Bonuszertifikate

Üblicherweise eigenen sich Zertifikate besonders für Anleger, die auf starke Kursausschlage nach oben oder unten setzen und dann, z.b. mit Hebelzertifikaten, einen schönen Gewinn machen möchten.

Was aber passiert, wenn sich die Kurse des Basiswertes („Underlying“) wie z.B. der NASDAQ Aktienindex während der Laufzeit des Zertifikates nicht wesentlich verändern (sog. „Seitwärtsbewegung“)? In diesem Fall würde eine Anlage in Hebelzertifikate oder klassischen Indexzertifikaten wenig bis gar keinen Gewinn bringen.

Hier schlägt die Stunde der Bonuszertifikate, wobei folgende beiden Grenzwerte von Bedeutung sind:

  • Die sog. „Bonusgrenze„: Diese liegt über dem aktuellen Kurs des Basiswerts („Underlyings“)
  • Die sog. „Barriere„: Dies ist die Kursuntergrenze, die bei Ausgabe der Bonuszertifikates oft 50 % unter dem aktuellen Kurs es Basiswerts liegt.

Am Fälligkeitszeitpunkt des Zertifikates ergibt sich immer eine von drei möglichen Situationen:

  1. Der Basiswert („Underlying“) hat während der gesamten Laufzeit niemals die Barriere unterschritten, aber auch nicht die Bonusgrenze überschritten: Der Anleger erhält somit den aktuellen Kurs Kurswert zuzüglich einen festgelegten Bonus (z.B. 45 % auf die Anlagesumme)
  2. Der Basiswert („Underlying“) notiert am Ende der Laufzeit über der Bonusgrenze: Der Käufer erhält den Kurswert des Basiswertes, d.h. er profitiert zu 100 Prozent an der Wertsteigerung des Basiswertes. In diesem Fall ist es egal, ob der Basiswert vorher (also zu irgendeinem Zeitpunkt während der Laufzeit) die Barriere erreicht oder unterschritten hat.
    Dies ist der Idealfall für den Anleger
  3.  Der Basiswert berührt oder unterschreitet während der Laufzeit die Kursgrenze: In diesem Fall wandelt sich das Bonuszertifikat in ein normales Indexzertifikat um. Es wird kein Bonus mehr gezahlt. Sofern der Basiswert bis zum Ablaufdatum des Zertifikates wieder über den Anfangsniveau (= Niveau bei Ausgabe des Kurses) liegt, kann der Anlege trotzdem Gewinne machen.

Rechenbeispiel für ein Bonuslzertifikat

Der Deutsche Aktienindex DAX befindet sich bei 7.500 Zählern.
Die Barriere des Bonuszertifikates wird auf 50 % des bei der Ausgabe des Zertifikates aktuellen DAX Standes gesetzt.

Ein Bonuszertifikat wird zu einem Preis von 1.000 Euro verkauft und sichert dem Anleger eine Bonus von 45 % auf Ausgabepreis (= 450 Euro) für den oben unter 1) beschriebenen Fall am Ende der 7-jährigen Laufzeit zu. Diesen Bonus erhält der Anleger auch dann, wenn sich der DAX am Ende der Laufzeit nur leicht oberhalb des aktuellen Wertes oder sogar leicht darunter befindet (= sog. Seitwärtsbewegung). Der Anleger erhält also 1450 Euro (= 1000 Euro Nominalwert + 450 Bonuszahlung)

Sollte der DAX am Ende der 7 Jahre tatsächlich höher als 10.875 Zähler (= 7.500 Zähler x 1,45 notieren), erhält der Anleger die volle Kurssteigerung des Basiswert (hier: DAX) im Vergleich zum Niveau bei der Ausgabe der Zertifikates (hier: 7.500 Punkte).

Notiert der DAX während der Laufzeit von 7 Jahren zu irgendeinem Zeitpunkt niedriger als 50 % von 7.500 Punkten = 3.750 Zählern notiert, wandelt sich das Bonuszertifikat in ein normales Indexzertifikat um. Ein Bonus wird somit nicht mehr ausgezahlt. Sofern der Basiswert (hier der DAX noch während der Restlaufzeit wieder ansteigt, vermindert sich der Verlust des Anlegers und er kann sich – ab einem DAX Stand 7.500 Zählern in einen echten Gewinn umwandeln. Bei letzterem Fall bekommt der Anleger nämlich den Kurswert des Zertifikates bei Fälligkeit in bar ausgezahlt 🙂

Bonuszertifikate sind daher ggf, auch für eher risikobewußte Anleger dedacht, die neben einer Chance auf eine gute, festverzinsliche Anlage auf die Chancen Kapitalmarkt nicht verzichten wollen

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