiges Einkommen an.

Vor diesem Hintergrund sind Minikredite sicherlich insbesondere für Personen geeignet, die einerseits einen vergleichsweise geringen Kapitalbedarf zur Finanzierung bestimmter Ausgaben haben und zum anderen eine nicht besonders gute Bonität besitzen. Demzufolge sind es unter anderem die folgenden Kundengruppen, die sich überdurchschnittlich häufig für einen Kleinkredit entscheiden:

• Rentner
• Auszubildende
• Studenten
• Geringverdiener
• Hausfrauen

Grundsätzlich ist die Vergabe eines Kleinkredites normalerweise nicht an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden. Typischerweise sind es Konsumausgaben, die mit dem Minikredit finanziert werden sollen. Wichtig ist übrigens, dass Sie nur kurzfristigen Kapitalbedarf haben, denn – wie zuvor beschrieben – Sie müssen den Kleinkredit natürlich in aller Regel spätestens nach 60 Tagen vollständig zurückzahlen können. Daher eignet sich der Minikredit insbesondere dann, wenn Sie beispielsweise in einigen Wochen eine größere Gutschrift auf Ihrem Girokonto erwarten, mit der Sie die Rückzahlung des Kleinkredites vornehmen können.

Welche Vor- und Nachteile haben Minikredite?

Da Minikredite erst seit wenigen Jahren in größeren Umfang am Finanzierungsmarkt angeboten werden, ist davon auszugehen, dass die Vorteile überwiegen. Ein großer Vorteil besteht darin, dass bereits kleine Darlehenssummen aufgenommen werden können. Zudem ist der Kleinkredit relativ flexibel, denn er kann ohne Einschränkung des Verwendungszweckes genutzt werden und die Anforderungen an die Bonität sind in aller Regel nicht ganz so streng, wie es beim klassischen Ratenkredit oder auch beim Dispositionskredit der Fall ist. Wenn Sie lediglich die Standardleistungen in Anspruch nehmen und keine zusätzlichen Leistungen, wie zum Beispiel Express-Bearbeitung oder 2-Raten-Option, nutzen möchten, ist der Minikredit durchaus häufiger eine günstigere Alternative zum Dispositionskredit.

Nachteilig sind allerdings auf der anderen Seite eben diese kostenpflichtigen Zusatzleistungen, die häufig von den Kunden als notwendig angesehen werden, da sonst beispielsweise zwischen Antragstellung und Auszahlung der Kreditsumme mehrere Wochen vergehen würden. Einen weiteren Nachteil sehen manche Kunden darin, dass die maximale Darlehenssumme beim Minikredit auf meistens 1.000 Euro begrenzt ist und die Darlehenssumme entweder 30 Tagen oder mit Inanspruchnahme der kostenpflichtigen 2-Raten-Option spätestens nach 60 Tagen zurückgezahlt werden muss. Hier ist der Dispositionskredit sicherlich flexibler, denn dort gibt es keine festen Rückzahlungstypen.



Fazit zum Kleinkredit bzw. Minikredit

Der Kleinkredit als Minikredit ist nur unter bestimmten Voraussetzungen eine optimale Finanzierungslösung. Zunächst einmal sollte Ihr Kapitalbedarf zwischen 100 und 1.000 Euro liegen und Sie sollten ferner die Möglichkeit haben, den aufgenommenen Darlehensbetrag innerhalb von 30 oder maximal 60 Tagen zurückzuzahlen. Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn Sie den Kreditbetrag nicht sofort benötigen, denn dann müssen Sie bei den Anbietern der Minikredite in aller Regel für die sogenannte Expressfunktion zwischen 25 und bis zu 90 Euro an zusätzlichen Kosten einkalkulieren. Insgesamt betrachtet ergänzt der Minikredit das Angebot am Finanzierungsmarkt zwar sehr gut. Jedoch sollten Sie auf jeden Fall vor der Aufnahme des Kleinkredites überlegen, ob es sich für Sie persönlich tatsächlich um die beste Finanzierungsalternative handelt. Infrage kommt unter Umständen stattdessen der Dispositionskredit, der klassische Ratenkredit oder auch ein Abrufkredit, der eine Art Mischung zwischen Kreditlinie auf dem Girokonto und dem Ratenkredit darstellt.

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